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gamescom 2017: Mit Shadow einen High-End-PC übers Internet mieten?

Shadow ist mein persönliches Hardwarehighlight der gamescom 2017. Von dem Cloud-Computing-Dienst wird man in der Zukunft wahrscheinlich noch viel hören. Für fast 30 € im Monat bekommt man bei dem Dienst einen High-End-PC, der aber nicht zuhause steht, sondern Rechenleistung übers Internet liefert. Ob das funktionieren kann? – ich bin zunächst skeptisch. Die französischen Entwickler von Blade tun ihr Bestes, um meine Skepsis zu lösen.

Schließt man ein Abonnement bei Shadow ab, bekommt man ein Gerät nach Hause geliefert, an dem Monitor, Tastatur, Maus und Co. angeschlossen werden können. Jenes hat die firmeneigene Hardware verbaut und sei deshalb ein sehr guter Ersatzcomputer. Aber man braucht die kleine Box nicht einmal unbedingt. Der Dienst ist auch als App für Android und iOS abrufbar, moderne Fernseher lassen sich auch ohne Zusatzgeräte wie Amazon Fire-Stick oder Apple-TV verbinden. Das bisher nur in Frankreich verfügbare Shadow soll im 4. Quartal von 2017 auch in weiteren europäischen Ländern wie Deutschland verfügbar sein. 2018 soll dann der Zugang für die ganze Welt folgen.

Der Test

Vernünftiges Zocken über die Verbindungen des Internets kann gar nicht möglich sein. Ich erwarte laggs, delay und bestenfalls schlechte Spiele, die mit dem Dienst laufen. Im Test darf ich auf dem Betriebssystem Windows 10 zwischen mehreren Spielen wählen, ich entscheide mich für Battlefield 1. Ich schaue noch einmal kurz die Grafikeinstellungen durch, möchte den 4K-Monitor natürlich mit 144 Hz bespeisen, setze die Einstellungen des Spiels auf Maximum und lege los. Das Ergebnis habe ich so nicht erwartet. Das Spiel läuft flüssig, ich merke zunächst keinen Unterschied zu dem Gamingrechner zuhause und überprüfe, ob die Hardware nicht doch mit einem Computer verbunden ist. Das ist nicht so, alle Geräte stecken in der Shadowbox und laufen über das beanspruchte Internet der Kölnmesse.

Es gibt bei der Leistung wirklich nichts zu beanstanden, keine Ruckler. Wir gehen dann weiter zum Fernseher, wo ich auf einem Playstationcontroller dort weiterspiele, wo ich aufgehört habe. Wenig später fahre ich auf einem uralten Laptop fort. Es bleibt dabei, es gibt nichts zu beanstanden. Leider konnte ich das Ganze nur im Singleplayer testen und mit keiner Software auswerten. Ob das System also tatsächlich in allen Bereichen mit einem Gaming-PC oder modernen Konsolen mithält, kann also nicht ganz bewiesen werden. Ich bin fürs erste sehr überrascht, meine Skepsis möchte aber Zahlen und Benchmarks.

„free the user from a device“

Das Hauptziel sei es, den Benutzer von einem einzelnen, statischen Gerät zu lösen. Den Dienst kann man überall dort mithinnehmen, wo man auch gutes Internet hat. Der Wechsel zwischen Fernseher, Shadow-Station, Smartphone, Macbook und Laptop hat in der individuellen Messepräsentation der gamescom hat jedenfalls reibungslos geklappt. Der Spielstand musste nicht einmal neu geladen werden, sondern war sofort verfügbar. Mit Shadow ist man mobil und kann sogar auf Chromebooks, sehr schlechten Geräten oder dem Smartphone alle aktuellen Spiele auf den höchsten Einstellungen zocken.

Die Vorteile

Der Trend ist besonders interessant in einem Zeitalter, in dem 4K und VR aufblühen und die Anforderungen an Hardware immer weiter anwachsen. Wenn man zwischen mehreren Orten pendelt, möchte man nicht immer seinen Computer mitschleppen, die Mobilität ist ein großer Vorteil bei dem Dienst. Shadow kann Xbox, Playstation und Gaming-PC ersetzen. Die Kosten, die für die Instandhaltung und Anschaffung guter Geräte anfallen, reichen schon aus, um die monatliche Gebühr über mehrere Jahre zu tragen. Die Server würden immer auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten werden, man hat selbst kaum Arbeit oder neu anfallende Kosten für Upgrades. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Maschine wird nicht durch niedrigere Uploadraten gehemmt, denn der Upload der Server liegt bei 1 Gb/s. Weitere Vorteile sind der gesparte Strom, es gibt keine lauten PC-Lüfter und im Sommer erzeugt man entsprechend weniger warme Umluft.

Es scheint noch einige Haken zu geben – wir fragen nach

Wie sieht es mit der Datensicherheit aus?

Shadow sei der Computer des Benutzers, ihm gehören auch die Daten. Datenschutz schreibe man sehr groß und alle Daten seien mehrfach verschlüsselt. Auch gegen DDOS-Angriffe und ähnliches sei man bestens gerüstet. Es sei deutlich schwieriger die Server zu hacken als einen lokalen Computer des Benutzers.

Wie ist die Uptime, was für eine Internetleitung brauche ich genau?

Der Service war noch nie down. Falls es Probleme mit einem Server gibt, wechselt das intelligente System sofort auf einen anderen Server, der Spieler bekommt davon nichts mit. Man brauchte vorher zunächst eine Internetleitung von 400 Mbit/s für eine High-End-Performance. Man habe den Dienst nun soweit optimiert, dass jetzt eine Leitung von 50 Mbit/s gleiche Ergebnisse liefert. Der Dienst ist aber natürlich nichts für sehr schlechtes Internet, Shadow kann in einem Intervall von 10-50 Mbit/s genutzt werden. Wie zuverlässig die Leistung ist, wird besonders nach dem anstehenden Launch interessant. Ein guter Server reicht nämlich nur für eine begrenzte Menge an Benutzern aus.

Es gibt leider derzeit keine Anpassungsmöglichkeiten. 256 GB Speicher würden mir nicht reichen, was also, wenn ich etwas konfigurieren möchte?

Man sieht ein, dass die Speicherkapazität noch nicht ausreicht. In der Zukunft werde es Optionen geben, entsprechende Pakete hinzufügen zu können. Auch eine Familienlizenz könne man sich vorstellen.

Die technischen Daten von Shadow:

  • Windows 10 Home Edition
  • Intel Xeon mit 8 Threads
  • Dedizierte High-End-Grafikkarte
  • 12 GB RAM
  • 256 GB Storage
  • 1 Gb/s Internetverbindung

Weitere Informationen gibt’s hier

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Marlon Haupt

Meine Begeisterung für Gaming und meine Neugierde für Hardware führten mich 2015 zu Basic-Tutorials. Neben eigenen Projekten im Bereich CS:GO entwickelte ich Interesse am Verfassen einiger Beiträge für den Blog. Dieser gibt mir fortan eine Plattform, um unverfälschte Produkttests und News über für mich ansprechende Themen zu verfassen. Ich gebe gerne Hilfestellungen und entwickle eigene Rezensionen.

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