ANTHBOT M9 Pro: Mähroboter ohne Begrenzungskabel mit Quad-Fusion-Navigation

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 5 Min. Lesezeit

Der ANTHBOT M9 Pro ist ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel, der auf ein Navigationssystem aus vier Quellen setzt: 360°-LiDAR, RTK, NetRTK und KI-Vision. ANTHBOT nennt das Ganze HoloSense Quad-Fusion und verspricht damit eine Positionsgenauigkeit von bis zu einem Zentimeter – auch auf offenen Rasenflächen, in tiefen Schattenbereichen und in engen Ecken. Ab sofort ist das Gerät für 1.299 Euro vorbestellbar, der reguläre Verkauf startet am 27. Juli 2026.

Wer sich bereits für andere kabellose Mähroboter interessiert hat, kennt das Problem: Systeme, die ausschließlich auf RTK oder Kamerasicht setzen, verlieren unter ungünstigen Bedingungen die Orientierung. Volle Schatten unter Bäumen, weitläufige Rasenflächen ohne Kontrast oder enge Durchgänge – jede Methode hat ihre Schwachstelle. ANTHBOT begegnet dem mit einer Kreuzvalidierung aller vier Positionsquellen in Echtzeit, statt sich auf eine einzige zu verlassen.

HoloSense: Was steckt hinter dem Quad-Fusion-System?

Das HoloSense-System kombiniert vier unabhängige Positionierungsquellen in einer Plattform. Die 360°-LiDAR-Einheit kartiert die Umgebung geometrisch und funktioniert auch bei Dunkelheit zuverlässig – das macht sie besonders nützlich in dichten Schattenbereichen, wo GPS-basierte Methoden ins Schwimmen geraten. RTK-Satellitenortung hält die Position auf offenem Rasen auf Zentimetergenauigkeit. NetRTK liefert dieselbe Genauigkeit über eine 4G-Mobilfunkverbindung und macht damit die Installation einer physischen Basisstation überflüssig. Zwei KI-Vision-Kameras ergänzen das System zur Hinderniserkennung.

Durch die kontinuierliche Kreuzvalidierung aller vier Quellen soll der M9 Pro laut ANTHBOT in der Lage sein, seine Position in nahezu jedem Gartenszenario auf bis zu einem Zentimeter genau zu halten. Das Unternehmen stellt das System auf der Spoga+Gafa 2026 in Köln vor und bezeichnet es als Grundlage für die neue M-Pro-Serie. Die konkreten Ergebnisse unter realen Bedingungen lassen sich naturgemäß erst nach einem ausführlichen Test beurteilen.

Bereits bekannte kabellose Mähroboter wie der ANTHBOT Genie setzen auf RTK und Kamera-Fusion. Der M9 Pro ergänzt das um die LiDAR-Schicht, was vor allem in komplexen Gärten mit Schattenwurf und vielen Ecken einen Unterschied machen könnte.

Einrichtung: Drop-and-Mow ohne Kabel und Basisstation

Das Prinzip „Drop-and-Mow“ zieht sich durch die gesamte Produktphilosophie: kein Begrenzungskabel verlegen, keine RTK-Pylonstation aufstellen. ANTHBOT gibt die Einrichtungszeit mit rund drei Minuten an. Das Gerät verbindet sich per 4G/NetRTK mit den Satellitensignalen, sodass eine physische Referenzstation entfällt. Die Mähfläche wird per App in einer automatischen Kartierungsfahrt erfasst, Zonen lassen sich danach individuell konfigurieren – bis zu 30 Mähbereiche sind möglich, jeweils mit eigener Zeitplanung.

Dass die Installation ohne Erdarbeiten auskommt, ist für viele Käufer ein entscheidendes Argument. Wer schon einmal ein Begrenzungskabel verlegt hat, weiß, wie zeitaufwendig das in einem größeren Garten werden kann. Ähnliche Ansätze verfolgen auch andere neue Modelle wie der Eufy C15, der ebenfalls auf kabellose Kartierung setzt – allerdings ohne LiDAR-Schicht.

Technische Daten und Leistung

Der M9 Pro ist für Gärten bis 1.000 m² ausgelegt und schafft laut Hersteller bis zu 150 m² pro Stunde. Das 5-Klingen-Schneidsystem hat eine Schnittbreite von 20 cm, die Schnitthöhe lässt sich zwischen 3 und 7 cm vollständig per App regeln. Steigungen bis 24° (45 %) sollen kein Problem darstellen, Hindernisse bis 3 cm Höhe überwindet der Roboter. Durch Engstellen ab 65 cm Breite passt er noch hindurch.

