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Call of Duty Infinite Warfare auf der gamescom – warum so unbeliebt?

Es ist schon wieder soweit, der jährlich neue Call of Duty-Sprössling kommt demnächst auf den Markt. Activision plant den weltweiten Release von Call of Duty Infinite Warfare am 4. November 2016. Der First-Person Shooter wird dann wie gewohnt auf PC, Playstation 4 oder Xbox One zu bespielen sein. Wir haben auf der gamescom exklusives Videomaterial zu Gesicht bekommen und uns angeschaut, warum das neue Call of Duty so sehr gehatet wird, indem wir uns mit der Entwicklung des Spiels genauer auseinandersetzten.

Das Game

Wen die Zukunftsauslegung des Titels schon zuvor gestört hat, wird sich bei Infinite Warfare schon wieder ärgern. Spieler dieser Ausgabe werden sich im Weltraum wiederfinden. Hierdurch sollen neue Spielerfahrungen wie etwa das Bewegen in der Schwerelosigkeit entstehen. Die Kampagne startet und dreht sich um ein Trägerschiff namens „Retribution“.

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Die Story

Die Kampagne ist so aufgebaut, wie man es schon seit Jahren gewohnt ist, es sind wenige Überraschungen zu erwarten. Gut kämpft gegen Böse, ein Einzelprotagonist, der Elitesoldat, hier Special Operations Pilot, gewesen ist usw. Der Einstieg in die Storywelt ist von einem massiven Angriff bestimmt. Nachdem der Spieler ca. 100 Kampfroboter abgeschossen und mithilfe der „Gedankenkraft“ ein feindliches Flugzeug gehackt und dessen Selbstzerstörungsfunktion (nützliches Tool) aktiviert hat, geht es mit der gleichen Einsatztruppe auch schon ab in den Weltraum. Dieser Flug ist nach ca. 40 Sekunden Flugzeit schon beendet. Das wird durch eine Geschwindigkeit von bis zu 19.000 km/h möglich, trotzdem kann man sich vor technologisch-feindlichen Waffensystemen hinter gewöhnlichen Autos verstecken. Man kann sich relativ schnell denken, worauf das hinausläuft.

call of duty infinite warfare campaign

Im Weltall zerstört man dann in 2-3 Minuten mehrere Mutterkampfschiffe und kleinere Begleiter. Das eigene Raumschiff repariert bzw. regeneriert sich mit der Zeit selbstständig. Das Gameplay ist laut, Effektgeladen, unrealistisch und wirkt wenig anspruchsvoll. Es wird viel rumgeschrien und es gibt viele Explosionen.

Der Trailer und der „Shitstorm“

Titel von Call of Duty bringen für gewöhnlich immer „hate“ mit sich, doch in den sozialen Medien kam Call of Duty Infinite Warfare bisher herausragend schlecht weg. Der Trailer auf Youtube stellte einen Rekord auf – bei der Anzahl der Dislikes. Bisher sind es mehr als 3.175.000 User, die einen Daumen nach unten gaben. Man muss natürlich zugeben, dass der Trailer eine professionelle und teure Produktion ist, Technik, Videomaterial etc. sind gut in Szene gesetzt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die „hates“ sich an das Spiel oder Konzept als solches richten.

cod youtubebewertung

Warum ist das neue Call of Duty Infinite Warfare so unbeliebt?

Gründe wie eine anti-militärische Grundstimmung, Kritik des Mainstreams oder, dass User andere Spiele besser finden fließen wahrscheinlich in die negative Bewertung mit ein. Die futuristischen Raumschiffe, Roboter und neumodernen Waffen scheinen bei den Fans nicht gut anzukommen. Weltraumkämpfe mit Flugzeugen sind maximal unrealistisch in Szene gesetzt. Die Grafik macht zwar einen guten Eindruck, haut einen aber auch nicht als innovativ vom Hocker. Hinzu kommt, dass schon der letzte Teil schlecht bei den Spielern ankam. Meiner Meinung nach schaufelt sich Call of Duty ein eigenes Grab, wenn sie diesen Futurismus auch noch forttreiben. Schließlich gibt es dafür andere Titel, das hat mit dem beliebten Call of Duty 4 wenig zu tun.

Das große Durcheinander zwischen all den Untertiteln „Black Ops, Ghosts, Modern Warfare, World at War, Advanced Warfare, Infinite Warfare“ und die Firmenpolitik von Activision bauten den hatesturm bei der Community schon Jahre lang auf. Die schlechte Bewertung ist quasi als Prozess zu sehen, der nun ausschlägt. Interessant ist, dass dies bei Infinite Warfare geschieht. Die Leute sind meiner Meinung nach nicht „mad“ weil das Spiel schlecht aussieht, sondern weil sie ignoriert werden.

Die beliebtesten Kommentare unter dem Video:

  • „Call of Duty just slapped us all in the face with another piece of garbage.“
  • „just came here to see the dislikes lol“
  • „Where’s the dinosaurs?“
  • „I have more fun with pressing the disslike buttom than I would probably have with the actual game.“
  • „What halo game is this?“

Ein eindrucksvolles Meinungsbild, das für sich spricht. Große Vorfreude auf Call of Duty Infinite Warfare gibt es offensichtlich bei nur wenigen Fans.

