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IFA 2020: Huawei auf Sparflamme

Eigentlich wartete Huawei in den vergangenen Jahren stets mit spannenden Überraschungen bei der IFA auf. Doch dieses Jahr läuft einiges anders. So konnte das gigantische Unternehmen aus China keine neuen Produkte vorstellen. Komischerweise ist daran nicht Corona schuld.

Die guten Taten Huaweis

Technische Innovationen hatte Huawei bei der diesjährigen IFA nicht zu bieten. Trotzdem hatte der Konzern aus Fernost bei seiner Präsentation einiges zu erzählen. Dabei stand das Thema „weiße Weste“ ganz klar im Fokus. Schließlich beweihräucherte sich Huawei in Eigenregie. Hierbei wurde deutlich gemacht, dass dank des Unternehmens in Europa 220.000 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, wie Walter Ji (Huaweis Chef für das Geschäft in Europa) deutlich machte. So plane das Unternehmen, noch 2020 acht Flagship-Stores und mehr als 40 weitere Ladengeschäfte zu öffnen. Hier möchte Huawei wohl einen ähnlichen Weg wie Apple mit seinen Apple Stores einschlagen.

Darüber hinaus hat das Unternehmen jede Menge technisches Equipment gespendet. So erhielten Schulen und andere Bildungseinrichtungen mehrere Hundert Tablets. Die von der Corona-Krise schwer gebeutelten Regionen Norditaliens erhielten von dem chinesischen Unternehmen sogar medizinische Schutzausrüstung. Huawei war es offensichtlich auch sehr wichtig, das Thema Datenschutz anzusprechen. Nach eigenen Angaben hat dies für das Unternehmen oberste Priorität. Lieber würde Huawei einen Store schließen, als einen Kunden auszuspionieren. Aufgrund des US-Embargos sieht sich Huawei gezwungen, die eigene Infrastruktur stetig auszubauen. Nach eigenen Angaben scheint dies dem Unternehmen zu gelingen. So steigt die Anzahl der im hauseigenen Store verfügbaren Apps stetig. Mittlerweile arbeiten 1,6 Millionen Entwickler an passenden Apps für Huaweis Store.

Nichts Handfestes vorgestellt

Vorfreude ist ja bekanntermaßen die schönste Freude. Oder etwa nicht? Viele Fans des chinesischen Konzerns schauten bei der Präsentation leider in die Röhre. So wurde kein neuer Prozessor, geschweige denn ein neues Smartphone angekündigt. Vor allem letzteres ist wirklich enttäuschend. Da in den kommenden Wochen ohnehin die Vorstellung des neuen Mate 40 bzw. P 40 ansteht, hätte Huawei zumindest einen kleinen Teaser preisgeben können. Doch man darf Huawei hier keinen großen Vorwurf machen. Schließlich leidet das Unternehmen derzeit nicht nur unter den Folgen der Corona-Krise. Auch das US-Embargo macht dem chinesischen Konzern noch immer schwer zu schaffen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer

Die diesjährige IFA war für Huawei wohl mehr ein Anlass, um ein Lebenszeichen von sich zu geben. Und das taten die Chinesen im großen Stil. Obwohl sie keine Neuheiten vorstellen konnten, wiesen sie einen großen Messestand vor. Leider sind alle ausliegenden Produkte bereits auf dem Markt erhältlich. Scheinbar macht Huawei gute Miene zum bösen Spiel. Trotz unverändert erfolgreicher Zahlen auf dem chinesischen Markt hat es das Unternehmen unglaublich schwer, gegen das US-Embargo anzukommen. Schließlich scheinen die Branchen-Könige Apple Store und Google Play Store nahezu uneinholbar für Huawei. Die App Gallery habe aber mittlerweile Amazon hinter sich gelassen und steht nun auf Platz 3 der verfügbaren Onlineshops für Apps.

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Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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