Spiele für PC & Konsole

Mount & Blade 2: Bannerlord: Was lange währt, wird endlich Early Access

Gameplay: Wie funktioniert Bannerlord?

Mit Bannerlord kommt eine neue Weltkarte, denn das Spiel handelt gut 200 Jahre früher als Warband. Dadurch gibt es andere Königreiche, Städte und Dörfer als im Vorgänger. Zu Beginn teilen sich acht Fraktionen die Spielwelt: Drei Königreiche bilden das Calradische Imperium und fünf Königreiche die Invasoren, die dem Imperium Calradia streitig machen wollen.

Wie wir uns selbst in diese Welt integrieren wollen ist uns freigestellt: Es gibt weder vorgeschriebene Wege noch vorgeschriebene Ziele. Als rein optionale Stütze existiert aber eine Main-Quest, bei der man sich um den Erhalt oder Sturz des Imperiums kümmern soll. Wie schon Warband ist auch Bannerlord ist sehr vielschichtig: Städte und Dörfer treiben Handel, Fraktionen führen Krieg und zwischen den einzelnen Charakteren gibt es Freund- und Feinschaften, die das Spielgeschehen beeinflussen.

Wer in Calradia mitwirken will, der braucht vor allem Einfluss – sei es durch ein hohes Ansehen, viel Geld oder gute Kontakte. All diese Punkte kann man einzeln ausbauen: Man kann durch Handel und Raub zu Geld kommen, durch Freundschaften zu verschiedenen Charakteren Kontrolle gewinnen oder sich in den Adelsstand zu erheben und als Vasall oder gar König agieren.

Unumstößliche Entscheidungen gibt es dabei ebenso wenig wie in den Vorgängern: Man kann beispielsweise das unterstützte Königreich auch wieder verlassen und danach sein eigenes gründen, oder die Politik ganz an den Nagel hängen und jederzeit als Raubritter durch die Karte ziehen. All das ist ganz dem Spieler überlassen.

Der Einstieg ist in Bannerlord, wie von älteren Teilen gewohnt, schwer: Zu Beginn ist man alleine und sehr schlecht ausgerüstet, wer hier ein Held sein will muss sich das hart erarbeiten. Bewegt man sich ohne entsprechende Vorsicht auf der Karte, so ist man gefundenes Fressen für die Zahlreichen Plünderer- und Banditentrupps, die umherirren. Das Spiel ist dabei schonungslos: Stärkere Gegner greifen gnadenlos an und haben nicht die Freundlichkeit, sich wie in anderen Spielen einzeln dem Spieler zu stellen. Wer alleine in eine Gruppe Soldaten reitet oder sich ungeschützt einem Pfeilhagel aussetzt, ist in wenigen Sekunden tot.

Abseits von Banditen tummeln sich erneut auch andere Fraktionen auf der Spielwelt: Karawanen und Dorfbewohner transportieren Waren zwischen den Ansiedlungen und Adelige bewachen mit ihrem Heer ihr Land oder schließen sich zu Armeen zusammen und machen sich an eine gewaltsame Zwangsenteignung eines Nachbarkönigsreich. Zumindest derzeit sind die Gruppen dabei identisch zu Warband: Neue Kategorien gibt es nicht.

Auch das Kampfsystem von Bannerlord bleibt in vielen Punkten identisch zum Vorgänger: Wie von RPGs gewohnt können Waffen und Rüstungen frei gewählt werden, und auch ob man auf dem Pferd oder zu Fuß ins Feld zieht ist einem freigestellt. Das Kampfsystem lässt sich dabei in recht kurzer Zeit lernen, sodass man problemfrei gegnerische Angriffe parieren und zurückschlagen kann. Zumindest am Anfang sollte man sich aber auf Rückschläge gefasst machen.

