Smartphones, Tablets & Wearables

Die besten Wetter-Apps für Android und iOS

Der Frühling naht. Es wird wieder Zeit für Ausflüge in die Region, für Aktivitäten unter freiem Himmel, für gemeinsame Grillnachmittage im heimischen Garten. Wir genießen den Anblick sprießender Blümchen, erfreuen uns an der zarten Wärme eines Sonnenstrahls – Moment, warum regnet es denn jetzt?

Nichts geht dem Deutschen so vehement gegen den Strich wie schlechtes Wetter, vor allem dann, wenn es gar nicht angekündigt wurde. Und nichts erschüttert sein Vertrauen mehr als ein Blick auf den grauen Wolkenteppich, während ihn seine Wetter App mit heiterem Sonnenschein umgarnt. Wetter-Apps sind die kleinen Freunde und Helfer im Alltag, die uns jederzeit und überall verraten sollen, ob und wann wir mit Niederschlag, Sturmböen oder blauem Himmel rechnen müssen. Doch nicht jede App hält zuverlässige Prognosen bereit, speziell solche, die schon ab Werk in Smartphones und Tablets installiert sind. Warum das so ist und welche Wetter-Apps uns am meisten überzeugen konnten, zeigen wir in diesem Artikel.

Warum sind manche Wetter-Apps genauer als andere?

Zumindest eine Sache haben alle Wetter-Apps gemeinsam: Sie bilden ihre Vorhersagen auf der Grundlage unzähliger Wetterdaten, die aus Messungen an Wetterstationen sowie aus Radar- und Satellitenbildern generiert werden. Manche private Anbieter wie die Meteogroup betreiben zwar auch eigene Messstellen, aber das fällt im Großen und Ganzen nicht ins Gewicht. Ausschlaggebend für die Genauigkeit einer Wettervorhersage ist das zugrundeliegende Rechenmodell bei der Auswertung der erhobenen Wetterdaten.

Von diesen Rechen- oder Wettermodellen gibt es eine ganze Menge, zum Beispiel das GFS (amerikanisches Wettermodell), das ICON (vom Deutschen Wetterdienst) oder das ECMWF (Europäischen Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage). Vereinfacht ausgedrückt unterteilen sie den Globus in ein Raster aus verschieden großen Gitterpunkten, in welchen dann die jeweiligen gemessenen Daten (Temperatur, Niederschlagsmenge, Luftdruck etc.) zu einer Vorhersage zusammengefasst werden. Hierbei gilt die Regel: Je engmaschiger das Raster, desto genauer kann für die einzelnen Gitter bzw. Regionen eine Prognose erstellt werden.

Wettermodelle verwenden globale Raster zur Auswertung von Wetterdaten. Umso kleiner und kompakter die Gitter sind, umso präziser ist die Vorhersage für dieses Gebiet.

Vorinstallierte Wetter-Apps auf Android-Smartphones oder iPhones greifen oft auf internationale Wettermodelle zurück, welche für Europa eher gröbere Raster verwenden. Ein Beispiel:

Das amerikanische Rechenmodell GFS benutzt für Deutschland eine ziemlich große Maschenbreite von 28 Kilometern. Man nimmt also an, dass die Wetterlage im Umkreis von 28 Kilometern weitgehend identisch ist, was jedoch für viele Teile der Bundesrepublik nicht zutrifft. Besonders in Talregionen oder Mittelgebirgen kann das Wetter hierzulande gewaltig schwanken, teilweise so stark, dass schon im Nachbarort ganz andere Verhältnisse herrschen. Im Vergleich: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verwendet für sein Modell ICON eine Maschenbreite von 2,8 Kilometern.

Wer also zuverlässige und ortsgenaue Prognosen erhalten will, sollte von Wetterfröschen und vorinstallierten Smartphone-Apps Abstand nehmen und sich mit alternativen Wetter-Apps vertraut machen.

