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Das iPhone 7 ist da – Das iPhone der Zukunft?

Es ist wieder soweit, nein nicht Weihnachten, wie erwartet hat Apple die neuen iPhones präsentiert. Zwei um genau zu sein. Obwohl mal wieder vieles im Voraus bekannt war (oder wie man neudeutsch sagt: geleaked), konnte Apple uns auch dieses Jahr wieder zum Staunen bringen. Wie kein anderer versteht Apple es den „Will haben!!!“-Reflex, bei seinen Fans, hervorzurufen. Apple spricht natürlich wie immer von den großartigsten Neuheiten seit dem Faustkeil, nüchtern betrachtet lässt sich die Sache jedoch auf wenige Punkte reduzieren. Im Anschluss schau dir doch noch den angehängten Film zum neuen iPhone an.

Das IPhone 7 und das IPhone 7 plus auf weißem Grund

Design – „Im Westen (fast) nichts Neues…“

Oder zumindest kaum wesentlich Neues. Das iPhone 7 basiert im hauptsächlich immer noch auf dem iPhone 6 von 2014. Änderungen finden sich erst auf den zweiten Blick. Die Kamera hebt sich nun konvex aus dem Gehäuse hervor und ist etwas größer. Die Antennenlinien wurden reduziert, es sind nun nur noch jeweils eine oben und unten. Entfallen ist zudem der Kopfhörer-Anschluss an der Unterseite, dazu später mehr. An der Größe des iPhones hat Apple nichts geändert, das Standard-iPhone bleibt bei 4,7 Zoll und die „plus(Size)“-Version bei 5,5 Zoll.

Eine unsichtbare Änderung ist, dass das iPhone nun wasserfest ist. Um genau zu sein IP67. Das bedeutet, wenn du auf der nächsten Poolparty besoffen bist und mit deinem neuen iPhone in der Hosentasche im Pool landest, ist die Party deshalb lange nicht vorbei. Für längere Tauchfahrten ist das iPhone jedoch nicht geeignet, als Unterwasserkamera im Urlaub solltet ihr es also nicht verwenden.

Es gibt neue Farben für das iPhone 7 und iPhone 7 plus. Space Grey ist gestrichen und wird durch das dunklere „Black“ ersetzt. Neu ist hingegen „Jet Black“, einfach gesagt handelt es sich um eine auf Hochglanz polierte Version von „Black“. Apple scheint mächtig stolz auf diesen Prozess zu sein und widmet ihm daher einen eigenen kurzen Videoclip, während seiner Keynote. Es bleibt abzuwarten wie lange der Glanz erhalten bleibt. Ein Blick in die Vergangenheit lehrt das Fürchten, jeder wird sich an die Edelstahl Rückseiten vergangener iPods erinnern.

Das IPhone 7 in allen Farbvariationen Neue Features – „Es wird bunt…“

Wie zu erwarten erscheint das neue iPhone mit iOS 10. Ich gehe an dieser Stelle jedoch nur kurz darauf ein, denn in unserem Artikel zur Beta haben wir bereits alle wichtigen Infos zusammengefasst. Dennoch folgt nun eine kurze Zusammenfassung.

Apple bezeichnet iOS 10, wie bei jeder neuen Version üblich, als das größte Update aller Zeiten. Neben einigen optischen Anpassungen an der Music-App und dem Control-Center gibt es eine systemweite Integration von Apples „Smarthome„-Plattform HomeKit. Über die neue HomeKit-App lassen sich alle kompatiblen Geräte verwalten. Dank eines neuen Labels lassen diese sich bereits im Laden identifizieren. Über Siri und das neue Control-Center können erstellte Szenen aktiviert werden. Die Messaging App wird durch aufwendige Animationen und Effekte bunter, über eine API können App-Entwickler neue Funktionen einbauen. Auch Siri erhält eine API und lässt sich damit erweitern. Und das ist es eigentlich auch schon. Die genannten Funktionen sollten auf allen mit iOS 10 kompatiblen Geräten verfügbar sein.