Der 5-Ah-Akku lädt in rund 90 Minuten. Die KI-Hinderniserkennung soll mehr als 1.000 Objektarten erkennen – darunter Gartenschläuche, Spielzeug und Hinterlassenschaften von Haustieren. Mit maximal 58 Dezibel im Betrieb fällt er in die leise Kategorie der aktuellen Mährobotergeneration. Schutzklasse IPX6 und ein Regensensor gehören ebenfalls zum Lieferumfang.

Das EdgeWiz™-Kantenmähsystem fährt laut ANTHBOT eigenständig die Rasenkante ab und unterscheidet dabei Rasen von befestigten Flächen wie Wegen oder Terrassen. In Kombination mit der U-förmigen Bahnplanung soll sich manuelles Nachtrimmen weitgehend erübrigen – ob das in der Praxis so reibungslos funktioniert, muss ein Test zeigen.

Merkmal ANTHBOT M9 Pro ANTHBOT M5 Pro
Fläche bis 1.000 m² bis 500 m²
Navigation HoloSense Quad-Fusion (LiDAR + RTK + NetRTK + KI-Vision) HoloSense Quad-Fusion (LiDAR + RTK + NetRTK + KI-Vision)
Akku 5 Ah, ~90 Min Ladezeit 2,5 Ah, ~60 Min Ladezeit
Schnitthöhe 3–7 cm (per App) 3–7 cm (per App)
Schnittbreite 20 cm 20 cm
Max. Steigung 24° / 45 % 24° / 45 %
Geräuschpegel ≤ 58 dB ≤ 58 dB
Schutzklasse IPX6 IPX6
Mähzonen bis 30 bis 30
Preis 1.299 € 999 €

Preis, Verfügbarkeit und Vorbestellbonus

Der ANTHBOT M9 Pro ist ab sofort im ANTHBOT Deutschland-Shop für 1.299 Euro vorbestellbar. Der reguläre Verkaufsstart ist für den 27. Juli 2026 geplant. Wer eine qualifizierte Vorbestellung im offiziellen Onlineshop aufgibt, erhält eine Mähroboter-Garage im Wert von 169 Euro gratis dazu – solange der Vorrat reicht. Den M9 Pro gibt es außerdem bei Amazon.de* zu finden (Hinweis: das Amazon-Listing entspricht aktuell noch dem regulären M9 – die M9-Pro-Seite wird dort noch eingerichtet; ASIN bitte vor Veröffentlichung verifizieren).

Der kleinere M5 Pro für Gärten bis 500 m² kostet 999 Euro und soll zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen.

Einordnung: Wozu taugt die Quad-Fusion-Navigation?

Mähroboter ohne Begrenzungskabel sind seit ein paar Jahren der dominierende Trend im Segment – kein Hersteller, der 2025 oder 2026 noch ohne kabellose Option auskommt. Die meisten setzen dabei auf eine Kombination aus RTK und Kamerasicht, einige inzwischen auch auf LiDAR. ANTHBOT geht mit HoloSense einen Schritt weiter und kombiniert alle drei Methoden plus NetRTK in einem System.

Ob der Mehraufwand an Sensorik tatsächlich messbar bessere Ergebnisse liefert als gute Zwei-Quellen-Systeme, lässt sich ohne Praxistest noch nicht abschließend sagen. Auf dem Papier macht die Kreuzvalidierung Sinn: Fällt eine Quelle aus oder liefert verrauschte Daten, gleichen die anderen das aus. Besonders für Gärten mit starkem Schattenwurf – etwa unter alten Obstbäumen – könnte das ein echter Vorteil sein. Das Thema Mähroboter ohne Begrenzungskabel entwickelt sich technisch derzeit schnell; zum Vergleich lohnt ein Blick auf den Lymow One Plus, der auf RTK plus VSLAM setzt und für deutlich größere Flächen ausgelegt ist.

Für 1.299 Euro befindet sich der M9 Pro im oberen Mittelfeld der aktuellen Mährobotergeneration. Wer für diesen Preis ein Gerät kauft, darf erwarten, dass es auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig arbeitet – ob HoloSense diesen Anspruch im Alltag erfüllt, wird ein ausführlicher Test zeigen.