Amazfit hat mit dem Helio Strap Pro ein neues, abofreies Trainingssystem vorgestellt, das aus zwei Sensoren besteht: einem Herzfrequenzsensor für Arm oder Handgelenk und einem neuen Bewegungssensor für die Taille. Statt nur ein weiteres Fitness-Armband zu sein, will der Pro die Bewegungsqualität und Rumpfstabilität beim Training erfassen – mit klarem Fokus auf HYROX und Hybrid-Training. Vorgestellt wurde das System passenderweise bei der HYROX-Weltmeisterschaft in Stockholm.
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei-Komponenten-System: Helio Core Motion HR (Arm/Handgelenk) plus neuer Helio Core Motion Waist (Taille)
- Zielgruppe sind Athleten und Hybrid-Sportler, speziell HYROX mit eigenen Race- und Simulation-Modi
- Zum Start ist eine Amazfit Balance 3 oder Balance Ultra für den vollen Funktionsumfang nötig
- Preis laut Amazfit 199,99 US-Dollar, Verkaufsstart in „wenigen Wochen“, weiterhin ohne Abo
Zwei Sensoren statt einem Armband
Der ursprüngliche Amazfit Helio Strap (ca. 99 Euro bei Amazon) punktete mit präzisen Sensoren zum fairen Preis und ohne Abo-Zwang. Der Helio Strap Pro greift dieses Konzept auf, denkt es aber als komplettes Workout-System weiter.
Herzstück ist die Kombination zweier Module. Der Helio Core Motion HR ist die Weiterentwicklung des bisherigen Strap und misst die Herzfrequenz – wahlweise am Handgelenk oder, für präzisere Werte, am Oberarm. Letzteres soll vor allem bei Übungen mit viel Handgelenksbewegung, Griffkraft und Gerätekontakt für stabilere Messungen sorgen. Neu ist der Helio Core Motion Waist: ein 9-Achsen-Bewegungssensor, der mittig an der Taille getragen wird und die Bewegungen, Position und Stabilität des Rumpfs erfasst.
Der Clou ist das Zusammenspiel: Beide Sensoren arbeiten mit einer kompatiblen Amazfit-Smartwatch zusammen, um nicht nur die Herzfrequenz, sondern auch Muskelbelastung, Stabilität und Bewegungsqualität abzubilden. Nach dem Training führt die Zepp-App diese Daten zu einer strukturierten Leistungsübersicht zusammen.
Gebaut für HYROX
Der Launch-Fokus liegt klar auf HYROX, dem boomenden Fitness-Wettkampfformat. Der Helio Strap Pro funktioniert mit den HYROX-Race- und HYROX-Simulation-Modi der Amazfit Balance 3 und Balance Ultra. Nach dem Workout lassen sich die acht klassischen HYROX-Stationen einzeln auswerten – darunter SkiErg, Sled Push, Sled Pull, Burpee Broad Jumps, Rudern, Farmer’s Carry, Sandbag Lunges und Wall Balls.
Der Gedanke dahinter, in den Worten von Amazfit-Marketingchef Scott Shepley: Die Herzfrequenz zeige zwar, wie hart man arbeitet, aber nicht, wie sich die Bewegung mit zunehmender Ermüdung verändert. Genau diese Lücke soll die Kombination aus Oberarm-Herzfrequenz, Taillen-Bewegungssensor und Smartwatch-Daten schließen. Wichtig zu wissen: Zum Start wird für das volle System eine der beiden Balance-Uhren vorausgesetzt, Support für weitere Amazfit-Modelle ist aber geplant.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | Helio Core Motion HR | Helio Core Motion Waist |
|---|---|---|
| Trageposition | Handgelenk oder Oberarm | Taille (mittig) |
| Sensorik | Optische HF, SpO2, Schlaf, Stress, HRV | 9-Achsen-Bewegungssensor |
| Akkulaufzeit | bis zu 11 Tage | bis zu 40 Tage |
| Sportmodi | über 60 (inkl. HYROX-Erkennung) | aktiv bei HYROX Race/Simulation |
| Wasserschutz | 5 ATM (schwimmtauglich) | |
| Readiness-Score | HybridCharge (24/7) | |
| Abo nötig? | Nein | |
Die unterschiedlichen Laufzeiten erklären sich aus der Funktion: Während der Herzfrequenzsensor rund um die Uhr misst, ist der Taillensensor nur während der HYROX-Race- und Simulation-Sessions aktiv – entsprechend länger hält dessen Akku.
Einordnung: starker Markt, klare Nische
Amazfit positioniert den Helio Strap Pro gegen displaylose Tracker wie Polar Loop, Google Fitbit Air und Whoop 5.0. Der Unterschied: Während diese Geräte breit auf Alltags-Tracking zielen und teils ein Abo voraussetzen, fährt Amazfit weiterhin die abofreie Linie und spezialisiert sich beim Pro auf Wettkampf- und Hybrid-Training. Wer ohnehin eine kompatible Amazfit-Uhr wie die Amazfit Balance-Reihe nutzt, bekommt damit ein durchdachtes Zusatzsystem. Für alle anderen ist die Smartwatch-Pflicht zum Start aber eine spürbare Hürde.
Preis und Verfügbarkeit
Der Verkauf soll laut Amazfit in „wenigen Wochen“ starten, der Preis liegt bei 199,99 US-Dollar. Das Paket enthält neben dem Armband und einem Ladegerät auch den Hüftgurt Helio Core Motion Waist sowie einen Clip zur Befestigung an der Kleidung. Konkrete Angaben zu Preis und Termin für Deutschland stehen noch aus. Wer nicht warten will und mit dem reinen Herzfrequenz-Tracking zufrieden ist, findet im Ratgeber zu den besten Fitness-Trackern bereits jetzt passende Alternativen.
Fazit
Der Amazfit Helio Strap Pro ist kein simples Strap-Update, sondern ein spezialisiertes Trainingssystem für eine konkrete Zielgruppe. Die Idee, Herzfrequenz, Rumpfbewegung und Smartwatch-Daten zu kombinieren, ist clever und trifft mit dem HYROX-Fokus einen echten Trend. Der Haken: Zum Start braucht es eine Balance 3 oder Balance Ultra, was den Kreis der Interessenten zunächst einschränkt. Ob das System im Alltag den versprochenen Mehrwert liefert, muss ein ausführlicher Test zeigen – das Konzept aber ist eines der interessanteren im aktuell stark umkämpften Markt der abofreien Wearables.
