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Facebook – Mediensperre für australische Inhalte

Nachdem in Australien nun die Linksteuer angekündigt wurde, reagiert Facebook mit einer Mediensperre. Nutzer und auch Verlage können keine Inhalte australischer Medien mehr teilen und diese werden auch nicht angezeigt.

Facebooks Mediensperre wird bereits umgesetzt

Die Reaktionen auf die Linksteuer in Australien könnten unterschiedlicher nicht sein. Facebook sieht in einer radikalen Strategie die richtige Reaktion auf die angekündigte Linksteuer. Google dagegen einigte sich mit der Murdochs News Corporation. Die Social-Media-Plattform blockiert nun einfach alle australischen Medien. Außerdem werden auch die Inhalte internationaler Medien den australischen Nutzer von Facebook nicht mehr angezeigt. Facebook hat mit den Maßnahmen nach Berichten bereits begonnen. Damit will das US-Unternehmen auf den geplanten Medienkodex reagieren. Nach dem Medienkodex sollen Anbieter wie Facebook und Google mit den registrierten Nachrichtenangeboten erst in Verhandlungen treten, bevor sie solche Nachrichteninhalte auf ihren Seiten zur Verfügung stellen bzw. eine Interaktion ermöglichen. Unter diesen Interaktionen werden zum Beispiel Verlinkungen verstanden. Die totale Mediensperre hatte Facebook bereits im vergangenen Jahr angekündigt, nun hat sich das Unternehmen dazu entschlossen seine Ankündigung in die Tat umzusetzen.

Google geht einen anderen Weg

Um den Anwendungen des Medienkodex zu entgehen, hat Google in den letzten Tagen schnell noch Vereinbarungen mit den australischen Verlagen getroffen. Am Mittwoch fand Google mit der News Corporation des Australiers Rupert Murdoch eine Einigung. Durch die Einigung zwischen den beiden Unternehmen wird nicht nur eine Beteiligung am Programm News Showcase vorgesehen, es soll zudem auch eine gemeinsame Abo-Plattform aufgebaut werden. Die Einnahmen der Plattform werden dann geteilt.

Facebook zieht die angekündigte Sperre vor

Facebook sieht in dieser Strategie nicht die richtige Reaktion. Mit der Mediensperre will die Social-Media-Plattform klarstellen, dass der Medienkodex „in fundamentaler Weise die Beziehung zwischen unserer Plattform und Verlagen, die sie zum Teilen von Nachrichteninhalten verwenden, missversteht“. Zudem stellt Facebook klar, dass die Medien wesentlich mehr von den sozialen Netzwerken, als die Netzwerke selbst profitieren. In einem Blog wird diese Aussage noch untermauert: „Im vergangenen Jahr hat Facebook rund 5,1 Milliarden kostenlose Verweise an australische Verlage im Wert von schätzungsweise 407 Millionen australischen Dollar (302 Millionen Euro) generiert“. Das soziale Netzwerk mache dagegen einen eher geringen Gewinn, da nur rund 4 Prozent der im Newsfeed angezeigten Inhalte Nachrichten sind.

Um die Mediensperre umzusetzen, will Facebook eine Kombination von Technik verwenden, damit der Zugriff der australischen Medien unterbunden wird. Werden durch die Sperre Inhalte versehentlich entfernt, so hat das Unternehmen hierfür ebenfalls Verfahren vorgesehen. Der Zugriff auf die Facebook-Präsenz wird für die australischen Medien nicht komplett eingeschränkt, bestimmte Funktionen werden weiterhin nutzbar sein.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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