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Industrie 4.0 – wie bleiben Unternehmen konkurrenzfähig?

Längst stellt sich für Unternehmen nicht mehr die Frage, ob sie sich auf den Prozess der Digitalisierung einlassen sollen. Die Frage lautet fortan, wie dieser Prozess gestaltet werden kann. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, das war einst die prophetische Warnung Michail Gorbatschows an Erich Honecker. Natürlich gilt sie auch im Umgang von Unternehmen mit disruptiven Technologien wie dem Internet und damit dem Symbol, das alle als Erstes mit der Industrie 4.0 verbinden. Moderne IT-Prozesse müssen gemeistert werden, doch wie soll das geschehen?

Jede disruptive Technologie wirbelt die hergebrachten Hierarchien in der globalen Wirtschaft durcheinander. Nach vorne spülen sich die Unternehmen, die sich auf die neuen Bedingungen am besten einstellen. Das sind Streamingdienste wie Netflix, E-Auto-Hersteller wie Tesla und Fintechs wie N26 aus Berlin. Zurück bleiben Unternehmen mit verknöcherten Strukturen, die sich zu stark auf ihre Erfahrungswerte verlassen und Neuerungen wenig aufgeschlossen sind. Verlierer der Industrie 4.0 werden die sein, die Veränderungen eher als Risiko denn als Chance begreifen und unternehmerisch entsprechend defensiv handeln.

Mit Vollgas durch die Wertschöpfungskette

Eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft ist das Service Management System – eine ITSM-Software mit niedrigen Kosten, hohem Nutzen, effizienter Wirkung und langen Lebenszyklen. Das ITSM beinhaltet alle Maßnahmen, die IT-Effekte für das Unternehmen nutzbar zu machen. Es erstreckt sich ebenso auf die betrieblichen Abläufe im Zusammenhang mit der Informationstechnologie sowie mit den Prozessen entlang der Wertschöpfungskette rund um alle möglichen relevanten logistischen Fragestellungen.

Berücksichtigt wird bei der Interaktion zwischen Mensch und Maschine der einzelne Mitarbeiter als gleichberechtigtes Glied dieser Kette. Damit verbunden ist ein Paradigmenwechsel, dass nicht mehr der Mensch für die Maschine da zu sein hat, sondern die Maschine so funktionieren soll, dass der Beschäftigte mit seinen menschlichen Stärken und Schwächen damit am besten umzugehen weiß. Das Ziel ist die intuitive Navigation, die so leicht und selbsterklärend ist, dass der Mitarbeiter die Management-Software derart virtuos zu verwenden weiß, als verschmelze er mit der von ihm genutzten IT-Technologie zu einer Einheit. Auf diese Weise wird jeder Mitarbeiter zu einem kompetenten Service Manager.

Weitere Schlüsseltechnologien?

Weitere Schlüsseltechnologien, die für Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung immer wichtiger werden, wurden in einer ISG-Studie zutage gefördert. Dabei handelt es sich um die Bereiche Data Analytics, Virtual und Augmented Reality, Digital Twin und Near Real Time Netzwerke. Spontan würden außerdem viele Unternehmen von der KI (Künstliche Intelligenz) sprechen, die bereits heute beim Kundenkontakt zum Einsatz kommt und das Service-Personal entlastet.

Digital Twin bezieht sich auf die Option, Produkte vor dem Release mit allen Sinnen zu erleben, um noch besser Optimierungen vor der Fertigstellung vornehmen zu können. Die Near Real Time Netzwerke stehen wiederum in einem engen Zusammenhang mit dem neuen Kommunikationsstandard 5G. Sie sollen die Kommunikation ohne Latenzzeiten ermöglichen und während der Produktion die Zusammenarbeit aller Teilnehmer beim Produktionsprozess in Echtzeit sicherstellen. Weitere wichtige Aspekte sind Clouds, Robotic, Schwarmintelligenz und fahrerloses Fahren.

Lebenslanges Lernen und das 70:20:10-Modell

Seit der Zäsur des Zweiten Weltkriegs schreitet die globale Entwicklung in einem atemberaubenden Tempo voran. Schon seit mindestens zwei Generationen wird in diesem Zusammenhang von der parabelförmigen Entwicklung gesprochen. Tatsächlich gehen manche Experten davon aus, dass sich das menschliche Wissen heute bereits binnen eines Jahres verdoppelt. Zum Vergleich: 1950 brauchten die Menschen 50 Jahre, um ihren Wissensschatz auf das doppelte Niveau zu hieven. Auch hier gilt: Wer sich auf sein Schulwissen verlässt, der wird abgehängt.

Lebenslanges Lernen für Mitarbeiter wie Führungskräfte ist das Gebot der Stunde. Dass dabei die formale Fortbildung nicht der Königsweg sein muss, zeigt das berühmte 70:20:10-Modell des US-Centers for Creative Leadership. Nach diesem Modell eignen sich Mitarbeiter 70 % ihrer Fähigkeiten durch die betrieblichen Arbeitsabläufe an. Learning by Doing hat somit für die persönliche Weiterentwicklung im Betrieb den höchsten Stellenwert. 20 % aller Weiterentwicklungen hängen schließlich mit dem Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten zusammen. Nur 10 % aller Fortschritte basieren schließlich auf traditionellen Fortbildungen in Form von Seminaren, Fachliteratur und Coaching.

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