Acemagic F9A: 2-Liter-Mini-PC mit Ryzen AI Max+ 395 und 126 TOPS

Philipp Briel
Philipp Briel · 6 Min. Lesezeit
Acemagic F9A
Bild: Acemagic

Acemagic hat mit dem F9A seinen bisher stärksten Mini-PC vorgestellt: Ein nur 2 Liter großer Aluminium-Würfel mit AMDs Topchip Ryzen AI Max+ 395, bis zu 128 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und einer kombinierten KI-Leistung von 126 TOPS. Das Gerät zielt klar auf KI-Entwickler, Kreative und alle, die maximale Rechenleistung auf minimaler Stellfläche wollen. Einen offiziellen Preis nennt Acemagic bislang nicht – der F9A läuft aktuell als Pre-Launch.

Das Wichtigste in Kürze

  • AMD Ryzen AI Max+ 395 (Strix Halo): 16 Kerne, 32 Threads, Radeon 8060S iGPU (RDNA 3.5)
  • Bis zu 126 TOPS KI-Leistung aus CPU, GPU und NPU – die XDNA-2-NPU allein liefert bis zu 50 TOPS
  • Bis zu 128 GB LPDDR5X-8000 Unified Memory, zwei M.2-PCIe-4.0-Slots
  • OCuLink für externe Grafikkarten, dazu 2× USB4 (40 Gbit/s), HDMI 2.1, 2× 2,5-GbE-LAN, Wi-Fi 7
  • Kompaktes 2-Liter-Gehäuse (158 × 158 × 85 mm) aus CNC-Aluminium, eigener Copilot-Knopf
  • Preis und Marktstart in Deutschland noch offen (Pre-Launch)

Ryzen AI Max+ 395: Strix Halo im Mini-PC-Format

Herzstück des Acemagic F9A ist der Ryzen AI Max+ 395, AMDs derzeit stärkster mobiler Chip aus der Strix-Halo-Familie. Er bringt 16 Zen-5-Kerne und 32 Threads mit sowie die potente integrierte Grafikeinheit Radeon 8060S auf RDNA-3.5-Basis. Damit lassen sich laut Acemagic aktuelle Spiele auch ohne dedizierte Grafikkarte flüssig spielen – für einen Mini-PC ohne Extra-GPU ist das eine Ansage.

Die gleiche Plattform kennst du eventuell aus anderen Geräten: AMD selbst verkauft mit dem Ryzen AI Halo einen vergleichbaren Mini-PC in den USA für 3.999 US-Dollar, und auch Konkurrenten wie GMKtec (EVO-X2), Beelink oder Framework setzen auf Strix Halo. Der Chip taucht mittlerweile in fast 30 verschiedenen Mini-PC- und Workstation-Modellen auf. Aus derselben AMD-Familie stammt übrigens auch der Ryzen AI Max+ 388, den wir kürzlich im OneXPlayer X2 Mini Pro gesehen haben.

126 TOPS: Was hinter der KI-Leistung steckt

Acemagic bewirbt den F9A mit „bis zu 126 TOPS AI Power“. Wichtig zur Einordnung: Dieser Wert ist die kombinierte Rechenleistung aus CPU, GPU und NPU. Die dedizierte KI-Einheit – eine XDNA-2-NPU – steuert davon bis zu 50 TOPS bei. Genau dieser NPU-Wert ist relevant, wenn Windows-Funktionen oder Software gezielt die NPU ansprechen.

Acemagic F9A
Bild: Acemagic

Der eigentliche Trumpf für lokale KI ist aber der Speicher: Bis zu 128 GB LPDDR5X-8000 werden als Unified Memory zwischen CPU und GPU geteilt. Dadurch lassen sich laut Hersteller große Sprachmodelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern lokal ausführen. Ob das flüssig läuft, hängt in der Praxis stark von Quantisierung und Modellformat ab – realistisch ist der F9A damit eher ein Experimentier- und Inferenz-Werkzeug als ein Trainingsrechner. Für einen 2-Liter-Kasten bleibt das trotzdem beeindruckend.

Anschlüsse: OCuLink, Dual USB4 und viel Ausstattung

Bei der Konnektivität geizt Acemagic nicht. Neben zwei USB4-Ports mit 40 Gbit/s – etwa für externe NVMe-SSDs oder hochauflösende Displays – gibt es einen OCuLink-Anschluss. Über den kannst du eine vollwertige Desktop-Grafikkarte anbinden, wenn dir die iGPU nicht reicht. Wer will, macht aus dem leisen Büro-Mini-PC so eine Gaming-Maschine.

Dazu kommen HDMI 2.1, zwei 2,5-Gigabit-LAN-Ports, drei USB-A-Anschlüsse mit 10 Gbit/s, ein SD-4.0-Kartenleser und eine 3,5-mm-Klinke. Drahtlos funkt der F9A per Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4. Über die beiden USB4-Ports lassen sich bis zu vier unabhängige 8K-Displays ansteuern. Ein 4-Mikrofon-Fernfeld-Array mit KI-Rauschunterdrückung sowie zwei 2-Watt-Lautsprecher machen das Gerät zusätzlich konferenztauglich.