Die besten Wetter-Apps für Android und iOS

Wetter-Apps gibt es wie Sand am Meer, egal ob für Android oder iOS. Bei den kostenlosen Varianten sollte man jedoch gut aussortieren, wenn man nicht unter einem Hagel aus Werbeeinblendungen begraben werden will – von der Zuverlässigkeit der Prognosen ganz zu schweigen. Die drei nachfolgenden Apps haben sich über die letzten Jahre bewährt und überzeugen deshalb nicht nur mit präzisen Prognosen, sondern auch mit vielen nützlichen Features und einer hohen Benutzerfreundlichkeit. Hinweis: Die angegebenen Preise können abweichen (Stand: Februar 2020).

1. Wetter Live

Vollgepackt mit unzähligen Funktionen und abwechslungsreichen Designs präsentiert sich die Wetter App Wetter Live (Google Play Store|App Store). Die kostenlose Grundversion ist bereits mit einer Fülle an nützlichen Features ausgestattet: So erhält man neben einer aktuellen Tagesvorhersage auch eine 7-Tage-Prognose, kann das Wetter mittels Radar und Regen-Karten im Überblick behalten und bekommt alle wissenswerten Wetterinfos zum ausgewählten Standort, beispielsweise Luftdruck, Niederschlagswahrscheinlichkeit oder aktuelle und gefühlte Temperatur. Hilfreich ist außerdem ein Widget, mit dem die Wetterlage auf dem Startbildschirm angezeigt wird, ohne dass dafür die App geöffnet werden muss.

Wetter Live im Google Play Store – umfassende Features und frei anpassbare Oberflächen lassen keine Wünsche offen

Einige Funktionen sind jedoch nur über optionale In-App-Käufe erhältlich, so zum Beispiel eine erweiterte Prognose für 14 Tage oder interaktive Wetterkarten zum Heranzoomen. Die Preise dafür variieren zwischen 0,99 € und 20,99 €.

Vorteile:

  • Tagesvorhersage für jede Tageszeit oder 7-Tage-Prognose
  • Individuell anpassbares Design mit animierten Hintergründen
  • Widget zur Integration auf dem Bildschirm
  • Detaillierte und kompakte Ansichten nach Wunsch
  • Umfassende Wetterinformationen (aktuelle und gefühlte Temperatur, Windinfos, Luftdruck etc.)
  • Blitzschlag-Tracker
  • Wetterradar und Regen-Karten

Nachteile:

  • Kostenlose Version mit Werbung
  • Teures Upgrade: Pro-Version mit interaktiven Wetterkarten, Hurrikane-Warner, Werbefreiheit und 14-Tage-Prognose kostet im Jahr bis zu 20,99 €

2. Wetter.com

Wer es informativ und übersichtlich mag, wird mit der App wetter.com auf jeden Fall glücklich werden (Google Play Store|App Store). Die App basiert auf verschiedenen Wettermodellen und bezieht ihre Daten vom DWD. Ihre Besonderheit: Sie gehört zur Pro-Sieben Sat.1-Gruppe und bietet deshalb auch eigens produzierte Wettervideos an, die vom Redaktionsteam moderiert werden. Daneben punktet die App mit Wetter-Live-Cams von über 800 Standorten, Live-Regenradar und Unwetterwarnungen im gesamten Bundesgebiet. Dank ihres übersichtlichen Interfaces findet man sich schnell zurecht und erhält alle wichtigen Informationen zur aktuellen Wetterlage auf einen Blick. Die Prognosen reichen bis zu 16 Tage in die Zukunft – perfekt für jeden, der gerne länger plant. Einziges Manko an der kostenlosen Version: Werbung, soweit das Auge reicht. Abhilfe schaffen drei Pro-Versionen: 90 Tage Werbefreiheit kosten 2,99 €, 180 Tage kosten 4,49 € und 360 Tage kosten 5,99 €.

