Peripherie Testberichte

Endgame Gear XM1 – Gaming-Maus mit unerwarteten Stärken

Praxis

Als Sensor dient der Endgame Gear XM1 der PMW 3389. Das bewährte High-End-Modell von Pixart deckt den Bereich bis 16.000 DPI ab. In der Praxis leistet der Sensor eine hervorragende Arbeit: Alle Mausbewegungen werden exakt übertragen, Verzerrungen oder andere Auslesefehler gibt es nicht – auch bei schnellen Aktionen werden Bewegungen präzise umgesetzt.

Eine unerwartete Stärke der Maus offenbar sich bei der Ergonomie: Trotz des symmetrischen Designs liegt die XM1 ausgesprochen angenehm in der Hand. Laut Endgame Gear eignet sich die Maus für alle drei gängigen Grifftechniken, und in der Tat liefert sie hier überall ein gutes Bild ab.

Empfehlen würden wir sie insbesondere für den Claw- und den Fingertip-Grip, doch auch im Palm-Grip ist mit der XM1 ein schnelles, präzises und ermüdungsfreies Spielen möglich. Lediglich wer ein, für seine Hände, sehr gut passendes Einhanddesign gefunden hat, darf eine bessere Ergonomie erwarten. Ansonsten braucht sich die Maus, trotz des symmetrischen Aufbaus, vor keinem anderen Modell zu verstecken.

Bei den Maustasten liefert XM1 eine Standardlösung ab, die dafür hochwertig ausgeführt ist: Verbaut werden Omron-Switches mit einer Lebensdauer von 50 Millionen Betätigungen, die laut Hersteller „selektiert“ sein sollen. Das soll für ein ähnliches Klickgefühl bei beiden Haupttasten sorgen, und in der Tat ist dieses bei der XM1 nahezu identisch – das ist nicht bei allen Gaming-Mäusen der Fall. Auch der Druckpunkt der beiden Nebentasten, die beide im Einsatz leicht zu erreichen sind, ist sehr ähnlich.

Zusätzlich wirbt Endgame Gear mit einer analogen Ausmessung der Taster, die eine schnellere Erkennung von Eingaben ermöglichen soll. Da diese aufgrund der ohnehin extrem niedrigen Latenzen in Gaming-Mäusen nur schwer bis unmöglich zu messen ist, können wir uns hier nur auf die Aussagen des Herstellers beziehen.

Laut Endgame Gear sollen digitale Sensoren aufgrund der Prellzeit von Tastern eine nur begrenzte Auslesegeschwindigkeit haben. In der Tat ist das Prellen von Tastern ein häufig auftretendes Problem: Nach dem Einschalten schwingt das Metall hin und her und der Kontakt ist abwechselnd geschlossen und geöffnet. Zur Größenordnung: Cherry garantiert für die eigene MX-Reihe eine Entprellzeit von maximal 5 Millisekunden, erst danach kann das Signal sicher ausgelesen werden.

Endgame Gear möchte dieses Problem durch eine analoge Messung lösen, die nicht nur den An- und Auszustand erkennen kann, sondern die resultierende, anliegende Spannung misst. Dadurch soll das Drücken einer Taste deutlich früher erkannt werden. Das Unternehmen spricht von unter einer Millisekunde für die interne Verarbeitung, was gegenüber anderen Mäusen mehrere Millisekunden im Vorteil sein soll.

Software

Trotz fehlender Beleuchtung spendiert Endgame Gear der XM1 eine Konfigurationssoftware. Diese kann über die Website des Herstellers heruntergeladen und schnell sowie ohne Registrierungszwang installiert werden. Das Tool bietet ein übersichtliches, modernes UI das schnell auf Eingaben reagiert – hier ist das Unternehmen auf der Höhe der Zeit. Bei den Softwareoptionen wird aber leider Potential verschwendet.

Die Einstellungsmöglichkeiten des Sensors sind vielfältig: Die vier DPI-Profile können im Bereich zwischen 50 und 16.000 DPI auf 50 DPI genau eingestellt werden, und für jedes Profil kann man eine von acht Farben festlegen. Zusätzlich lässt sich die Hubhöhe von 2 auf 3 mm erhöhen und eine Software-Nachbearbeitung der Kurven einschalten. Hier kann man kaum etwas bemängeln.

Bonuspunkte verschenkt Endgame Gear allerdings bei der Tastenzuweisung, denn diese bietet nahezu keine Funktionen. Es lassen sich lediglich Tasten deaktivieren. Neuzuweisungen oder Makros sind nicht möglich. Das mag auf eSports-Events mit besonderen Regeln und auch für viele Spieler zwar nicht relevant sein, doch ist es schade, dass der Hersteller diese Option nicht trotzdem bietet – denn sie würde nichts kosten. Der verbaute Mikrocontroller dürfte problemfrei in der Lage sein, auch andere Befehle an den PC zu senden, und ein Speicherzugriff besteht über die DPI-Einstellung ja ohnehin.

Somit bietet die Software unterm Strich ein sehr leicht zu lernendes und für Spieler wohl in den meisten Fällen komplett ausreichendes Paket ab, das allerdings ohne Mehraufwand noch ein Stück besser sein könnte.

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