Apple Watch Series 12 kommt unverändert, doch Apple plant radikal neues Design

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Apple Watch Series 11
Bild: Apple

Apple denkt offenbar über deutlich radikalere Veränderungen an der Apple Watch nach, als es die für September erwartete Apple Watch Series 12 vermuten lässt. Bloomberg-Journalist Mark Gurman schreibt in seinem Newsletter Power On, dass Apples Hardware-Team in Cupertino aktuell mit runden Displays, displaylosen Fitness-Geräten und komplett neuen Preisklassen experimentiert. Die kommende Generation bleibt davon noch unberührt, langfristig soll sich das Aussehen der Smartwatch aber grundlegend ändern.

Kurz zusammengefasst:

  • Apple testet laut Mark Gurman mehrere neue Apple-Watch-Formen, darunter ein rundes Display.
  • Zusätzlich in Arbeit: ein displayloses Modell gegen Oura und Whoop, ein Premium-Modell oberhalb der Hermès Edition und eine günstigere Variante.
  • Series 12 und Ultra 4 erscheinen im September noch im gewohnten Design, größere Änderungen erwartet Gurman erst in zwei bis drei Jahren.

Rundes Display, kein Display: Diese Formen prüft Apple

Seit der ersten Apple Watch aus dem Jahr 2015 hält Apple am eckigen Gehäuse mit abgerundeten Ecken fest, während Konkurrenten wie Samsung oder Google längst mit runden Zifferblättern arbeiten. Google zeigt genau das am 12. August mit der Pixel Watch 5, und laut Gurman beobachtet Apple diese Konkurrenz sehr genau.

Ein rundes Display ist dabei nur eine von mehreren Optionen, die intern durchgespielt werden. Ebenfalls im Gespräch: ein Gerät ganz ohne Bildschirm, das eher wie ein Fitness-Tracker funktioniert und direkt gegen Anbieter wie Oura oder Whoop antreten soll. Auch 9to5Mac und MacRumors berichten unabhängig über dieselben Pläne, wobei beide betonen, dass ein rundes Modell laut Gurman derzeit eher unwahrscheinlich für eine tatsächliche Marktreife ist als die anderen Konzepte.

Konzept Beschreibung Zielgruppe
Rundes Display Erster Bruch mit dem eckigen Apple-Watch-Design seit 2015 Design-orientierte Käufer
Displaylos Fitness-Tracker ohne Bildschirm, Fokus auf Sensorik Konkurrenz zu Oura Ring und Whoop
Premium oberhalb Hermès Neue Luxusstufe über der bisherigen Spitze Zahlungskräftige Kundschaft
Günstiger als SE Neues Einstiegsmodell unterhalb der aktuellen SE-Reihe Preisbewusste Käufer

Neue Preisklassen: teurer als Hermès, günstiger als die SE

Auffällig ist, wie stark Apple die Preisspanne nach oben und unten aufziehen will. Bislang markiert die Hermès Edition mit ihren Lederarmbändern das obere Ende, die SE das untere. Gurman zufolge soll künftig sowohl darüber als auch darunter noch Platz sein: ein Luxusmodell für Kunden, denen selbst die aktuelle Ultra oder Hermès nicht exklusiv genug ist, und eine noch günstigere Variante für alle, die bislang aus Preisgründen zu anderen Herstellern gegriffen haben.

Health-App vor großem Umbau: Apple schaut auf Oura und Whoop

Parallel zur Hardware soll sich auch die Software verändern. Apple-Manager Eddy Cue hat kürzlich die Verantwortung für den Gesundheitsbereich übernommen und orientiert sich dabei laut Gurman an Wearable-Spezialisten wie Oura und Whoop, die mit reinen Sensor-Ringen und -Bändern sowie ausgefeilten Auswertungen in der Health-Kategorie deutlich an Boden gewonnen haben. Geplant ist eine umfassende Überarbeitung der Health-App mit stärkerem Fokus auf künstliche Intelligenz, etwa bei der Interpretation von Schlaf- und Erholungsdaten.

Apple Watch Series 12 und Ultra 4: Das kommt schon im September

Wer jetzt eine neue Apple Watch kaufen will, muss sich nicht auf ein völlig neues Design einstellen. Die Apple Watch Ultra 4 und die Series 12 sollen im gewohnten Gehäuse erscheinen, dafür aber mit dem neuen S11-Chip und verbesserter Sensorik. Beide Modelle könnten laut aktuellen Gerüchten zur Apple Keynote im September gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro vorgestellt werden. Es wäre das erste größere Chip-Update seit 2023, größere optische Sprünge gibt es dagegen erst später.

Zeitrahmen: zwei bis drei Jahre bis zur Marktreife

Gurman vergleicht den anstehenden Umbau mit der Umstellung des iPhones auf faltbare Varianten, einem Prozess, der sich über Jahre zieht und mehrere Zwischenschritte braucht, bevor ein neues Konzept überhaupt im Laden steht. Bis konkrete Modelle mit rundem Display oder ganz ohne Bildschirm tatsächlich verkauft werden, dürften nach seiner Einschätzung noch zwei bis drei Jahre vergehen.

Ältere Armbänder könnten ausgemustert werden

Ein Detail betrifft auch bestehende Apple-Watch-Besitzer direkt: Laut Gurman sind die neuen Formfaktoren nicht mit dem aktuellen Armbandsystem kompatibel. Wer in teure Lederarmbänder oder Sportbänder investiert hat, müsste beim Umstieg auf ein rundes oder displayloses Modell komplett neu einkaufen.

Fazit

Die Apple Watch Series 12 bringt im September vor allem unter der Haube etwas Neues, äußerlich bleibt zunächst alles beim Alten. Spannender ist der Blick nach vorn: Mit rundem Display, displaylosen Modellen und einer breiteren Preisspanne würde Apple seine Smartwatch-Strategie deutlich öffnen, statt wie bisher fast ausschließlich auf ein Design zu setzen. Ob und in welcher Form das tatsächlich kommt, entscheidet sich in den nächsten zwei bis drei Jahren. Bis dahin bleibt es bei Gerüchten, allerdings bei ziemlich detaillierten.