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Debian Kernel für Gameserver optimieren

2. Das Modifizieren des Kernels

Ab diesem Punkt gibt es zwei Möglichkeiten mit dem Modifizieren zu beginnen. Die erste wäre mit dem Befehl $ make localmodconfig. Dieser erstellt eine Konfiguration basierend auf der eures aktuellen Systems und der dort geladenen Module.

Variante 2 ist der Befehl $ make localyesconfig. Hier wird ebenfalls eine Konfiguration basierend auf eurem System erstellt, nur hier werden die geladenen Module direkt in den Kernel eingebunden.

Für dieses Tutorial nutze ich den Befehl:

$ make localmodconfig

Beim Ausführen dieses Befehls werden eine ganze Menge Fragen angezeigt, die man alle mit der „Enter“-Taste bestätigen kann.

Wenn der Grundaufbau steht, können wir nun die grafische Konfiguration des Kernels aufrufen.

$ make menuconfig

Hier seht ihr ein recht einfach gehaltenes Menü, durch welches ihr mit den Pfeiltasten navigiert.

Als erstes nehmen wir uns das Timer subsystem vor. Dazu begebt ihr euch auf General setup ---> Timers subsystem --->

Hier angekommen ändern wir das Timer tick handling auf Full dynticks system (tickless).

Setzt mit Hilfe der Leertaste überall ein Sternchen um die Funktionen zu aktivieren. So sollte es nun bei euch aussehen:

Über die Option Number of CPUs above which large-system approach is used braucht ihr euch keine Gedanken machen.

Wir gehen dann wieder zurück in das Hauptmenü und widmen uns den IO Schedulers.

In das Untermenü gelangt ihr so: [*] Enable the block layer ---> IO Schedulers --->

Dort angekommen ändert ihr den Default I/O scheduler auf Deadline.

Und wir begeben uns wieder einmal in das Hauptmenü und definieren jetzt den Prozessor Typ sowie die Tickrate des Kernels.

Dazu gehen wir in den Menüpunkt Processor type and features --->

Hier bewegen wir uns schrittweise in der Liste nach unten bis wir folgenden Punkt gefunden haben:

Wenn ihr diesen Punkt gefunden habt, ändert ihn entsprechend eurer CPU (Generic-x86-64 für AMD und Core 2/newer Xeon für Intel).

Und weiter geht es in der Liste. Wir setzen nun das Preemption Model auf Preemptible Kernel (Low-Latency Desktop).

Wir wollen ja schließlich einen schnellen und genauen Kernel haben. Was uns dazu noch fehlt ist die Timer frequency. Diese findet ihr weiter unten im selben Menü.

Wenn ihr den Punkt gefunden habt, setzt ihn auf 1000 Hz.

Zum vorletzten mal (versprochen) begeben wir uns in das Hauptmenü und suchen nun den Menüpunkt CPU Frequency scaling auf.

Finden tut ihr ihn hier: Power management and ACPI options ---> CPU Frequency scaling --->

In diesem Menü angekommen deaktiviert ihr das Modul mit der Leertaste und könnt direkt wieder zurück ins Hauptmenü.

In den späteren Kernel-Versionen kann man die Option CPU Frequency Scaling nicht mehr deaktivieren! Stattdessen setzt ihr einfach den Default CPUFreq governor auf performance„. Diese Option befindet sich auf der selben Seite.

Und zu guter Letzt wollen wir ein paar Netzwerk-Optionen ändern.

Also begeben wir uns folgendermaßen dorthin: [*] Networking support ---> Networking options --->

Angekommen bewegt ihr euch nach unten bis zum Punkt Network packet filtering framework (Netfilter) und aktiviert es. Sollte es schon aktiviert sein, dann müsst ihr nichts daran ändern.

Als letzte Veränderung aktivieren wir noch das QoS and/or fair queueing. Wie eben kann dieser Punkt bereits aktiv sein. Sollte es nicht der Fall sein, muss er aktiviert werden.

Nachdem wir all diese Einstellungen vorgenommen haben, können wir das grafische Menü mit „Exit“ verlassen und uns dem Kompilieren widmen.

Wenn das Menü verlassen wird, fragt man euch, ob ihr die aktuelle Konfiguration speichern wollt. Beantwortet diese definitiv mit „Yes“, ansonsten könnt ihr alle Einstellungen erneut vornehmen.

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Martin Krzeminski

Moin, mein Name ist Martin, bin 25 Jahre alt und komme aus der schönen deutschen Hauptstadt Berlin. Selbst bin Ich gelernter Elektroniker für Betriebstechnik und hobbymäßiger Linux System-Administrator. In meiner Freizeit setze Ich mich viel mit Linux-Systemen auseinander und begegne dementsprechend auch vielen Problemen und versuche jene zu lösen. Ansonsten bin Ich ein einfacher Zocker der alles anspielt was er in die Finger bekommt (okay...fast alles :D). Wenn Ich mal vom PC wegkomme treffe Ich mich mit Freunden oder gehe zum Sport.

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