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Datenschutz: So können persönliche Alexa-Sprachaufzeichnungen gelöscht werden

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, das Amazon teilweise intime Sprachaufzeichnungen eines Alexa-Nutzers an einen anderen Amazon-Kunden verschickt hat. Die rund 1.700 Aufzeichnung wurden durch die in der gesamten Wohnung verteilten Echo-Geräte auch im Schlafzimmer, Badezimmer wie auch in den restlichen Räumen des Haushalts angefertigt. Als Reaktion auf diesen Datenskandal möchten viele Alexa-Nutzer die bei Amazon gespeicherten Sprachaufzeichnungen löschen, um so ihre Intimsphäre vor möglichen Verletzungen zu schützen. Basic Tutorials informiert euch darüber, welche Rechte ihr habt und wie ihr eure Sprachaufzeichnungen am schnellsten von den Servern von Amazon verschwinden lasst.

Warum hat die falsche Person die Sprachaufzeichnungen von Amazon erhalten?

Ein Amazon-Kunde hat im Rahmen der Datenschutzrechtliche Selbstauskunft nach Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Art. 15 eine Information über die bei Amazon von ihm gespeicherten persönlichen Daten verlangt. Amazon hat daraufhin dem Kunden ein ZIP-Archiv geschickt, das neben seinen persönlichen Daten zusätzlich noch 1.700 WAV-Dateien mit Alexa-Sprachaufzeichnungen enthielt, die jedoch nicht von ihm stammten. Besonders kurios an diesem Vorfall ist, dass der Kunde der die Sprachaufzeichnungen der anderen Person erhielt selbst gar keine Geräte mit Alexa besitzt. Verursacht wurde dies aller Wahrscheinlichkeit nach durch eine interne fehlerhafte Zuordnung der Dateien und eine mangelnde Prüfung vor dem Versenden. Amazon hingegen spricht von einem „isoliertem Einzelfall“ der durch einen „menschlichen Fehler“ verursacht wurde und bestreitet, dass ihr Verfahren an sich fehlerhaft ist.

Aus welchem Grund speichert Amazon Sprachaufzeichnungen unbefristet in der Cloud?

Die permanente Speicherung der Sprachaufzeichnungen ist laut Amazon nötig, um so die KI, die die Sprache verarbeitet, zu trainieren. Es soll so erreicht werden, dass die „Systeme zur Spracherkennung“ die Stimme und die Befehle der Nutzer immer besser interpretieren können, um so nach einiger Nutzungszeit auch undeutlich abgegebene Befehle verstehen zu können. Das Ziel ist es so, die natürliche Sprache der Nutzer in allen Situationen problemlos verstehen zu können.

Kann ich persönliche Sprachaufzeichnungen bei Amazon löschen lassen?

Das Löschen der persönlichen Sprachaufzeichnungen steht jedem Kunden frei, da dies laut der DSGVO sein Recht ist. Amazon hat Löschen besonders einfach gestaltet und dafür die Webseite www.amazon.de/alexaprivacy eingerichtet. Alexa-Nutzer finden dort eine Übersicht über alle Sprachaufzeichnungen in chronologischer Abfolge sowie die Option einzelne Sprachaufzeichnungen oder das gesamte Archiv zu löschen. Kritisiert werden kann hier lediglich, dass Amazon Kunden auf diese Option kaum hinweist und die Möglichkeit daher dem größten Teil der Nutzer nicht bekannt ist.

Ist die dauerhafte Speicherung der Sprachaufzeichnungen ein Verstoß gegen die DSGVO?

Die dauerhafte Speicherung der Sprachaufzeichnung ist laut mehreren Datenschutzexperten rechtlich kein Problem, wenn diese tatsächlich für das Training der KI zum Zweck der besseren Spracherkennung notwendig ist. Der Grundsatz der Datensparsamkeit sieht zwar vor, dass nicht mehr benötigte Daten nicht weiterverarbeitet werden dürfen, da die Sprachaufzeichnungen laut Amazon jedoch zum Training permanent benötigt werden, ist eine Löschung in diesem Fall auch nicht nötig.

Problematisch an dem Vorfall ist also nicht die Speicherung der Sprachaufzeichnungen an sich, sondern „nur“, dass Amazon diese ohne Erlaubnis der aufgezeichneten Personen an einen unberechtigten Dritten verschickt hat. Dies verstößt beispielsweise gegen die DSGVO-Vorgabe zur Sicherstellung einer angemessenen Datensicherheit. Außerdem wird auch die DSGVO-Vorgabe zur Übermittlung von Daten verletzt, die ausschließlich nach vorheriger Erlaubnis erfolgen darf.

Welche Geräte können Sprachaufzeichnungen über Alexa anfertigen?

Die Anzahl der Geräte die Sprachaufzeichnung über Amazon-Alexa anfertigen können ist enorm. Neben den Echo-Geräten gibt es auch noch eine Vielzahl Dritthersteller. Der wohl bekannte davon ist in Deutschland Sonos.

Wie kann erkannt werden ob Alexa eine Sprachaufzeichnung anfertigt?

Alle Amazon-Echo-Geräte sowie Geräte von Drittherstellern mit integrierter Alexa-Funktion sind nicht dauerhaft aktiv, sondern starten Sprachaufzeichnungen erst dann, wenn sie ein „Aktivierungswort“ wie „Alexa“, „Echo“, „Computer“ oder „Amazon“ hören. Laut der Amazon-Alexa-FAQ werden Sprachaufzeichnungen die ohne Aktivierungswort erfolgen nicht in die Cloud verschickt, um sie dort dauerhaft zu speichern.

Sobald ein Alexa-Gerät per „Aktivierungswort“ scharf geschaltet wurde, leuchtet während der Anfertigung der Sprachaufzeichnung ein Lichtsignal, um den Nutzer so zu zeigen, dass die Gespräche an die Amazon-Server übermittelt werden. Nachdem die Frage oder der Befehl bearbeitet wurde, wird die Sprachaufzeichnungen und die Übertragung an die Cloud automatisch beendet. Außerdem ist es möglich das Mikrofon über die in den Geräten vorhandenen Taste zu deaktivieren und so bis zur erneuten Betätigung Sprachaufzeichnungen vollständig zu verhindern.

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