Kompaktes Gehäuse mit Copilot-Knopf

Das Ganze steckt in einem CNC-gefrästen Aluminiumgehäuse mit 158 × 158 × 85 mm bei einem Volumen von rund 2 Litern. Erhältlich ist der F9A in Silber und Space Gray, dazu gibt es einen anpassbaren RGB-Lichtring. Ein Detail sticht heraus: An der Front sitzt eine dedizierte Copilot-Taste, die Microsofts KI-Assistenten unter Windows direkt aufruft.

Acemagic F9A: Technische Daten im Überblick

Komponente Spezifikation
Prozessor AMD Ryzen AI Max+ 395 (16 Kerne / 32 Threads, Zen 5)
Grafik Radeon 8060S (RDNA 3.5, integriert)
KI-Leistung XDNA-2-NPU bis 50 TOPS, gesamt bis 126 TOPS
Arbeitsspeicher bis 128 GB LPDDR5X-8000 (Unified Memory)
Speicher 2× M.2 PCIe 4.0 x4 NVMe
Erweiterung 1× OCuLink PCIe 4.0 x4, 2× USB4 (40 Gbit/s)
Weitere Anschlüsse HDMI 2.1, 2× 2,5-GbE-LAN, 3× USB-A (10 Gbit/s), SD 4.0, 3,5-mm-Audio
Drahtlos Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4
Audio 4-Einheiten-Fernfeld-Mikrofon-Array, 2× 2-W-Lautsprecher
Display-Support bis zu 4× unabhängige 8K-Displays (via Dual USB4)
Gehäuse CNC-Aluminium, 158 × 158 × 85 mm, ca. 2,0 Liter
Farben Silber / Space Gray
Preis noch nicht offiziell bestätigt (Pre-Launch)

Preis und Verfügbarkeit

Einen finalen Preis hat Acemagic für den F9A offiziell noch nicht kommuniziert. Da das Topmodell mit bis zu 128 GB LPDDR5X und zwei NVMe-Slots antritt, dürfte es kein Schnäppchen werden – eine erste Pre-Launch-Listung deutet auf bis zu rund 4.999 US-Dollar für die Maximalkonfiguration hin. Bestätigt ist dieser Wert allerdings nicht, und der finale Preis wird sich nach RAM- und Speicherausbau richten. Zum Vergleich: AMDs eigener Ryzen AI Halo startet in den USA bei 3.999 US-Dollar. Sobald Acemagic Preise und einen Marktstart für Deutschland nennt, aktualisieren wir diesen Beitrag.

Wer den aktuellen Straßenpreis vergleichbarer Strix-Halo-Mini-PCs im Blick behalten will, wird bei Amazon fündig: Ryzen-AI-Max+-395-Mini-PCs bei Amazon.

FAQ zum Acemagic F9A

Welcher Prozessor steckt im Acemagic F9A?
Der F9A nutzt den AMD Ryzen AI Max+ 395 aus der Strix-Halo-Reihe mit 16 Kernen, 32 Threads und integrierter Radeon-8060S-Grafik.

Wie viel KI-Leistung bietet der F9A?
Acemagic gibt bis zu 126 TOPS für das Gesamtsystem an. Die dedizierte XDNA-2-NPU allein leistet bis zu 50 TOPS.

Kann man am F9A eine externe Grafikkarte anschließen?
Ja. Über den OCuLink-Port (PCIe 4.0 x4) lässt sich eine Desktop-Grafikkarte oder ein KI-Beschleuniger mit voller Bandbreite anbinden.

Wie viel Arbeitsspeicher unterstützt der Acemagic F9A?
Bis zu 128 GB LPDDR5X-8000, die als Unified Memory zwischen CPU und GPU geteilt werden.

Was kostet der Acemagic F9A?
Ein offizieller Preis steht noch aus. Eine erste Pre-Launch-Listung deutet auf bis zu rund 4.999 US-Dollar für die Topversion hin – bestätigt ist das aber nicht.

Fazit: Viel Rechenpower auf kleinstem Raum

Der Acemagic F9A macht das, was Strix Halo verspricht: Desktop-nahe Leistung und lokale KI-Fähigkeiten in einem Gehäuse, das kaum größer als eine Brotdose ist. Besonders die Kombination aus 128 GB Unified Memory und OCuLink ist stark – hier bekommst du einen KI-Rechner und potenziellen Gaming-PC in einem. Der Haken bleibt der zu erwartende Preis: Für die Top-Konfiguration werden Interessenten vermutlich vierstellig zahlen, was den F9A zu einem Nischengerät für Entwickler und Profis macht statt zum Mainstream-Mini-PC. Ob Acemagic beim Preis und bei der Kühlung dieses kompakten Kraftpakets überzeugt, wird sich zeigen, sobald erste unabhängige Tests vorliegen. Das Konzept jedenfalls stimmt.

Mehr aus der Welt der kompakten Rechner findest du in unserem Beitrag zum GMKtec NEO X1 Pro sowie in unserem Aerofara-Mini-PC-Test. Wie viel Leistung moderne Chips tatsächlich liefern, misst inzwischen übrigens auch das neue Geekbench 7.

Quellen