Wer Ambilight nachrüsten will, ohne gleich eine teure Sync-Box oder das komplette Hue-Ökosystem zu kaufen, bekommt ab September 2026 eine neue, günstigere Option. Philips Smart Lighting, die frühere WiZ-Sparte von Signify, bringt mit Screen Sync ein Kamera-Set auf den Markt, das Bildschirminhalte per Fisheye-Linse erfasst und ohne separate Box in Echtzeit auf einen LED-Lightstrip überträgt (Pressemitteilung von Signify). Parallel dazu erweitert das Unternehmen sein Sortiment um eine neue RGBIC-Lichterkette für drinnen und draußen.
Das Wichtigste in Kürze
- Screen Sync kostet je nach TV-Größe zwischen 89,99 und 129,99 Euro und ersetzt die klassische Sync-Box durch eine Kamera
- Eine separate Hue Play Screen Sync-Kamera allein kostet bereits 119,99 Euro, ohne Lightstrip
- Der Haken: Screen Sync funktioniert nur mit WiZ-Lampen. Hue-Besitzer brauchen weiterhin die teurere Hue-Variante
- Die neue RGBIC-Lichterkette gibt es in drei Längen (10, 15, 20 Meter) für 37,99 bis 69,99 Euro, mit USB-C-Stromversorgung und Musiksynchronisation
- Beide Produkte starten im September 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Screen Sync: Wie die Kamera-Lösung funktioniert
Statt wie bei Hues Sync Box ein HDMI-Signal abzugreifen, sitzt bei Screen Sync eine Kamera mit Fisheye-Linse oben am Fernseher und liest den Bildschirminhalt direkt optisch aus. Das hat einen praktischen Vorteil: Das System funktioniert mit jeder TV-Quelle, ob lineares Fernsehen, HDMI-Zuspieler oder Streaming-App, ohne dass Philips Smart Lighting dafür einzelne Geräte unterstützen muss.

Die Kalibrierung läuft über die WiZ-App, die den Lightstrip automatisch an den Bildschirmrändern ausrichtet. Ein eingebautes Mikrofon lässt das Licht zusätzlich auf Musik reagieren, dazu gibt es voreingestellte Synchronisationsmodi für unterschiedliche Inhalte. Nach Angaben von Hueblog deckt der Lightstrip dabei alle vier Seiten des Fernsehers ab, während Hues eigene Lösungen sich auf drei Seiten beschränken.
Der Umkehrschluss: Wer bereits Hue-Lampen im Wohnzimmer hat, profitiert von dieser Neuerung nicht direkt, siehe unten. Und technisch bietet der Hue Play Lightstrip Pro mit seiner OmniGlow-Technik und separaten warm- und kaltweißen LEDs vermutlich weiterhin die bessere Lichtqualität. Screen Sync verzichtet auf diese Zusatz-LEDs.
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Preise und Verfügbarkeit
| TV-Größe | Preis (UVP, inkl. MwSt.) |
|---|---|
| 40–50 Zoll | 89,99 € / 90 CHF |
| 55–65 Zoll | 109,99 € / 110 CHF |
| 75–85 Zoll | 129,99 € / 130 CHF |
Der Haken: Hue und WiZ sprechen nicht miteinander
So verlockend der Preis klingt: Screen Sync läuft ausschließlich im WiZ-Ökosystem. Hue-Lampen lassen sich damit nicht ansteuern, und umgekehrt spielt die teurere Hue Play Screen Sync nicht mit WiZ-Leuchten zusammen. Hue- und WiZ-Lampen sind nicht untereinander kompatibel, auch wenn beide Marken zum selben Mutterkonzern Signify gehören. Wer in Hue investiert hat, zahlt für dieselbe Funktion also weiterhin drauf oder muss auf die ältere Sync Box ausweichen.
Für alle, die noch kein Lampen-Ökosystem gewählt haben, dreht sich die Rechnung damit einmal mehr um die Ausgangsfrage: Hue oder WiZ. Andere Hersteller gehen inzwischen einen anderen Weg: Ikea baut sein Smart-Home-Sortiment gezielt um den offenen Matter-Standard herum, damit sich Lampen verschiedener Marken eben nicht gegenseitig ausschließen. Screen Sync macht WiZ als günstigeren Einstieg in synchronisiertes TV-Licht attraktiver, ändert an der grundsätzlichen Inkompatibilität zwischen Hue und WiZ aber nichts.
Neue RGBIC-Lichterkette für drinnen und draußen
Neben Screen Sync stellt Philips Smart Lighting eine neue Lichterkette mit RGBIC-Technik vor, die Millionen Farben und mehrere voreingestellte Effekte beherrscht, darunter Regenbogenverläufe, sanfte Farbübergänge und Funkeleffekte. Auch hier gibt es Musiksynchronisation über die App sowie Sprachsteuerung.