Call of Duty Modern Warfare Remastered

call of duty modern warfare remastered

Das zuvor schon angesprochene Prestigegame der Reihe Call Of Duty Modern Warfare (CoD MW) wird als „zusätzliches Feature“ sogar in einer remastered Version angeboten. Das freut viele Fans, jedoch hat das ganze einen großen Haken. Man bekommt diese Version nur, wenn man sich Infinite Warfare kauft. Das heißt um Zugang zu bekommen wird man gezwungen, wieder einen teuren Titel zu kaufen, den man vielleicht gar nicht brauchen. Hinzu kommt die Add-on und Ingamekäufepolitik, die bei Activision in der Vergangenheit schon sehr kritisiert wurde. CoD-Liebhaber müssen, wie so oft, tief in die Tasche greifen. Natürlich bestärkt auch dieser Kommerz die hatewelle, auch wenn die Nutzer nicht alle Firmenvorgänge verstehen, trifft folgender Kommentar den Nagel genau auf den Punkt: „people can tell, when they are being mined“.

gamescom Präsentation – exklusives Filmmaterial

activision blizzard

Auf der gamescom gibt sich Call of Duty der Presse gegenüber recht bescheiden. Ein Anspielen wäre auch für uns mit mehreren Stunden Wartezeit verbunden. Activision Blizzard investiert im Pressebereich mehr Kapazitäten in Skylanders Imaginators, Destiny und andere Titel, die allesamt kleiner sind. Man scheint wenig bemüht, die Negativpresse wiedergutzumachen. Die Vorstellung, die ich mir dort anschauen konnte, bestand lediglich aus der Vorführung eines Trailers. Das Videomaterial ist eine Premiere für Ingameszenen aus drei verschiedenen Bereichen: Das eigentliche Spiel, die MW1 remastered Version und der Zombiemodus.

Zuerst wird eine Mission des neuen Call of Duty Infinite Warfare gezeigt, bei der die Durchsuchung einer Basis die Hauptzeit in Anspruch nimmt. Man landet mit einer Art Raumschiff auf einem Kometen, der sich sehr nah an der Sonne bewegt. Die mit 900°C angegebene Temperatur sorgt dafür, dass Lava um einen herum in die Luft springt. Allerdings bewahren spezielle Anzüge die Spielfiguren vor Schäden. Der Spieler durchforscht nach Informationen suchend eine dort gelegene Station. Folgend gerät er in den Kampf mit feindlichen Kampfrobotern. Das gezeigte Material hat mir grafisch zwar gut gefallen, mich jedoch nicht sonderlich von dem Spiel überzeugt. Das änderte sich mit dem nächsten Teil.

In dem zweiten Abschnitt präsentiert Activision die remastered Version von CoD MW. Der Charakter sitzt in einem Flugzeug und fliegt am Geschütz stehend in einen großen Stadtkampf ein. Wir sehen eine grafische Überarbeitung des bereits gewohnten Gebiets der Map Crash, in welcher der Helikopter landet. Von dort aus setzt man seinen Weg zu Fuß fort und tötet dutzende Terroristen, bevor man mit dem Transporthelikopter wieder aus der Stadt flieht. Die schon bekannte Map in einer neuen überzeugenden Version zu sehen hat mir gut gefallen. Die Mission wirkt actiongeladen.

cod infinite warfare gamescom presentation

Die „Präsentation“ schließt mit dem Zombiezweig  „Zombies in spaceland“ von Infinite Warfare ab. Wir sehen bunte Charaktere in einer schrillen Vergnügungsparkwelt und knallen – selbstverständlich – Zombies ab. Hierbei fließt viel Blut. Eine gruselige Atmosphäre kommt aber keineswegs rüber, vielmehr schlecht umgesetzter, lustig sein wollender Buntkitsch. Persönlich ist das überhaupt nicht mein Fall, aber für Funfans von Zombiemodi vielleicht ein kleiner Grund zum Kauf des so viel kritisierten Titels.

Fazit

Auch wenn ich schon mehrere Titel der Serie gespielt habe, ist meine persönliche Expertise zu dem Spiel natürlich dadurch beeinflusst, dass ich taktische Shooter anstelle von „arcade-fps-shootern“ bevorzuge. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige von euch große Freude mit dem Titel haben werden. Dennoch wird der große Konkurrent Battlefield das Spiel dieses Jahr voraussichtlich in die Taschen stecken. Die remastered Version von MW ist für viele Fans eine gute Nachricht, jedoch ist sie mit einem zwanghaften Paket verknüpft. Call of Duty Infinite Warfare wird nur mager präsentiert, das Spiel und sein Setting sind bestenfalls gewöhnungsbedürftig.

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Marlon Haupt

Meine Begeisterung für Gaming und meine Neugierde für Hardware führten mich 2015 zu Basic-Tutorials. Neben eigenen Projekten im Bereich CS:GO entwickelte ich Interesse am Verfassen einiger Beiträge für den Blog. Dieser gibt mir fortan eine Plattform, um unverfälschte Produkttests und News über für mich ansprechende Themen zu verfassen. Ich gebe gerne Hilfestellungen und entwickle eigene Rezensionen.

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3 Comments

    1. Freut mich, dass dir die Kritik gefällt. Ich finde halt das hat nichts mehr mit Call of Duty zu tun :D Hast du schon die Battlefield-Demo angezockt?

  1. Infinite warfare haette man auch Nlack Ops future nennen koennen. Genau die gleichen Funktionen und Menus wie in Black ops 3. dabei eher ein milchiges Bild und sobald ich nur jemanden leicht Treffe kippen alle um wie die Fliegen ( zuletzt war das bei Black ops 1 und Ghosts genau so besch….). Bo3 machte mir richtig Spass , aber IW ist eine Frechheit !

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