Spiele für PC & Konsole

Little Nightmares: Das kleine Horrorabenteuer im Test

Drei Jahre war das Spiel in der Schmiede, ursprünglich unter dem Titel „Hunger“ angekündigt, und nun wurde es endlich veröffentlicht: Little Nightmares. Alles wichtige zu dem Horror-Plattformer vom Indi-Entwickler Tarsier Studios erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Zuvor sei gesagt: Ich habe die PC-Version des Spiels gespielt, einmal mit Gamepad und einmal Maus und Tastatur. Unterschiede zu den Konsolenablegern sind mir allerdings nicht bekannt.

Story

In Little Nightmares übernimmt der Spieler die Rolle eines neunjährigen Mädchens namens Six, welches durch ungeklärte Umstände an einem Ort namens „der Schlund“ gelandet ist. Die Existenz des Schlundes hat nur einen Sinn: Seine Gäste zufriedenzustellen. Diese haben nämlich Hunger. Und zwar so sehr, dass sie auch vor Kannibalismus nicht zurückschrecken.

Und wer nun eins und eins zusammenzählen kann, dem wird sich eröffnen, dass kleines Mädchen + Kannibale nicht die beste Zusammenstellung für das persönliche Wohlergehen ist. Also besteht ein großer Teil unserer Erkundungstour durch den Schlund daraus, uns vor seinen Mitarbeitern und Gästen zu verstecken.

Es gibt in dem Spiel keine Dialoge und auch die Interaktionen mit NPCs sind stark beschränkt. Little Nightmares erzählt seine Geschichte lediglich in Bildern und das sogar sehr eindrucksvoll. Die Geschichte ist simpel gehalten, was bei der relativ kurzen Spielzeit auch nicht weiter verwunderlich ist. Ein zentrales Element treibt sie an: Hunger. Ob nun die Antagonisten Heißhunger auf kleine Mädchen haben oder Six’ eigener Magen knurrt, grundlegend ist immer jemand auf der Suche nach Essen.

Hierbei wird uns öfters unter die Arme gegriffen, ob nun von anderen Kindern oder den kleinen, liebenswerten Wichteln, die uns immer wieder im Laufe des Spiels begegnen. Diese sind auch die einzigen NPCs, mit denen wir friedlich interagieren können. Indem wir sie umarmen. Neben dem anzünden von Lampen ist das die einzige Möglichkeit, mit der wir ihnen helfen oder einen Gefallen tun können.

Das Ende des Spiels ist schockierend und durchaus ein wenig verstörend. Allerdings ergibt es trotztdem Sinn und ist relativ leicht verständlich (was bei Horrorgeschichten ja nicht unbedingt der Fall sein muss…). Allerdings bleibt auch jede Menge Raum offen für Spekulationen und Theorien.

Gameplay

Little Nightmares gibt uns eine überschaubare Anzahl an Werkzeugen in die Hand. Wir können springen, schleichen, klettern und Dinge greifen und diese tragen. Zudem haben wir bereits zu Spielbeginn ein Feuerzeug, welches wir jederzeit anzünden und damit die Dunkelheit um uns herum erleuchten können. Und vertraut mir, das wollt ihr.

Den Großteil des Spiels verbringen wir damit, Rätsel zu lösen um uns einen Weg in die Freiheit zu bahnen. Hierbei müssen wir natürlich unentdeckt bleiben, denn wir sind keine Kämpfer. Diese variieren von der Schwierigkeit her zwar ein wenig, aber nichts woran ich persönlich mir zu lange die Zähne ausbeißen musste. Notfalls kommt man mit rumprobieren auch recht gut durch, man hat dann lediglich einige Tode mehr zu verzeichnen.

Zwischendurch gibt es in dem Spiel einige zusätzliche Dinge einzusammeln und optionale Räume, die wir betreten können, allerdings bringt einem das relativ wenig außer dem tollen Gefühl, ein Spiel zu 100% abgeschlossen zu haben.

Einziger Makel: Das Spiel speichert automatisch. Heißt, es kann durchaus passieren, dass ihr bestimmte Abschnitte mehrmals spielen müsst, solltet ihr direkt danach sterben. Das kann an gewissen Stellen durchaus frustrieren. Zudem ist die Kameraführung an einigen Stellen etwas ungünstig gewählt, wodurch gerade das Zielen mit Gegenständen oder Ranspringen an Seile oder Ähnliches durchaus schwierig werden und mehrere Anläufe brauchen kann.

Grafik

Das erste, was einem an Little Nightmares auffällt, ist natürlich der grafische Aspekt. Dieser hat sich gänzlich vom Realismus verabschiedet, wodurch es dem Spiel – gepaart mir dem grandiosen Soundtrack – leichtfällt, eine düstere und teils skurrile Atmosphäre aufzubauen. Die Charakterdesigns, gerade die der Antagonisten, wirken so, als wären sie geradezu einem Tim Burton-Film entsprungen. In dieser düsteren Welt strahlt Six mit ihrem gelben Regenmantel ganz besonders, was auch gut so ist. Denn an einigen Stellen im Spiel zoomt die Kamera so weit heraus, dass wir nicht mehr von Six sehen als einen kleinen, gelben Punkt. Letzten Endes sind wir für die meiste Zeit auch nicht mehr. Wir bewirken wenig, wir retten keinen unserer Mitgefangenen, vor den Antagonisten fliehen wir meistens nur und unsere Hauptaufgabe besteht darin, unsere eigene Haut zu retten. Aber das ist auch nicht weiter schlimm, schließlich spielen wir ein kleines Kind. Und Kinder müssen keine Helden sein.

Die Umgebung selber ist sehr detailliert und liebevoll gestaltet. Auch die Interaktionen mit Gegenständen finden zahlreich statt. Wenn wir über eine Matratze laufen, gibt diese nach, laufen wir durch eine Pfütze, hinterlassen wir danach Fußspuren. Objekte bewegen sich, wenn wir gegen sie laufen, zerbrechliche wie Vasen oder Krüge gehen kaputt und so weiter.

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Katharina Mundt

Ich bin Katharina Mundt, stamme aus Lübeck und bin seit meiner Kindheit ein riesiger Fan von Videospielen. Mittlerweile bin ich zweiundzwanzig Jahre alt und studiere in meinem Geburtsort.

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