Display

Interessanter ist, was Apple in den neuen iPhones verbaut hat. Durch „Wide Color Gamut“-Technologie sollen sowohl die Kamera als auch das Display aufgewertet werden. Einfach gesagt kennt das iPhone nun mehr Farbnuancen und kann somit kräftigere Farben darstellen. Bei LCD Displays, wie im iPhone verbaut, wird der mögliche Farbraum maßgeblich durch die Hintergrundbeleuchtung beeinflusst. Eine Möglichkeit ist es daher die einfachen weißen LEDs, welche üblicherweise Verwendung finden, durch solche in den Grundfarben Rot, Grün und Blau zu ersetzen. Uns liegen bisher jedoch keine Informationen darüber vor, welchen Weg Apple gewählt hat.

Die neue Messaging App in iphoneOS 10, auf dem Iphone 7.

Kamera

Neben dem größeren Farbumfang (nicht mit HDR zu verwechseln) wurde die Kamera grundsätzlich überarbeitet. Das iPhone in der Standardausführung verfügt nun über einen optischen Bildstabilisator, wie er bisher den „plus“-Versionen vorbehalten war. In seiner dritten Iteration erhält besagtes iPhone plus daher eine duale Kamera, wie wir sie bereits bei verschiedenen Android-Smartphones gesehen haben. Apple geht jedoch einen neuen Weg. Es handelt sich grundsätzlich um zwei identische Kameras, jedoch besitzt eine Kamera ein „2-fach“-Teleobjektiv. Das iPhone 7 plus beherrscht also optisches Zoomen. In Kombination mit dem altbekannten Digitalzoom lässt sich so eine zehnfache Vergrößerung erreichen. Durch den optischen Zoom ergibt hierbei jedoch eine Qualität als würde man das Bild mit einem konventionellen iPhone nur 2,5-fach vergrößern. Zusätzlich kann das iPhone die zweite Kamera nutzen um den Hintergrund eines Bildes besonders Unscharf werden zu lassen und so tolle Effekte zu erzielen. Hierzu muss der neue „Portrait“-Aufnahmemodus gewählt werden. Beide Funktionen sind nicht neu und wurden bereits von verschiedenen Android-Smartphones umgesetzt (Huawei P9, HTC M8), jedoch gelingt es Apple mal wieder beides als völlig neue Errungenschaft zu verkaufen.

Den Home-Button hat Apple übrigens auch überarbeitet, dieser ist nun gar kein echter Button mehr, das haptische Feedback des Drückens wird wie bei den Touchpads der neuen Macbooks nur simuliert. Wie gut das funktioniert bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Apple hier eine klassische Schwachstelle eliminiert hat. Bei in die Jahre gekommenen iPhones gehört der Homebutton bisher zu den häufigsten Defekten.

Die neue Messaging App in iphoneOS 10, auf dem Iphone 7.

Performance – „Größer, breiter, schneller“

Der neue Prozessor des iPhones hört auf den Namen „Fusion-A10“, Fusion bedeutet, dass Apple zwei starke und zwei effiziente Kerne verbaut hat. Es wird somit nur so viel Energie verbraucht wie notwendig. Aufwändige Spiele werden auf den starken Kernen ausgeführt und verbrauchen dabei viel Energie, der Taschenrechner wiederum begnügt sich mit den schwächeren Kernen und spart somit Energie. Und ja Android-Handys nutzen diesen Trick schon seit Jahren. Kurz gesagt, das IPhone 7 ist doppelt so schnell wie sein Vorgänger und 240-mal so schnell wie das erste iPhone.

