Spiele Testberichte

Evolve – die hochgelobte Monsterjagd

Evolve möchte mit einer sehr futuristisch anmutenden Monsterjagd überzeugen und hat sogar diverse Preise auf der E3 und der Gamescom abgeräumt. Wir möchten euch im Test zeigen, ob sich das Spiel wirklich lohnt oder ob die Erwartungen einfach zu hoch angesetzt sind.

Vier kleine Jägerlein und ein sehr groß geratener Mutant treffen in Evolve aufeinander und obwohl die Parteien nicht unterschiedlicher sein können, haben beide eine ausgeglichene Chance auf den Sieg.

Bevor es an die Online-Jagd geht, sollte ein Training im Solo-Modus keine schlechte Idee sein. Hier treten wir in den Matches gegen KI-Gegner an. Eine Story gibt es nicht wirklich, außer der Pseudohandlung um die Evakuierung des Planeten Shears, die sich immer und immer wieder wiederholt, also völlig nebensächlich ist. Die KI ist jedoch sehr stark und so lässt sich Evolve auch im Offline-Modus schnell lernen. Natürlich kam es vor, dass die KI mal einfach gegen die Wand gelaufen ist. Manchmal ist es aber auch nötig, dass sich das Team aufteilt, aber…Pustekuchen – die Bots laufen einem einfach nach. Dafür machen sie wenigstens das gut, was ja auch im Online-Modus wichtig sein kann, wenn ein Spieler fehlt oder ausgestiegen ist.

Nach einigen Übungsspielen war es dann soweit – der Online-Modus ruft. Anders als in der Big Alpha (wir berichteten hier und hier), liefen die Server zum Release einwandfrei und ohne großartige Probleme. Leider sind die Ladezeiten in Evolve relativ lang, das liegt aber einfach daran, dass Evolve auf der Cry Engine basiert.

Der wohl am meisten gespielte Modus ist „Jagd“. Ein Match dauert im besten Fall zwischen 10 und 20 Minuten (wir hatten auch schon extrem lange Spiele). Das Jäger-Team gewinnt indem es das Monster tötet. Das Monster hingegen muss entweder alle Jäger ausschalten oder, sobald es Stufe 3 erreicht hat, ein Relais zerstören. Die ganze Angelegenheit wird so richtig interessant, wenn man die taktische Tiefe betrachtet. Auf Stufe 1 ist das Monster relativ schutzlos. Der geübte Spieler sucht also erstmal das Weite und frisst sich hoch bis er evolvieren kann. Jetzt müssen die Jäger das Monster wirklich jagen. Fußspuren, Kadaver oder umgestürzte Bäume verraten euch Details in welche Richtung das Monster ungefähr unterwegs ist.

Trifft man auf das Monster, welches wahrscheinlich schon Stufe 2 oder höher ist, kommt es auf’s Zusammenspiel an. Jeder Spieler hat mit seiner Klasse eine klar definierte Rolle. So muss der Damage Dealer sich komplett auf das Monster fixieren und so viel Schaden wie möglich verursachen. Der Trapper kann das Monster mit einer mobilen Arena temporär gefangen halten und durch Harpunen oder spezielle Granaten verlangsamen. Der Supporter teilt zwar auch viel Schaden aus, muss sich aber auch um seine Teammitglieder kümmern. Hank zum Beispiel kann euch mit seiner Shield Gun ein schützendes Schild verpassen. Und ein weiteres sehr wichtiges Mitglied ist der Medic. Der Medic ist für die Heilung zu ständig und wird wahrscheinlich das primäre Ziel des Monsters werden.

Das Monster spielt sich ein bisschen klobig. Nicht ganz perfekt kontrollierbare Sprünge, ein hackendes Umdrehen oder Unklarheiten, an welchen der Vorsprünge wir nun springen können. Alles kleine Details, die zum Beispiel Anfänger extrem abschrecken können. Es bringt aber riesig Spaß sich vor den Jägern zu verstecken und es bringt auch nicht selten den ein oder anderen Adrenalinschub, wenn man als Stufe 1 Monster in einer Hölle steht und die Jäger an einem vorbeilaufen. Neben dem Goliath, dem ersten Monster, gibt es noch zwei weitere – den Kraken und den Wraith. Diese haben unterschiedliche Fähigkeiten, sowie unterschiedliche Stärken und Schwächen.

Mama-Monster kommt nicht alleine!

Ein wichtiges Feature ist der Evakuierungs-Modus. Dieser Modus vereint alle vier Spielmodi und bietet komplexere Aufgaben, wie das Suchen nach vermissten Menschen, Verteidigung eines Evakuierungsschiffs oder dem Zerstören von Eiern, die dem Monster Verstärkung bieten sollen. Diese Modi könnt ihr derzeit auf 16 verschiedenen Maps spielen, den Modus mit der Verteidigung aber nur auf vieren davon. Neue Maps will Turtle Rock aber kostenlos nachliefern. Abwechslung bieten die Karteneffekte. Turtle Rock verspricht über 800.000 Kombinationen von Effekten, die sich je nach Ausgang einer Map zusammensetzten. Gewinnt ihr als Monster die Karte mit dem Damm, werden vielleicht „Aale“ in den Gewässern auf den nächsten Karten lungern.

Das Leveldesign bietet aber einiges. Die Größe erinnert an Maps von Battlefield. Doch auch die Aufmachung haut uns um. Viele Details und Eigenheiten auf den verschiedenen Karten und auch die Thematik kommt gut an. Auch erfahrene Spieler benötigen Zeit um sich auf den Karten auszukennen und zu wissen, wo man sich als Monster gut verstecken kann.

Jetzt kommen wir zum schmerzhaften Teil, der die Bewertung von Evolve enorm runterzieht. Nicht nur ich, sondern auch ein Großteil der Community, sind dieser Meinung. Die Rede ist hier vom DLC-Konzept von Evolve. Mittlerweile hausiert sogar schon der Spitzname „DLC-Bomber„. Evolve gibt es für die Xbox One, die Playstation 4 und den PC. Dabei gibt es verschiedene Versionen, die je nach Plattform zwischen 50 und 70 Euro liegen. Die Standardfassung kommt nur mit dem Spiel ohne irgendwelche Extras. Als Vorbesteller erhaltet ihr schon ein viertes Monster, welches, falls später erworben, 15 Euro im Shop kosten soll. Dazu kommen weitere Monster, die genau so viel kosten sollen und weitere Jäger, die mit 8 Euro pro Jäger auch nicht gerade billig sind. Skins für Jäger und Monster kosten „nur“ 2 Euro. Sparen kann man da mit einem Season Pass, der je nach Plattform zwischen 20 und 25 Euro kosten soll. Ich glaube der Name „DLC-Bomber“ triffts eigentlich ganz gut.

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Lukas Heinrichs

Mitgründer von Basic-Tutorials.de und leidenschaftlicher Zocker und zusätzlich noch Redakteur für den Blog, hält mich meistens mein Arbeitsleben von Unmengen an Artikel ab.

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