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Amazon suchte Analysten für Spionageprogramm gegen Gewerkschafter, angeblich aus Versehen

Eine Stellenanzeige von Amazon, die angeblich aus Versehen online gestellt wurde und auf Twitter kursierte, gibt Unternehmenskritikern neues Futter. Demnach habe der Konzern einen „Intelligence Analyst“ gesucht, welcher für das „Global Intelligence Program“ der unternehmenseigenen „Global Security Operations“-Abteilung arbeiten sollte. Es wurde also ein Analyst für das eigene Spionageprogram für weltweite Sicherheitseinsätze gesucht. Das entsprechende Team soll angeblich die Konzernführung mit nachrichtendienstlichen Informationen versorgen. Gewerkschafter, Aktivisten, Händler und Politiker werden dabei scheinbar überwacht.

In der Stellenanzeige hieß es, dass es wichtig für Amazons Chef-Etage sei, weltweite nachrichtendienstliche Informationen zu gewinnen, die auch zu konkreten Maßnahmen führen würden. Dabei seien angeblich „heikle, streng geheime“ Themen zu bearbeiten, wozu auch die Gewerkschaftsarbeit und Interessensvertretung von Mitarbeitern gehören solle. Für Amazon selbst seien dies „Bedrohungen“. In der Stellenausschreibung war die Rede von einem mehrköpfigen Team von Analysten. Manche Analysten sollen wohl auch direkt den Unternehmensanwälten zuarbeiten und Material sammeln, welches gegen Aktivisten gerichtlich genutzt werden soll. Auch Händler stehen wohl unter Beobachtung, damit diese zu besserer „Performance“ angehalten werden können.

Gegenüber Heise Online erklärte eine Amazon-Sprecherin mittlerweile: „Die Stellenanzeige war keine genaue Beschreibung der Arbeit – sie erfolgte versehentlich und wurde seither berichtigt.“ Der Sprecherin zufolge sei es die Aufgabe des Analysten-Teams, Amazon auf Außeneinwirkungen vorzubereiten. Als Beispiele werden hier Unwetter, Stromausfälle und Demonstrationen genannt, die den Verkehr oder die Sicherheit von Amazon-Einrichtungen oder -Mitarbeitern gefährden könnten. Die tägliche Arbeit des Teams sei durch die veröffentlichte Stellenanzeige fälschlich wiedergegeben worden. Das US-Magazin Business Insider berichtete über die auf Twitter kursierende Stellenanzeige und bat Amazon um eine Stellungnahme. Daraufhin verschwand die Ausschreibung.

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