Kritik – „Nicht alles was glänzt ist Gold…“

Sicher, die neue Kamera ist toll und das bessere Display wird sicher jeden Käufer erfreuen, nicht so einfach ist das jedoch in Bezug auf den entfallenen Kopfhöreranschluss. Es handelt sich hierbei nicht um ein Feature, sondern schlicht um eine gestrichene Komponente. Apple begründet diesen Schritt mit der vermeintlich überlegenen Qualität der digitalen Übertragung über den Lightning-Port. Im Grunde handelt es sich hier jedoch um Augenwischerei. Im Folgenden möchte ich dies genauer erklären. Ein Lautsprecher und somit auch Kopfhörer besteht im Kern aus einer Membran, welche in Schwingung versetzt wird. Dieser Effekt kann NUR mit einem analogen Audiosignal erzeugt werden.

Die digitale Musikdatei auf dem iPhone muss also an irgendeiner Stelle in ein analoges Signal verwandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt ein sogenannter DAC. Bisher war dieser DAC direkt im iPhone verbaut. Das analoge Signal wurde dann durch einen Verstärker geleitet und schließlich an die Kopfhörer übertragen. Wird die Musik nun digital durch den Lightning-Port übertragen, müssen DAC und Verstärker in den Kopfhörer wandern. An der eigentlichen Signalkette ändert sich somit nichts. Wo ist das Problem? Die zusätzliche Technik macht Kopfhörer aufwendiger und damit größer, schwerer und teurer. Doch die kleinen Kopfhörer gehen schnell kaputt oder verloren. Du musst nun also jedes Mal einen speziellen Lightning-Kopfhörer kaufen.

Die Qualität der Musik ist dabei nur besser, wenn der DAC und Verstärker besser sind als die, die im iPhone direkt verbaut wären. Grade bei günstigen Ohrhörern ist dies jedoch zu bezweifeln. Die Lösung? Gute teure Ohrhörer kaufen. Okay, die kannst du dann aber nur an deinen Apple Devices mit Lightning Port verwenden. Am Laptop, MacBook oder dem Android deines Kumpels hast du Pech gehabt. Glück hat dann nur Apple, zum einen sparen die entfallenen Komponenten Herstellungskosten und zum anderen ist davon auszugehen, dass Apple an jedem produzierten Lightning-Ohrhörer durch Lizenzgebühren mitverdient.

Als Lösung des Problems präsentiert Apple den beigelegten Adapter. Doch wie könnte man verhindern, dass dieser verloren geht. Ganz einfach: man verbaut ihn fix direkt im Inneren des iPhones, doch damit wären wir wieder bei der bisherigen Lösung.

Hinzu kommt, das neue iPhone kann während ein Ohrhörer angeschlossen ist nicht aufladen, da der einzige Port ja bereits belegt ist. Abends auf dem Heimweg das Handy per Batterybank aufladen und gleichzeitig Musik hören ist dann nicht mehr möglich. Naja, du kannst natürlich Apples Batterycase nutzen, dann geht das schon, das kostet dann aber nochmal ca. 100 € und bietet die Laufzeit einer 5 € Powerbank.

Fazit – „Gemischte Gefühle beim iPhone 7“

IPhone 7 plus auf weißem Grund

Das neue iPhone bietet ein tolles Design, hat ein beeindruckendes Display und die Kamera ist großartig. Eigentlich könnte das iPhone 7 fast das perfekte Smartphone sein, wäre da nicht die Sache mit dem Kopfhörer-Anschluss. Ob es sich hier um einen Dealbreaker handelt, muss jeder potenzielle Käufer selbst entscheiden. Möglicherweise irren sich die Kritiker und wir werden den Klinkenanschluss bald so sehr vermissen wie die gute alte Diskette. Ich glaube jedoch, dass Apple sich hier einen Bärendienst erwiesen hat und viele Käufer abschreckt.

Abschließend bleibt zu sagen: Das iPhone 7 und iPhone 7 plus erhalten von uns nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung.

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Milan Stuhlsatz

Ich bin Milan und seit Anfang 2015 bei Basic-Tutorials. Wie die meisten hier interessieren mich Technik, Hardware, Software und Gaming. Daher auch meine Entscheidung Informatik zu studieren. Ich bin gebürtiger Kölner, lebe jedoch momentan in Lübeck und genieße das Studentenleben.

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