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Das Orakel von Delphi

Viele haben davon gehört, nur Wenige wissen, was es ist. Das Orakel von Delphi. Erinnert natürlich alle alternativen Hip-Hop Fans an Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi.

Doch das hat nichts mit Hip-Hoppern und tiefsinnigen Reimen zu tun, oder doch?

All das durch einen Seitensprung

Das Orakel von Delphi war das bedeutsamste Heiligtum des antiken Griechenlands. Alle, ob arm oder reich, König oder Bauer, pilgerten zu der Stätte um nach Antworten beim Orakel bitten. Das Orakel ist natürlich keine Person oder irgendeine Krake,die das Ergebnis eines Fußballspiels vorhersagen soll. Nein, dabei handelt es sich um eine heilige Stätte, in Griechenland zu Ehren Apollons erbaut wurde. Zu der Zeit war das Orakel der Nabel der Welt. Alle berühmten Persönlichkeiten suchten Rat an diesem Ort.

Und dieser Ort wurde durch einen Mythos zum Orakel. Denn laut der Sage gebar die Erdmutter Gaia die geflügelte Schlange Python, welche hellseherische Fähigkeiten besaß und an dem Ort lebte. Wie immer hängen die griechischen Mythologien alle miteinander zusammen. Denn Gaia, Großmutter von Hera, der Frau von Zeus, prophezeite ihr, dass seine Geliebte Leto ihm Zwillinge gebären würde, die ihre eigenen Kinder mit großem Abstand überlegen sein würden. Hera war ziemlich eifersüchtig und damals hat man eben noch Python um die Geliebte des Mannes zu verschlingen. Zeus verhinderte die Umsetzung des Plans jedoch und so wurden die Zwillinge Artemis und Apollon geboren. Apollon beschloss irgendwann sich für den Angriff auf seine Mutter zu rechen, reiste nach Delphi und erschlug die geflügelte Schlange Python. Das vergossene Blut übertrug die Fähigkeiten auf den Ort, Gaia verlor die Kontrolle über das Delphi Orakel und dann wurde Apollon zum Beschützer des Orakels.

Kein Orakel für Christen

Wie alles, was einmal „In“ ist, wird es auch wieder Out. Als das Christentum neue Höhen erreicht hatte, bedeutete dies das Ende des Delphi Orakels. Der römische Kaiser Theodosius hob dann irgendwann den Sonderstatus aller Orakelstätten auf. Einfach so. Man solle den Rat beim Gott suchen, schätze ich.

Phytias: Sprachrohr von Delphi

Natürlich konnten die Steine nicht sprechen und einem zu Rat verhelfen. Dafür gab es die sogenannten Pythias. Tatsächlich weibliche Priesterinnen die als Sprachrohr des Delphi fungierten und das auf Lebenszeit. Die Phytia musste vor der göttlichen Eingebung erst einmal im Wasser der heiligen Quelle Kastalia baden, um sich zu reinigen. Dann sollte sie von Nebel, der aus einer Erdspalte herauskam benebelt werden. Dadurch wurden Visionen verursacht und die Phytia fing an ekstatisch zu sprechen. Die Priester interpretierten das Ganze. Wie heute, wenn jemand „zu viel Erdgase einatmet“ und die Kumpels das Gelaber interpretieren und deuten müssen. Ursprünglich öffneten sich die Tore nur einmal im Jahr, doch das Orakel ging irgendwann so viral, dass das Angebot der Nachfrage angepasst werden musste. Somit öffnete sich das Tor schließlich einmal im Monat.

Auch wenn der Ort für alle Menschen bestimmt worden war und über alles erhaben sei, bla bla wurden natürlich auch dort gewisse Unterschiede zwischen arm und reich gemacht. Während die Adligen und Reichen eine in Reimform verfasste Vorhersage bekamen, durften die Armen nur eine Frage stellen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden konnte. Die Priester zogen dann aus einem Tongefäß eine Bohne heraus. Weiß bedeutete Ja, schwarz Nein.

Wetten, dass..?

Doch was ist das Geheimnis von Delphi? Könige, Feldherren und andere einflussreiche Persönlichkeiten erzählten den Priestern von ihren Sorgen, Geheimnissen und Strategien. Die Priester mussten dann nur noch Eins und Eins zusammenzählen und hatten einen ungefähren Plan der Entwicklung Griechenlands. Hätte es damals schon Online Wetten gegeben, hätten die Priester sicherlich viel Geld gemacht.

Gastautor

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