Spiele Testberichte

A Way Out – Ausbruchsspaß für Zwei?

Mit A Way Out verspricht der Entwickler Hazelight ein atemberaubendes Spiel auf den Markt zu bringen. Für alle die seit der letzten E3 auf ein Ausbruchsdrama im Singleplayer hofften, wurde die Hoffnung schnell zerstört, denn das Spiel ist ausschließlich im Koop spielbar. Lohnt es sich für ein reines Koop-Spiel 30 Euro auf den Tisch zu legen? Wir erzählen es euch in unserem Testbericht.

Gleich vorab: Das Entwicklerstudio empfiehlt das Game im Splitscreen-Koop an einem PC oder an der gleichen Konsole zu spielen. Ein Online-Koop-Modus gibt es aber auch und dieser birgt sogar ein besonderes Highlight! A Way Out muss nur von einem gekauft werden, denn der Freund/die Freundin kann das Spiel kostenlos über eine Einladung spielen. Gespielt wird trotz dessen im Splitscreen und das ist auch gut so! Warum? Später mehr dazu.

Packende Story, Gameplay mit Schwächen

Ihr und euer Mitspieler könnt vor Beginn jeder Spielsession auswählen, wer welchen der beiden Hauptcharaktere spielt. Leo und Vincent sind zwei Knackis, die beschließen aus dem Knast auszubrechen.

Im Verlauf des Spiels passiert das auch recht schnell, der Großteil der Spielzeit geht also für die Flucht und das Kennenlernen der Charaktere drauf. Zu Beginn wirken Leo und Vincent eher wie jeder andere Gangster und während der Zeit im Knast ändert sich daran auch nicht viel. Wir geraten immer wieder in Schlägereien und müssen uns durch verschiedene Aufgaben arbeiten. Am Anfang ist es schwer eine Verbindung zu Vincent aufzubauen, da seine direkte und sachliche Ader zu recht schwierig ist.

Damit die Story nicht nach kurzer Zeit schon durchgespielt ist, gibt es im Spiel einige Minispiele, die mit ordentlich Konkurrenzkampf verbunden sind. Dart oder Armdrücken sind nur zwei Beispiele der zahlreichen Möglichkeiten viel Zeit im Spiel zu versenken, dadurch wird die Spielzeit aber auch künstlich gestreckt. Solltet ihr kein Bock auf die Minispiele haben, könnt ihr auch einfach daran vorbeilaufen. Viel zu Erkunden gibt es in den Locations nicht, da wir entweder eine Aufgabe auf Zeit zu erfüllen haben, wir auf der Flucht sind oder das Areal sehr begrenzt ist, sodass wir gar keine Möglichkeit haben, viel zu entdecken. Wir haben uns während des Tests aber dabei erwischt, wie wir mit Vincent und Leo auf einer Kinderwippe sitzen. Ein merkwürdiger Moment, der nicht nur einen lustigen Dialog zum Vorschein brachte, sondern auch noch für das Abschließen eines Erfolgs sorgt.

Zweifellos kommen wir aber sehr in den Genuss des Splitscreen-Modus. Nicht selten erwischt man sich beim Aushecken eines raffinierten Plans zur Flucht, Meistern der anstehenden Aufgabe oder beim gemeinsamen Runterzählen, wenn man gleichzeitig eine Taste drücken muss. Einlagen, in denen der Bildschirm nicht geteilt ist, sind aber ebenso gerne gesehen!

Die Flucht und der Abschluss der Story gelingt euch dennoch nach sechs bis acht Stunden Spielzeit. Gerade die wenigen Entscheidungsmomente im Spiel, die keine wirkliche Auswirkung auf das Spielgeschehen haben, lassen die Spielzeit nicht unbedingt länger werden. Nach dem Durchspielen können wir im Hauptmenü das Kapitel einfach erneut auswählen und noch einmal spielen. Die Inszenierung sorgt aber dafür, dass wir das Spiel mit getauschten Rollen gerne noch einmal spielen möchten!

Grafik & Sound

Wo wir gerade beim Thema Inszenierung sind, wenn die Grafik an einigen Stellen etwas besser wäre und man bei diversen Quicktime-Events nicht selber einen Knopf drücken müsste, könnte man fast vergessen, das A Way Out gar kein Film ist, sondern ein Spiel!

Durch den geteilten Bildschirm ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten. Ihr habt so die Möglichkeit euch gegenseitig zu unterstützen. Einer der beiden Spieler schaufelt beispielsweise einen Fluchtweg für frei, während der andere Ausschau nach den Wachen hält. Stilistisch nutzt das Studio Hazelight aber auch die Möglichkeit, um eine Fluchtszene komplett ohne Schnitt zu inszenieren.

Grafiktechnisch sind wir hin und her gerissen. An einigen Stellen werden hochauflösende Texturen und gut designte Grafiken verwendet, die in Kombination mit den Lichteffekten hervorragend aussehen. An anderen Stellen sieht das Thema aber ganz anders aus. Platte Texturen und schlechte Grafiken, besonders während einiger Abschnitte, die im Freien stattfinden. Häufig muss man aber schon sehr genau hinsehen.

Ihr müsst auf jeden Fall der englischen Sprache mächtig sein, denn sonst kleben eure Augen nur am unteren Bildschirmrand und ihr lest die ganze Zeit die Dialoge mit. A Way Out gibt es nur in englischer Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Sollte Englisch für euch kein Problem sein, werden euch die Synchronsprecher gefallen, denn die Vertonung ist rundum gelungen.

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Lukas Heinrichs

Mitgründer von Basic-Tutorials.de und leidenschaftlicher Zocker und zusätzlich noch Redakteur für den Blog, hält mich meistens mein Arbeitsleben von Unmengen an Artikel ab.

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