AirPods mit Kamera: Video-Leak verrät Apples Visual-Intelligence-Kopfhörer

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Apple AirPods (4. Generation)
Bild: Apple

Apple hat sich offenbar selbst verraten: In einer Release Candidate von macOS Tahoe 26.7 ist ein internes Schulungsvideo aufgetaucht, das AirPods mit eingebauter Kamera zeigt. Entdeckt hat den Clip MacRumors-Mitarbeiter Aaron Perris, der Codename der Kopfhörer lautet intern B790. Die Kamera dient dabei nicht dem Fotografieren, sondern liefert Siri über eine neue Funktion namens „Visual Intelligence“ Bildinformationen aus der Umgebung des Trägers. Ob die Kopfhörer wie gemunkelt bereits im September zusammen mit dem iPhone 18 Pro vorgestellt werden, ist allerdings alles andere als sicher – dazu unten mehr.

Das Wichtigste in Kürze:

    • Ein geleaktes Demo-Video aus macOS Tahoe 26.7 zeigt AirPods mit Kamera, intern Codename B790.
    • „Visual Intelligence“ lässt Siri Gegenstände erkennen und auf Zuruf merken, etwa Bücher oder Produkte.
    • Ein LED-Indikator soll anzeigen, wenn die Kamera aktiv ist, Bilder sollen lokal auf dem gekoppelten iPhone verarbeitet werden.
    • Eine Vorstellung wird für den 9. September 2026 gemunkelt, ein zweites Modell mit Codename B798 aber offenbar erst für 2027 geplant.
    • Ein Leaker berichtet zusätzlich von einem vorübergehenden Entwicklungsstopp – die Quellenlage ist derzeit uneinheitlich.
    • Wegen fehlender Siri-KI in der EU ist unklar, ob die Funktion hierzulande überhaupt startet.

Was der Leak genau zeigt

Der Clip liegt als Trainingsmaterial in den Systemdateien von macOS 26.7 und ist offenbar für Apples eigene Mitarbeiter gedacht, nicht für die Öffentlichkeit. Zu sehen ist ein Träger, der ein Buch in die Hand nimmt, während eine Stimme aus dem Off erklärt: „With Visual Intelligence, your world becomes savable. See something you like? Just ask me to save it for later.“


Auf Deutsch sinngemäß: Mit Visual Intelligence wird die Welt um einen herum speicherbar, man muss Siri nur bitten, sich etwas zu merken. Im rechten Ohrhörer des gezeigten Modells lässt sich äußerlich kein Unterschied zu den aktuellen AirPods Pro 3 oder den regulären AirPods 4 erkennen, die Kamera selbst bleibt im Video unsichtbar.

So sollen die AirPods mit Kamera funktionieren

Nach aktuellem Kenntnisstand sitzen die Sensoren nach außen gerichtet im Gehäuse und erfassen das Sichtfeld des Trägers, ähnlich wie es Meta bei seinen Ray-Ban-Brillen mit Kamera vormacht, nur eben ohne sichtbares Brillengestell. Die Bilddaten sollen laut bisherigen Berichten nicht dauerhaft gespeichert oder in eine Cloud hochgeladen werden, sondern direkt auf dem gekoppelten iPhone verarbeitet werden. Ein LED-Indikator am Gehäuse soll Außenstehenden signalisieren, wenn die Kameras aktiv sind, zusätzlich soll das System akustisch warnen, wenn Haare oder Schmutz die Linse verdecken. Visual Intelligence selbst ist keine komplette Neuentwicklung, sondern eine Erweiterung der Funktion, die bereits auf dem iPhone existiert: Objekte erkennen, Texte übersetzen, Pflanzen und Tiere bestimmen oder Restaurants und Produkte nachschlagen.

Merkmal B790 (früheres Modell) B798 (späteres Modell)
Vermuteter Marktstart Möglicherweise 2026 Berichten zufolge erst Ende 2027
Status laut Leaks Fortgeschritten, aber laut einem Leaker zeitweise „suspendiert“ Hardware weit fortgeschritten, Software gilt als Grund für Verzögerung
Vermutete Positionierung AirPods Pro 4 oder neue „Ultra“-Reihe Noch unklar

Zwei Codenamen, zwei Zeitpläne – und ein dickes Fragezeichen

Genau hier wird es unübersichtlich. Bloomberg-Journalist Mark Gurman hatte den Namen B790 schon länger im Umlauf und brachte ihn mit einem möglichen Marktstart 2026 in Verbindung, was zur aktuell kursierenden Erwartung passt, dass Apple die Kamera-AirPods zusammen mit dem iPhone 18 Pro am 9. September vorstellen könnte. Andere Berichte sprechen dagegen von einem zweiten, späteren Modell mit Codename B798, das frühestens Ende 2027 kommen soll, weil weniger die Hardware als vielmehr die nötige Software noch nicht ausgereift ist. Zusätzlich meldete sich zuletzt ein bekannter Prototypen-Sammler zu Wort und behauptete, das Projekt sei von „abgeschlossen“ auf „ausgesetzt“ zurückgestuft worden, möglicherweise wegen Lieferkettenproblemen bei Speicherchips. Belastbar ist davon bislang wenig, wie so oft bei Leaks direkt vor einer Keynote widersprechen sich die Quellen. Wer die Gerüchteküche rund um Apples Hardware ohnehin verfolgt, kennt das Muster bereits von der Apple Watch Series 12, wo ebenfalls erst kurz vor der Vorstellung klarere Details durchsickerten.

Startet die Funktion überhaupt in Europa?

Selbst wenn Apple die Kamera-AirPods wie erwartet ankündigt, ist offen, ob Nutzer in Deutschland und der übrigen EU direkt darauf zugreifen können. Grund ist die KI-gestützte Siri-Version, auf der Visual Intelligence aufbaut: Apple hatte entsprechende Funktionen in der Vergangenheit wiederholt zunächst nur in den USA freigeschaltet und die Einführung in der EU verzögert. Eine offizielle Aussage von Apple zur europäischen Verfügbarkeit von Visual Intelligence auf den neuen AirPods gibt es bislang nicht, Berichte, die von rechtlichen Stolpersteinen sprechen, lassen sich derzeit nicht seriös belegen. Wer schon jetzt seine bestehenden Kopfhörer optimal nutzen will, findet in unserer Anleitung, wie man AirPods mit dem Laptop verbindet, brauchbare Tipps unabhängig vom kommenden Modell.

Fazit: Spannender Leak, aber noch viele offene Fragen

Der Leak zu den AirPods mit Kamera liefert den bisher konkretesten Beleg dafür, dass Apple tatsächlich an kamerabestückten Kopfhörern arbeitet, und zeigt mit der Visual-Intelligence-Funktion auch schon, wofür die Sensoren gedacht sind. Trotzdem bleibt vieles unsicher: Welches Modell zuerst kommt, ob der September-Termin hält und ob Europa von Anfang an dabei ist, lässt sich aus einem einzelnen Schulungsvideo nicht seriös ableiten. Spätestens die Apple Keynote im September dürfte hier für Klarheit sorgen.

Hinweis: Die genannten Details basieren auf einem inoffiziellen Leak sowie Berichten verschiedener Quellen und Leaker. Offizielle Angaben von Apple stehen noch aus, einzelne Details können sich bis zu einer offiziellen Vorstellung noch ändern.

Quellen: Macworld