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Huawei will Chips zukünftig selbst fertigen

Um sich von anderen Herstellern unabhängig zu machen, setzt Huawei zukünftig auf eine Eigenproduktion, wenn es um die Chips geht. Allerdings ist hier vorerst nur eine Fertigung im 45 nm Verfahren möglich.

Vorerst keine High-End-Chips

Der Handelssttreit zwischen den USA und China geht auch an Huawei nicht spurlos vorbei. So sah sich das Unternehmen beispielsweise mit dem Problem konfrontiert, dass der jahrelang kooperative Chiphersteller TSMC eine weitere Produktion verneinte. Nun tritt Huawei die Flucht nach vorne an. So möchte das Unternehmen zukünftig selbst seine Chips herstellen. Hierdurch möchte sich Huawei von anderen Herstellern unabhängig machen. Doch auch Huawei muss hier klein anfangen. Obwohl der Konzern schlussendlich High-End-Chips herstellen möchte, kann er vorerst nur Chips im 45 nm Verfahren fertigen.

Huawei möchte Unabhängigkeit

Huawei ließ seine Pläne zur Eigenproduktion auf Weibo verbreiten. Das in China beliebte soziale Netzwerk nutzte der CEO, um der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass sein Unternehmen nun eine eigene Halbleiter-Fertigung einrichtet. Bereits Ende 2020 soll es Huawei damit möglich sein, Chips herzustellen, die eine Strukturbreite von 45 nm haben. Die Unterstützung von US-amerikanischen Unternehmen benötigt Huawei dann nicht mehr. Bislang waren sie dabei stets auf Technologie aus den Vereinigten Staaten angewiesen. Zwar wird vorerst nur eine 45 nm Fertigung möglich sein, Ziel ist es jedoch diese noch um ein 28 nm Fertigungsverfahren zu erweitern.

Irgendwann möchte Huawei High-End-Chips wie den Kirin 990 selbst fertigen können.

Der Hersteller braucht Geduld

Obwohl es sich bei Huawei um ein gigantisches Unternehmen handelt, werden auch sie erst einmal die passende Technologie aufbauen müssen. Aus diesem Grund wird es eine Weile dauern, bis Huawei SoCs herstellen wird, die mit der großen Konkurrenz mithalten können. Hierbei könnten sogar Jahre ins Land ziehen. So dauerte die Entwicklung vom in 45 nm gefertigten Snapdragon S2-SoCs zu erst kürzlich veröffentlichten 5 nm Chips beispielsweise stolze zehn Jahre. Ein Vorteil von Huawei ist sicherlich, dass die Weiterentwicklung aufgrund von bereits vorhandener Technik etwas schneller gehen wird. Dennoch werden sie vorerst nicht so effektiv arbeiten können, wie der Chip-Gigant TSMC. Dieser hatte erst kürzlich als Reaktion auf angedrohte Sanktionen seitens der USA die Zusammenarbeit mit Huawei aufgekündigt. Experten gehen davon aus, dass Huawei in frühestens fünf Jahren mit der Technik von TSMC gleichauf sein könnte.

Hohe Kosten

Ein großes Fragezeichen steht noch immer hinter der Finanzierungsstrategie von Huawei. Schließlich wird es horrende Kosten schlucken, selbst eine Chipherstellung aufzubauen. Die Alternative, in den chinesischen Chiphersteller SMIC zu investieren, wäre hier vielleicht der schlauere Schachzug gewesen. SMIC fertigt Beispielsweise den HiSilicon Kirin 710 A. Es scheint als möchte sich Huawei aufgrund der immer brenzligeren politischen Situation zwischen USA und China alle Wege offen halten.

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Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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