PC-Hardware

Alternative zu Repeatern: MESH WLAN Netze

MESH WLAN Netze als Alternative zu zentralen Systemen

Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen W-LAN-Router, der sein Signal häufig aus den verwinkeltsten Ecken der Wohnung an die Endgeräte weitersenden muss, können die dezentralen MESH-Systeme genau dort platziert werden, wo sie auch benötigt werden. Das aus mehreren Routern bestehende Netzwerk bietet eine flexible Handhabung der Endgeräte, die in der Wohnung oder im Büro direkt am Schreibtisch oder im Wohnzimmer aufgestellt werden können.

Dadurch ist das Signal nicht nur an jener Stelle der Wohnung am stärksten, an der ihr den Router sonst anbringen würdet, sondern an jedem noch so abgelegenem Ort eurer Wahl. Somit bietet die MESH-Variante zentralen Systemen gegenüber vor allem den Vorteil, dass selbst bei größeren Büroflächen ein flächendeckendes Signal mit gleichbleibend hoher Geschwindigkeit genutzt werden kann.

Funktionsweise der „Vermaschten“ Netze im Detail

Grundlegend wird durch die Router eines MESH-Netzes ein einziges, großes Netz erzeugt (eine SSID!), in dem an allen Standorten die gleichmäßig verteilte, maximale Übertragungsleistung anliegt. Bei der Nutzung von Repeatern erzeugt im Gegensatz hierzu jeder Verstärker ein eigenes Subnetz. Diese Subnetze sind technisch bedingt aber wesentlich schwächer als das Hauptnetz.

Ein weiterer Vorteil der MESH-Technologie ist aber auch die Fähigkeit zur Selbstkonfiguration. Während in zentralen Systeme bei Störungen das gesamte Netz lahmliegt, gewährleistet die dezentrale Variante auch dann das Funktionieren des Systems, wenn einzelne Knotenpunkte ausfallen sollten. Diese Funktionsweise basiert auf sogenannten „Ad hoc“-Systemen, dessen Funknetz aus mindestens zwei Endgeräten besteht, die miteinander zu einem „vermaschten“ Netz verknüpft werden.

Die mobilen Endgeräte wie Handys, Notebooks oder Tablets werden schließlich über Wireless Access Points miteinander verbunden, die einen drahtlosen Internetzugang ohne festen Ausgangspunkt ermöglichen. Hier liegt ein weiterer fundamentaler Unterschied zu Repeater-Systemen, bei denen das Endgerät entscheiden muss, welches Netz genutzt wird. Die Access-Points übergeben die Endgeräte untereinander fließend, sodass ihr immer den besten Empfang genießt – auch wenn ihr z.B. mit dem Smartphone aus dem Erdgeschoss ins 2. OG wechselt!

Eine effektive Verteilung der Datenlast wird vor allem dadurch gewährleistet, dass das sich ständig erneuernde Routingverfahren nicht nur den genauen Standpunkt der verschiedenen Endgeräte ermittelt, sondern auch prüft, ob neue Geräte hinzukommen oder ausfallen. Dementsprechend wird die Datenlastverteilung genaustens an das sich verändernde Netz angepasst und Sie erhalten jederzeit die bestmögliche Internetverbindung.

Übrigens: Die MESH-Technologie beschränkt sich in den Funktionsprinzipien nicht nur auf WLAN-Netze! AM 18.07.2017 präsentierte die Bluetooth Special Interest Group (SIG) in den USA die MESH-Netzwerk-Erweiterung für ihr Funkprotokoll.

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Olaf Hennig

Olaf Hennig gründete 1996, nach seinem Elektrotechnik-Studium an der Uni Dresden und seinem Abschluss als staatlich geprüfter Techniker für Datenverarbeitungstechnik am DAA-Technikum Jena, das Unternehmen Funk & Telefonsysteme Hennig e.K.

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