Besser statt neu

An vielen Kernpunkten ändert sich somit, gegenüber dem Vorgänger, nur wenig. Doch es gibt auch einige neue Gameplay-Mechaniken: Beispielsweise haben alle Städte und Dörfer nun mehrere eigene Charaktere, für die man Aufgaben absolvieren kann. Das Verhältnis zu diesen Charakteren bestimmt außerdem, wie viele und welche Soldaten man rekrutieren kann. Wer oft seine Armee ersetzen muss, sollte hier also nicht nachlässig sein.

Ebenso neu ist die Währung „Einfluss“, die für Abstimmungen im eigenen Königreich eingesetzt wird. Durch sie kann man mehr am eigenen Königreich mitwirken; Vasallen verstoßen oder enteignen und über Gesetze abstimmen, die sich auf das gesamte Königreich auswirken. Dadurch hat man nun wirklich das Gefühl mitzugestalten, wohingegen Warband hier immer etwas undurchsichtig war. Zusätzlich gibt es nun nicht mehr die Königreiche allein, sondern auch Familienclans. Begründet man selbst einen solchen, kann man noch mehr Macht erhalten.

Eine besonders wichtige Änderung gegenüber Warband sind außerdem die Schlachten: Bei Belagerungen stehen nun verschiedene Belagerungswaffen zur Verfügung, die frei ausgewählt und platziert werden kann. Zudem steigt für alle Gefechte steigt die Maximalanzahl der Soldaten von bislang maximal 150 auf bis zu 1.000 Soldaten. Dadurch sind jetzt beeindruckende Schlachten möglich, die durch die verbesserten Taktik-Kommandos auch besser gesteuert werden können.

Die KI wurde dabei deutlich aufgebohrt. Sie hat zwar immer noch einige Macken, doch verhalten sich die Soldaten nun in vielen Punkten realistischer. Es ist eine Freude, den Bogenschützen beim Belagern einer Burg zuzusehen: Endlich suchen diese Deckung und verstecken sich hinter Steinen und hölzernen Schutzwänden. Schwächen gibt es aber auch in Bannerlord noch: Beispielsweise erwarten einen hinter einem durchbrochenen Burgtor zwar Soldaten, aber diese verhindern nicht immer das Eindringen in die Burg, sondern sie verteidigen nur sich selbst.

Das waren nur die gravierendsten Neuerungen gegenüber Warband – im Detail gibt es natürlich noch viele weitere. Beispielhaft nennen wollen wir hier das deutlich zugänglichere Inventar-System und die viel besser gestalteten Level. Im Kern ist Bannerlord aber immer noch nahezu dasselbe Mount & Blade wie man es seit Jahren kennt, wenn auch in einer deutlich aufgehübschten und verbesserten Form. Gerade der Blick zurück zu Warband zeigt dabei, wie entsetzlich das alte Spiel nach heutigem Maßstab eigentlich aussieht, und wie viele Möglichkeiten man beim Wechsel zurück vermisst. Bannerlord kann also durchaus als lohnendes Upgrade angesehen werden.

Trotzdem nutzt Taleworlds die Möglichkeiten derzeit noch nicht vollständig aus: Es fehlen noch einige Neuerungen um das Gameplay perfekt zu machen, z. B. Allianzen mit einzelnen Lords oder Königreichen. Doch man darf nicht vergessen, dass Bannerlord eben noch im Early Access und deshalb weit vom fertigen Spiel entfernt ist. Viele Änderungen dürften also noch kommen, und Taleworlds ist seit Release fleißig damit beschäftigt Fehler zu beheben und das Balancing anzupassen.

Auch neue Features sind geplant, Taleworlds hat z. B. angekündigt, dass einige Dialoge noch eine Sprachausgabe erhalten werden. In der Main-Quest ist diese teilweise schon enthalten. Wem das nicht genug ist, der kann wie schon in Warband durch Mods nachhelfen. Diese gibt es bereits in zahlreichen Variationen: Von kleinen Problemfixes bis hin zu neuen Spielmechaniken ist da alles dabei.

Vorherige Seite 1 2 3 4 5Nächste Seite

Was denkst du über das Thema? Hier geht es zu den Kommentaren!

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"