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Corona-Warn-App läuft noch nicht rund

Auch drei Wochen nach dem Start treten bei der Corona-Warn-App noch diverse Probleme auf, was Nutzerinnen und Nutzer entnervt zurücklässt. Die FDP fordert nun, mehr Druck auf Google und Apple auszuüben, um die Fehler schnellstmöglich auszumerzen.

Bluetooth-Schnittstelle von Google und Apple häufig betroffen

Zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer berichten von Fehlermeldungen und Abstürzen der Corona-Warn-App. Auch das Robert-Koch-Institut ist sich dessen bewusst: Auf der Webseite des Instituts sind elf Fehlermeldungen der App als bekannt deklariert. Neben diesen elf bekannten werden auf der Github-Seite der App einige weitere Fehlermeldungen diskutiert. Besonders häufig betroffen ist die Bluetooth-Schnittstelle, die Google und Apple anbieten.

Bekannt ist etwa eine fehlerhafte Anzeige der aktiven Tage der App. Häufig wird eine zu niedrige Zahl angegeben, was Nutzerinnen und Nutzer teilweise verunsichert. Begründet wird diese Falschanzeige mit einem Rundungsfehler, der aufträte, wenn die App kurzzeitig nicht aktiv sei. Offiziellen Angaben zufolge genügt bereits ein kurzzeitiges Abschalten des Smartphones, um eine solche Falschanzeige hervorzurufen.

Fehler unter iOS sollen mit nächstem Update behoben werden

Neben diesem allgemeinen gibt es betriebssystemspezifische Fehler. Unter iOS werden etwa sehr häufig die Fehlermeldungen „ENErrorDomain-Fehler 5“, „ENErrorDomain-Fehler 11“, „ENErrorDomain-Fehler 13“ oder „Zu wenig Speicherplatz“ ausgegeben. Letzteres ist als Ursache der Fehlfunktion indes mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen: Die App benötigt lediglich 20 MB Speicherplatz. Das Robert-Koch-Institut gab indes bekannt, die Fehler würden mit dem nächsten iOS-Update behoben werden. Unter Android treten die Fehlermeldungen „URSACHE 9002. Etwas ist schief gelaufen. file ist not a database“, „Fehler bei Kommunikation mit Google API (39508)“ und „Anzahl der Schlüssel auf 0 zurückgesetzt“ auf. Hier ist noch nicht bekannt, wann die Fehler behoben werden sollen.

Entwickler: App in ihrer Funktion trotzdem nicht beeinträchtigt

Die Entwickler weisen jedoch eindringlich darauf hin, die App trotz auftretender Fehlermeldungen nicht zu löschen. Die Funktion der App sei durch die Fehlermeldungen nicht beeinträchtigt, anderslautende Meldungen sollten dementsprechend ignoriert werden. Von einer Neuinstallation der App wird dringend abgeraten, da die aufgezeichneten Kontakte hierbei verloren gingen.

Während SAP und Deutsche Telekom, die die App entwickelt haben, eigenen Angaben zufolge unter Hochdruck an Lösungen arbeiten, fordert die FDP, den Druck auf Google und Apple zu erhöhen. Beide Konzerne sind mit ihren Schnittstellen ebenfalls am Funktionieren der App beteiligt. Darüber hinaus kritisierte die FDP, dass die Bundesregierung bisher nicht auf Google und Apple eingewirkt habe, ein Update des Betriebssystems, das für den problemlosen Betrieb der App nötig ist, für ältere Smartphones zur Verfügung zu stellen.

Bisher nutzen rund 15 Millionen Menschen die Corona-Warn-App – ein vergleichsweise hoher Wert. Ob die Nutzungszahlen weiter ansteigen und ob die App in der Pandemiebekämpfung tatsächlich eine signifikante Wirkung entfalten kann, bleibt abzuwarten.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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