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Google plant „Play Pass“ genannte App-Flatrate

Im 21. Jahrhundert kaufen Menschen nur noch selten Dinge, die sie haben möchten – vor allem, wenn es sich dabei um digitale, nicht greifbare Güter handelt. Sie leihen sie lieber aus und erhalten vergünstigten, vorübergehenden Zugang. Google möchte diesem Trend nun neuen Stoff liefern und plant eine App-Flatrate. Gegen eine monatliche Gebühr könnten Nutzer Zugang zu allen eigentlich kostenpflichtigen Apps im Play-Store des Konzerns erhalten.

Die Funktionsweise der Flatrate, die wohl „Play Pass“ genannt werden wird, ist einleuchtend. Ähnlich wie bei anderen Medienverleihdiensten erwirbt der Nutzer die Inhalte nicht. Sie werden gegen Bezahlung einer monatlichen Gebühr jedoch für seine Geräte freigeschaltet. Konkret würde dies bedeuten, ein Nutzer würde für einen vergleichsweise geringen Betrag Zugang zu mehr als 2,5 Millionen kostenpflichtigen Apps erhalten.

Unklar ist, ob auch sämtliche In-App-Käufe, die beispielsweise das Entfernen von Werbung oder den Zugriff auf Premium-Elemente ermöglichen, in der Flatrate enthalten sein werden. Ist dies nicht der Fall, wäre ein hoher Preis für die Flatrate kaum zu rechtfertigen. Prinzipiell will Google mit der Flatrate wohl vor allem Nutzer ansprechen, die generell nicht bereit sind, für die Nutzung einer einzelnen App Geld zu bezahlen.

Ein Blick in den Play-Store offenbart, dass Google sich hiermit aller Wahrscheinlichkeit nach eine große Zielgruppe erschließen könnte – bisher werden überwiegend kostenlose Apps heruntergeladen, die sich durch In-App-Käufe, die wiederum nur von einem Bruchteil der Nutzer in Anspruch genommen werden, finanzieren.

Letztendlich dürften von der Flatrate also in einem gewissen Maße auch Entwickler vergleichsweise hochpreisiger Apps profitieren, die aufgrund der geringen Bereitschaft, für derartige Anwendungen zu bezahlen, bisher kaum Umsätze verzeichnen können, obwohl die App prinzipiell auf Interesse stößt – hier könnten die Nutzungszahlen nach dem Zugang über die Flatrate in die Höhe schnellen. Generell steht jedoch zu vermuten, dass Google einen Großteil der Flatrategebühr behalten wird.

Weiterhin ist nicht klar, wie teuer die Flatrate sein soll. Der monatliche Preis wird auch davon abhängig sein, ob alle Funktionen inklusive der eigentlich kostenpflichtigen In-App-Käufe enthalten sein werden.

Google würde mit dem „Play Pass“ in jedem Falle eine Vorreiterrolle einnehmen. Hat das Konzept Erfolg, ist mit einem baldigen Nachziehen Apples zu rechnen. Die weiteren Entwicklungen – vor allem das Interesse der Nutzer an einer solchen Flatrate – können also mit Spannung beobachtet werden. Wird das Angebot angenommen, könnte Google eine Revolution des App-Marktes anstoßen.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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