Wetter.com im App Store – intuitive Benutzerführung und jede Menge praktischer Funktionen

Vorteile und Besonderheiten:

  • Wetter-Live-Cams für Echtzeitübertragungen
  • Moderierte Wettervideos für bestimmte Gebiete
  • Live-Regenradar
  • Unwetterwarnungen
  • Übersichtliches und schickes Design
  • Wetterprognosen für bis zu 16 Tage

Nachteile:

  • Kostenlose Version ist sehr werbelastig (Pro-Version: 5,99 € für 360 Tage Werbefreiheit)

3. Wetter Online

Eine dritte und sehr bekannte Wetter App ist Wetter Online, die mit einem eigenen Wettermodell arbeitet und darüber hinaus sehr übersichtlich erscheint (Google Play Store|App Store). Tagesprognosen erhält man im Stundentakt und für einzelne Tagesabschnitte, zudem gibt es ein anschauliches 14-Tage-Wetter für größere Planungen im Voraus. Dazu werden detaillierte Wetterangaben angegeben, die unter anderem auch die Sonnenscheindauer, den UV-Index oder die Regenwahrscheinlichkeit umfassen. Es kommt aber noch besser: Wer im Urlaub ist und baden gehen möchte, findet Informationen über die örtliche Wassertemperatur. Oder bist du eher für den Wintersport zu begeistern? Kein Problem, Wetter Online liefert dir alle Skiinfos, die du benötigst. Ebenfalls beliebt ist die Angabe zur Pollenbelastung, um alle Heuschnupfengeplagten darüber zu informieren, wann sie ihr Taschentuch besser in Reichweite haben sollten.

Optionale In-App-Käufe bieten die Möglichkeit, monatlich (0,99 €) oder jährlich (6,99 €) von Werbemaßnahmen verschont zu bleiben.

Wetter Online im App Store – mit besonderen Features wie Pollen- und Skiinfos ist Wetter Online eine der beliebtesten Wetter-Apps überhaupt

Vorteile:

  • Präzise Wettervorhersagen für bis zu 14 Tage
  • Live-Wetterradar für weltweite Echtzeit-Einblicke
  • Umfassende Wetterinformationen (auch Sonnenauf- und untergang, UV-Index)
  • Push-Nachrichten bei Unwetterwarnungen
  • Spannende WetterTicker für Infos rund um die Uhr
  • Wetter Widget für einen schnellen Überblick
  • Praktische Infos zur Pollenbelastung und zum Wintersport (Schneefall, Pistenverhältnisse)

Nachteile:

  • Viel Werbung in der kostenlosen Variante (Pro-Version: 6,99 € im Jahr für Werbefreiheit)

… und ein kleines Nachwort zu WeatherPro

Der Spitzenreiter bei einer Vielzahl von App-Vergleichen und Tests ist WeatherPro (Google Play Store|App Store), eine App, die schon seit über 10 Jahren in den Stores vertreten ist und eine große Fangemeinde gewonnen hat. Wir haben uns lange überlegt, ob wir die App noch unter den besten Wetter-Apps aufführen oder nicht. Hintergrund ist der, dass sie mittlerweile nicht mehr viel mit der Originalversion gemein hat, nachdem sie 2019 unter Android komplett neu aufgesetzt wurde. Kritik gab es reichlich, mancher wagte sogar zu behaupten, die App hätte damit ihren Tiefpunkt erreicht. Trotz zahlreicher Updates und Optimierungen erntet WeatherPro weiterhin schlechte Kritik, ein Ende scheint nicht in Sicht. Wir fürchten daher, dass sich die App selbst vom Thron gestoßen hat, sind aber gespannt darauf, wie sich Meteogroup in den kommenden Monaten mit den Reanimationsmaßnahmen schlägt – möglicherweise kann WeatherPro bald wieder in altem Glanz erstrahlen. Für 2020 ist nun erst einmal die neue Version für iOS angekündigt.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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