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Die Standards von morgen: Was sind HDR und HDR+?

Wenn wir heute ein TV-Gerät oder einen Monitor kaufen, werden uns die wildesten Begriffe und neuesten Technologien um die Ohren geworfen, von denen der Durchschnittskäufer allenfalls am Rande gehört hat. HLG, HDR, HDR+, Dolby Vision, so heißen sie, die Standards von heute und morgen, die uns die realistischsten Videos präsentieren, die wir je gesehen haben. Sie alle definieren sogenannte Kontrast- oder Dynamikbereiche, in welchen die Bilder oder Videos dargestellt werden. Es geht hierbei also nicht um die Auflösung, sondern um den Umfang des Farbraums. Je höher dieser ist, desto kontrastreicher und ansprechender wird das Bild.

Von SDR zu HDR – mehr Kontrast, mehr Tiefe

Bis dato wurden klassische Fernseher üblicherweise mit SDR (standard dynamic range) dargestellt, was einen Kontrastbereich zwischen 6 und 8 Bit liefert, also maximal 256 Helligkeitsstufen pro Farbkanal. Seit einigen Jahren, genauer gesagt seit der CES 2015, ist nun HDR in aller Munde. HDR-Video steht für high dynamic range und nutzt eine Farbtiefe von 10 Bit, weshalb man auch von HDR10 spricht.

Als offener und lizenzfreier Standard hat sich HDR bereits in vielen Bereichen etabliert, vor allem bei den Streaming- und Videoportalen wie Amazon Prime Video, Netflix oder YouTube. Beim Fernseherkauf solltest du allerdings darauf achten, ob das Gerät tatsächlich mit dem HDR10-Standard vermarktet wird oder nur „HDR-kompatibel“ ist. Letzteres wird häufig als Verkaufstrick bei älteren oder günstigeren Geräten genutzt, welche statt eines 10-Bit-Panels zum Beispiel nur 8 Bit verbaut haben. Die Qualität eines echten HDR-Geräts wird so nicht erreicht.

Einen großen Nachteil hat die Technologie allerdings: Sie arbeitet nur mit statischen Metadaten. Zur Erklärung: Jedes Video schickt Metadaten an das entsprechende Fernsehgerät oder den Monitor, auf dem es abgespielt wird, um diesem die optimalen Darstellungswerte zu vermitteln. Sind diese statisch, gelten sie für alle Szenen des Videos gleichermaßen – es wird also nicht zwischen dunkleren oder helleren Szenen unterschieden. Um diesen Nachteil auszubügeln, wurde HDR+ geschaffen.

HDR+ gehört zu den High-End-Standards der Zukunft

HDR+ oder auch HDR10+ setzt auf dynamische Metadaten und damit noch mehr Qualität bei den Bildern. Auf diese Weise kann der Farbraum an die Helligkeit von Szenen und sogar von Frame zu Frame optimal angepasst werden. Ein Beispiel zwischen den beiden Technologien siehst du im folgenden Bild:

Unterschied HDR und HDR+ / Quelle: Panasonic

HDR+ hat absolutes Zukunftspotenzial, ist aber momentan noch kaum anzutreffen. Die von Samsung entwickelte Technologie wurde 2017 erstmals angekündigt und lässt sich bislang nur für manche Blu-Rays und Amazon Video-Inhalte nutzen. Da es allerdings auch lizenzfrei zur Verfügung steht und bereits von Filmstudios wie Warner Bros oder 20th Century Fox unterstützt wird, dürfte es in naher Zukunft eine ziemlich bedeutende Rolle spielen. Damit könnte es dem größten Konkurrenten, nämlich Dolby Vision, möglicherweise einen Schritt voraus sein.

Dolby Vision basiert ebenfalls auf einer „Frame-by-frame“-Technologie und kann sogar mit einer stattlichen Farbtiefe von 12 bit (das sind 4096 Kontraststufen!) punkten – rein leistungstechnisch ist es damit die beste Technologie, die es aktuell gibt. Warum konnte sich Dolby dann bisher nicht durchsetzen? Viele sehen hierfür zwei Hauptgründe: Zum einen sind die Lizenzkosten für die Verwendung von Dolby Vision extrem hoch, zum anderen gibt es momentan so gut wie keine Endgeräte mit 12-bit-Panels. Es bleibt spannend, wie sich die beiden High-End-Standards in den nächsten Jahren entwickeln. Bis dahin wird uns HDR wohl erst einmal genug beschäftigen.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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