ACEMATE hat den S10 Pro angekündigt, die neue Flaggschiff-Version seines KI-Tennisroboters. Vorgestellt wird das Gerät ab dem 3. September 2026 auf der IFA in Berlin, wo in diesem Jahr ohnehin auffällig viele Hersteller auf KI-Funktionen setzen. Gegenüber dem Ur-S10 packt ACEMATE fünf statt einem festen Trainingsmodus, schnellere Bälle und einen KI-Trainingsloop drauf, der sich an Tempo und Fehler des Spielers anpassen soll. Vorbestellungen laufen bereits über die offizielle ACEMATE-Website, der Einstiegspreis liegt bei 2.999 US-Dollar beziehungsweise 2.999 Euro.
Kurz zusammengefasst:
- Fünf Trainingsmodi von Aufwärmen bis KI-Gegner-Simulation
- Bis zu 75 mph Ballgeschwindigkeit, 180° horizontale Abdeckung
- Trainingsloop aus Train, Track, Analyze, Review, Improve mit über 100 Trainingsplänen in der App
- Preis: 2.999 US-Dollar / 2.999 Euro, Vorbestellung läuft
Was der S10 Pro anders macht als der S10
Der Vorgänger S10 hat sich seit dem Marktstart einen Ruf als bislang realistischster Tennis-Sparringspartner erarbeitet: 2025 räumte er unter anderem einen Platz in den TIME Best Inventions und den IFA Best in Show Award ab. Der S10 Pro übernimmt das Kernprinzip, echte Ballwechsel statt stures Zuspiel, baut aber die Hardware aus. Statt der bisherigen Kameraführung setzt ACEMATE auf duale 4K-HDR-Stereokameras für die Ballverfolgung, kombiniert mit omnidirektionaler Bewegung auf dem Platz.

Das neue ACE+ SHOT™-System soll Bälle mit bis zu 75 mph verschicken und dabei 180 Grad horizontal abdecken, das entspricht praktisch der gesamten Feldbreite. Zum Vergleich: Der Basis-S10 kommt laut Hersteller-Datenblatt auf maximal 60 mph. Wer regelmäßig gegen druckvolle Aufschläge übt, dürfte den Unterschied schnell merken.
Fünf Trainingsmodi im Überblick
ACEMATE staffelt das Training diesmal explizit nach Spielsituation:
| Modus | Zweck |
|---|---|
| Rally Mode | Aufwärmen mit gleichmäßigen Ballwechseln |
| Drill Mode | Gezieltes Platzierungstraining |
| Serve Mode | Aufschlag plus darauffolgender erster Schlag |
| Ball Machine Mode | Klassische, konstante Ballzuspiele |
| Battle Mode | KI-Gegner, der laut ACEMATE „unterschiedliche Matchszenarien“ simuliert |
Spieler stellen Abwurfwinkel (7 bis 40 Grad), Flughöhe (1 bis 8 Meter) und Zuspielintervall (1 bis 15 Sekunden) individuell ein, dazu kommen Flach-, Topspin- und Slice-Bälle. Auf einer Akkuladung soll der S10 Pro bis zu fünf Stunden durchhalten und dabei 100 Bälle fassen.
Technische Daten im Überblick
| Spezifikation | ACEMATE S10 Pro |
|---|---|
| Ballgeschwindigkeit | bis zu 75 mph (ca. 121 km/h) |
| Horizontale Abdeckung | 180 Grad |
| Abwurfwinkel | 7–40 Grad |
| Flughöhe | 1–8 Meter |
| Zuspielintervall | 1–15 Sekunden |
| Spin-Optionen | Flach, Topspin, Slice |
| Akkulaufzeit | bis zu 5 Stunden |
| Ballkapazität | 100 Bälle |
| Steuerung | App, Smartwatch, Gestensteuerung |
Der KI-Trainingsloop: Train, Track, Analyze, Review, Improve
Kernstück des S10 Pro ist ein fünfstufiger Trainingszyklus. Der Roboter zeichnet jede Trainingseinheit auf (Track), wertet Schlagmuster und Trefferquote aus (Analyze) und bereitet die Ergebnisse für den Spieler auf (Review), bevor die App darauf abgestimmte nächste Einheiten vorschlägt (Improve). Über 100 hinterlegte Trainingspläne sollen so für Abwechslung sorgen. Gesteuert wird das Ganze per Smartphone, Smartwatch oder Gestenerkennung, praktisch, wenn man während einer Einheit nicht ständig zum Handy greifen will.
Preis und Verfügbarkeit
Der S10 Pro startet bei 2.999 US-Dollar, 2.999 Euro, 2.999 britischen Pfund, 3.999 kanadischen Dollar oder 4.599 australischen Dollar. Vorbestellungen laufen über die ACEMATE-Website, ein festes Auslieferungsdatum hat der Hersteller bislang nicht genannt. Zum Vergleich: Der Basis-S10 kostet regulär 2.199 US-Dollar und war zuletzt mit Rabattcode für rund 1.999 US-Dollar zu haben. Wer sich für den Pro entscheidet, zahlt also 800 bis 1.000 US-Dollar Aufpreis für mehr Tempo, mehr Modi und die größere Feldabdeckung.
Einordnung: Lohnt sich der Umstieg vom S10?
Unabhängige Tests zum S10 Pro gibt es naturgemäß noch keine, das Gerät wird gerade erst vorgestellt. Der Basis-S10 schneidet in bestehenden Reviews aber ordentlich ab: Gadgets & Wearables vergibt 8,7 von 10 Punkten und beschreibt ihn als das Gerät, das einem Ballwechsel mit einem reagierenden Gegenüber bislang am nächsten kommt. Kritikpunkte waren dort vor allem die Ballrückgabe (nur 30 bis 50 Prozent der Bälle werden eingesammelt) und eher generische Coaching-Tipps aus der App.
Ob der Aufpreis für den Pro sich lohnt, hängt stark vom eigenen Spielniveau ab. Für Freizeit- und Vereinsspieler dürfte der reguläre S10 weiterhin ausreichen, gerade weil der Preisunterschied nicht klein ist. Wer an der Kapazitätsgrenze des S10 trainiert, also hartes Tempo und enge Zuspielintervalle braucht, bekommt mit dem Pro spürbar mehr Robotik fürs Geld.
Fazit
Der ACEMATE S10 Pro ist kein komplett neues Konzept, sondern eine konsequente Aufwertung eines Roboters, der sich schon in der ersten Generation bewährt hat. Mehr Tempo, mehr Modi und ein KI-Trainingsloop, der über reine Ballmaschinen-Logik hinausgeht, machen ihn zu einem der spannendsten Sport-Gadgets der IFA 2026. Ob sich der Aufpreis gegenüber dem S10 tatsächlich lohnt, werden erste Praxistests nach der Messe zeigen. Wer jetzt vorbestellt, kauft also noch etwas auf Vertrauen in den Vorgänger.
