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Die besten kostenlosen E-Mail-Anbieter im Vergleich

Seit 1971 haben E-Mails unsere digitale Kommunikation revolutioniert. Was damals noch eine Sensation war, ist heute alltäglich geworden. Mittlerweile verwenden rund 85% aller Deutschen E-Mails im privaten und im geschäftlichen Bereich, Tendenz weiterhin steigend. Es macht also durchaus Sinn sich zu überlegen, bei welchem E-Mail-Anbieter man sich am besten aufgehoben fühlt. Hierbei stellt sich die Frage, worin sich die verschiedenen Anbieter unterscheiden und wo ihre Stärken und Schwächen verborgen liegen. Wir möchten dir die fünf bekanntesten und auch besten Freemail-Provider vorstellen, die in Deutschland genutzt werden.

Die Spitzenreiter: GMX und Web.de

Die beiden Top-Kandidaten GMX und Web.de sind die am häufigsten genutzten Freemail-Anbieter in Deutschland. Fast jeder zweite Internetnutzer wählt bei diesen ein kostenloses E-Mail-Konto. GMX und Web.de gehören beide dem 1&1-Konzern an, was an der ziemlich ähnlich aufgebauten Benutzeroberfläche in Bild 1 und 2 deutlich wird.

Die Anbieter werben darüber hinaus mit (fast) identischen Konditionen und können einen großen Vorteil beim Thema Datenschutz verbuchen: Als Initiatoren von „E-Mail made in Germany“ setzen GMX und Web.de nicht nur auf strenge Datenschutzrichtlinien und deutsche Serverstandorte, sie garantieren mit diesem Siegel auch eine sichere, verschlüsselte Datenübertragung zwischen den Nutzern und zu den Rechenzentren.

Die Registrierung eines Freemail-Kontos läuft auf beiden Seiten gleich ab. Bei GMX stehen 1,5 GB für den Postfachspeicher und 2 GB für den Cloud-Speicher zur Verfügung, außerdem können E-Mail-Anhänge mit maximal 20 MB versendet werden. Web.de bietet standardmäßig nur 1 GB für das Postfach, was leider ziemlich wenig ist.

Vorteile:

  • Deutsche Datenschutzstandards
  • Server in Deutschland
  • Verschlüsselte Datenübertragung
  • Integrierte Cloud mit 2 GB Speicher
  • Apps für Android und iOS

Nachteile:

  • geringer Postfachspeicher (1,5 GB bei GMX bzw. 1 GB bei Web.de), jedoch lässt er sich kostenlos auf 2 GB erhöhen
  • durch die weit verbreitete Nutzung sind klassische E-Mail-Adressen mit Vor- und Nachname schon vergeben

Gmail

Gmail ist der E-Mail-Dienst von Google und einer der „Global Player“ unter den Freemail-Providern. Mit einer Gmail-Adresse bekommen Nutzer automatisch Zugang zu weiteren Google-Diensten wie Google Drive (Cloud) oder Google Photos. Zusammen mit Google Drive werden zum aktuellen Zeitpunkt stattliche 15 GB Gesamtspeicher geboten – das ist natürlich schon eine ganz andere Nummer. E-Mail-Anhänge dürfen zudem bis 25 MB groß sein, was absolut angemessen ist.

Die Registrierung eines E-Mail-Kontos erfolgt einfach und schnell unter dem Gmail-Anmeldeformular und „Konto erstellen“ (siehe Bild 3). Im Übrigen hat man hier die Wahl zwischen einem E-Mail-Konto für sich selbst oder für das Unternehmen.

Bild 3

Der große Nachteil bei Gmail macht sich beim Datenschutz bemerkbar: Zwar ist eine SSL-Verschlüsselung beim E-Mail-Transport möglich, auf den Servern selbst liegen die Daten allerdings unverschlüsselt vor. Hinzu kommt, dass Google noch vor einigen Jahren die E-Mail-Inhalte für personalisierte Werbeanzeigen gescannt hat – mittlerweile, so nach eigenen Aussagen, sei dies jedoch eingestellt worden.

Vorteile:

  • nahtlose Verknüpfung an weitere Google-Dienste
  • übersichtliches Postfach
  • großer Datenspeicher (15 GB) für Postfach inkl. Cloud
  • Apps für Android und iOS

Nachteile:

  • unverschlüsselte Daten auf den Servern
  • unbekannte Serverstandorte
  • keine deutschen Datenschutz-Standards

Outlook.com

Outlook.com ist ein Freemail-Anbieter von Microsoft (Bild 4) und war bis vor einigen Jahren unter dem Namen Hotmail.com verbreitet. Nicht zu verwechseln ist der Webmail-Dienst mit dem gleichnamigen Personal Information Manager (PIM), der als Teil des Office-Pakets angeboten wird.

