Smartphones, Tablets & Wearables

Grundlagenwissen zu LTE (4G) und wertvolle Praxis-Tipps

Router, Antennenkoppler oder Repeater

Am einfachsten wäre natürlich eine Antennenbuchse an den Geräten, an die das Antennenkabel angeschraubt oder gesteckt werden könnte. Leider werden aber an den Tablets und Smartphones schon seit geraumer Zeit keine Antennebuchsen mehr angebracht. Deshalb bleibt nur die Einspeisung des Antennensignals über Router oder Antennenkoppler (passiv oder als aktive Repeater) übrig.

Es gibt Antennenkoppler für Smartphones und für Tablets. Das Empfangsgerät wird auf den Koppler gelegt und erhält dadurch das Signal. Über die Luft wird in nächster Distanz das Signal an das Tablet abgegeben. Da diese Einspeisevariante allerdings nicht sehr effektiv ist, wurden auch Koppler mit eingebautem Mobilfunkverstärker entwickelt. Mit diesen aktiven Kopplern werden die Dämpfung des Kabels und die Übertragungsverluste zum Tablet komplett kompensiert. Der Empfang wird also mindestens so gut wie außerhalb des Gebäudes.

Nachteil dieser Variante ist die Bindung an das Antennenkabel. Mit dem Tablet, das man sich ja nicht an das Ohr halten muss, kann man recht praktikabel arbeiten. Telefonieren funktionert allerdings besser über Headset oder Bluetooth. Bedauerlicherweise gibt es die aktvien Koppler nur für 3G/ HSPA+.

Die wesentlich elegantere Lösung ist der Anschluss eines Verstärkers an das Antennenkabel. Dieser Booster bzw. Repeater nimmt das von der Außenantennen empfangene Signal auf, verstärkt es und gibt es in das Gebäude ab. Diese Repeater gibt es für alle Frequenzbereiche und Netze als Einzelrepeater oder im Mix von verschiedenen Frequenzen. Ebenso gibt es verschiedene Leistungsklassen. Auf diesem Wege können sowohl ein einzelner Raum, wie ein Büro im Keller oder eine Motoryacht, wie auch große Gebäude und Hallen versorgt werden. Je nachdem wie groß das Objekt ist, können mehrere Innenantennen eingesetzt werden. Damit erhält man eine gleichmäßige Verteilung des Signals im gesamten Gebäude.

In Deutschland werden die Repeater von den Netzbetreibern nicht gern gesehen. Laut dem § 55 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ist die Nutzung untersagt. Die Repeater dürfen verkauft werden und der Kunde darf diese Repeater auch besitzen. Er muss sich aber bewusst sein, dass er gegen diese Vorschrift verstößt, wenn das erzeugte „Pseudo-Netz“ die hauptnetze der Betreiber stört bzw. beeinflusst.

Da vielerorts aber gar keine andere Möglichkeit existiert, werden die Repeater, wenn diese im Mobilfunknetz keine Störungen verursachen, geduldet. Die heutigen Repeater besitzen automatische Leistungskontrolle und bei Fehlern in der Installation (Rückkopplungen) schaltet sich der Repeater selbst ab. So sind Störungen nahezu ausgeschlossen.

Die 3. Möglichkeit, um trotz schlechten Empfangs im Gebäude mobil ins Internet zu gehen, ist die Nutzung eines LTE-WLAN-Routers. Der LTE-Router erhält das Empfangssignal ebenfall über die außen montierte Antenne. Der große Vorteil eines solchen Routers ist die vorhandene Antennenbuchse. Dadurch kann das Antennensignal optimal genutzt werden und es gibt keine zusätzlichen Koppelverluste. Das Smartphone und das Tablet werden über WLAN mit dem Router verbunden. So kann wieder eine Mobilität im Gebäude erreicht werden. Nachteil dieser Variante ist die Notwendigkeit einer zusätzlichen Mobilfunkkarte. Halten sich dauerhaft mehrere Personen in dem WLAN Bereich auf, nutzen auch alle gemeinsam einen einzigen Internetzugang. Das monatliche Volumen beschert also ggf. zusätzliche Kapazitätsporbleme, die man von vorn herein mit einkalkulieren muss.

LTE-fähige Mobilfunk-Router gibt es mittlerweile sowohl für private als auch für industrielle Zwecke. Allerdings hält sich die Auswahl noch in Grenzen und sowohl die Leistungsdaten als auch die funktionelle Dimensionierung überzeugen häufig nur bedingt. Während wir von billigen Import-Produkten dringend abraten, sind z.B. die FRITZ!Box 6840 LTE oder für etwas dezentere Anforderungen die FRITZ!Box 6810 LTE von AVM einen genaueren Blick wert. Hier lohnt es sich aber in jedem Fall, eine kompetente Beratung bei Mobilfunk-Experten in Anspruch zu nehmen.

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Olaf Hennig

Olaf Hennig gründete 1996, nach seinem Elektrotechnik-Studium an der Uni Dresden und seinem Abschluss als staatlich geprüfter Techniker für Datenverarbeitungstechnik am DAA-Technikum Jena, das Unternehmen Funk & Telefonsysteme Hennig e.K.

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