Praktisch: Die Kette läuft über USB-C und damit auch an einer Powerbank, was sie unabhängig von einer festen Steckdose macht. Mit Schutzart IP65 ist die Lichterkette selbst outdoor-tauglich, das mitgelieferte Netzteil ist mit IP20 aber nur für den Innenbereich ausgelegt. Wer sie im Garten oder auf der Terrasse betreiben will, braucht also eine trockene Stelle für das Netzteil oder eine entsprechend geschützte Steckdose.

Wie bei den meisten WiZ-Produkten bleibt man dabei zunächst in der herstellereigenen App gefangen. Wer seine Lichter lieber zentral über ein offenes System steuert, kennt das Problem bereits von anderen Marken, etwa wenn Ledvance-Geräte in Home Assistant eingebunden werden. Ob und wie gut sich die neue Lichterkette in solche Systeme integrieren lässt, verrät die Pressemitteilung nicht.
Längen und Preise der Lichterkette
| Länge | Preis (UVP, inkl. MwSt.) |
|---|---|
| 10 Meter | 37,99 € / 38 CHF |
| 15 Meter | 54,99 € / 55 CHF |
| 20 Meter | 69,99 € / 70 CHF |
Als Einsatzorte nennt Signify Schlafzimmer, Partys, Garten und Terrasse, was angesichts der Outdoor-Tauglichkeit und der Musikfunktion naheliegt.
Fazit: Lohnt sich das Ambilight nachrüsten mit Screen Sync?
Mafalda Monteiro, Geschäftsführerin von Philips Smart Lighting, bringt die Stoßrichtung auf den Punkt: Mit Screen Sync ließen sich Filme, Spiele und Live-Inhalte über den Bildschirm hinaus genießen, ohne komplizierte Einrichtung. Genau das ist die Zielgruppe: Leute, die den Ambilight-Effekt ausprobieren wollen, aber bislang vor den Preisen oder dem Aufwand einer Hue-Sync-Box zurückgeschreckt sind.
Ob sich das Ambilight-Nachrüsten mit Screen Sync lohnt, hängt stark davon ab, ob man ohnehin WiZ nutzt oder gerade neu einsteigt. Für bestehende Hue-Haushalte ändert sich erstmal nichts, außer dass der eigene Anbieter jetzt sichtbar teurer dasteht als die konzerneigene Zweitmarke. Wer sich dagegen noch nicht festgelegt hat, bekommt mit Screen Sync einen günstigen Grund, direkt bei WiZ einzusteigen.
Der Markt für synchronisiertes und musikreaktives Licht ist ohnehin in Bewegung: Erst vor Kurzem hat Govee mit der Sky Ceiling Light eine KI-gesteuerte Deckenleuchte vorgestellt, die in eine ähnliche Richtung zielt. Wer sich für smarte Beleuchtung entscheidet, hat also die Wahl zwischen mehreren Herstellern, die sich derzeit gegenseitig unterbieten und mit neuen Funktionen überbieten.
Beide Produkte, Screen Sync und die RGBIC-Lichterkette, sollen ab September 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich sein, primär über die WiZ Connected App gesteuert.