Bild 4

Outlook hat einen entscheidenden Vorteil für alle Microsoft-Nutzer: Nach der Anmeldung des E-Mail-Kontos steht eine ganze Reihe an weiteren Microsoft-Diensten zur Verfügung, wie beispielsweise OneNote, Office Online (z. B. Word und Excel) oder OneDrive als Cloud-Speicher. Das Prinzip ist also wie bei Google und Gmail.

Als E-Mail-Domain stehen outlook.com und hotmail.com zur Auswahl. Der Microsoft-Chat-Dienst Skype ist außerdem schon im Postfach integriert, welches mit einem modernen, strukturierten Design und 15 GB Speicherplatz ausgestattet ist – hiermit lässt sich also hervorragend arbeiten. Zusätzliche 5 GB Cloud-Speicher dürften bei den meisten Internetnutzern keine Wünsche mehr offen lassen.

Nachteile ergeben sich hier ebenfalls durch ausländische Serverstandorte und Unklarheiten darüber, wo und ob die Daten verschlüsselt auf den Servern liegen.

Vorteile:

  • sehr übersichtliches Design
  • Verknüpfung mit Microsoft-Diensten (Office-Schnittstellen)
  • großer Datenspeicher für Postfach (15 GB) und Cloud (5 GB)
  • Skype im Postfach integriert
  • Apps für Android, iOS und Windows

Nachteile:

  • unbekannte Serverstandorte im Ausland
  • keine deutschen Datenschutz-Standards

Telekom Mail

Die Telekom Mail soll auf dieser Liste nicht fehlen, da sie wie GMX und Web.de zu den Gründern der „E-Mail made in Germany“ gehört. Früher bekam man ein Postfach bei T-Online nur über einen Internetanschluss bei der Deutschen Telekom (die sogenannte T-Online Freemail), heutzutage ist der E-Mail-Dienst aber für jeden zugänglich (Bild 5).

Bild 5

Telekom Mail punktet insbesondere mit deutschen Serverstandorten, einer verlässlichen E-Mail-Verschlüsselung und einer sehr einfachen Konto-Einrichtung. Wer Telekom-Kunde ist, profitiert am meisten: Stolze 25 GB Online-Speicher sind hier über die MagentaCloud nutzbar, während Nicht-Kunden mit 10 GB Speicher haushalten müssen. E-Mail-Anhänge sind mit bis zu 32 MB möglich.

Ein Nachteil der Telekom Mail ist ihr vergleichsweise sehr geringer Postfachspeicher von nur 1 GB, der sich ohne Gebühren auch nicht weiter upgraden lässt. In Kombination mit MagentaCloud dürfte er zwar ausreichen, aber wer die Vorzüge der Cloud eher weniger nutzen will, kommt hier schon bald ans Limit.

Vorteile:

  • Deutsche Datenschutzstandards
  • Server in Deutschland
  • Verschlüsselte Datenübertragung
  • MagentaCloud mit 10 GB Speicher (bzw. 25 GB für Telekom-Kunden)
  • Apps für Android, iOS und Windows
  • Große E-Mail-Anhänge möglich

Nachteile:

  • Sehr geringer Postfachspeicher von 1 GB

Die folgende Tabelle liefert dir eine kurze und knackige Zusammenfassung aller relevanten Daten und Informationen zu den fünf aufgelisteten Freemail-Anbietern:

GMX WEB.DE GMAIL OUTLOOK.COM TELEKOM MAIL
Postfachgröße 1,5 GB 1 GB 15 GB (mit Cloud) 15 GB 1 GB
Anhanggröße 20 MB 20 MB 25 MB 20 MB 32 MB
Online-Speicher 2 GB 2 GB 15 GB (mit Postfach) 5 GB 10 GB / 25 GB (für Telekom-Kunden)
Apps Android, iOS Android, iOS Android, iOS Android, iOS, Windows Android, iOS, Windows
2-Faktor-Authentifizierung Ja Ja Ja Ja Ja
Serverstandorte Deutschland Deutschland weltweit weltweit Deutschland
POP3/IMAP Ja Ja Ja Ja Ja

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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