Die ROG Swift OLED PG27UCWM und PG32UCWM sind ab sofort im Handel. Es sind die ersten ASUS-Monitore mit einem Tandem-RGB-OLED-Panel von LG Display: 4K-Auflösung, 240 Hz und ein Dual-Mode, der auf Full HD mit 480 Hz umschaltet. Der 26,5-Zöller kostet 1.249,90 Euro, das 31,5-Zoll-Modell 1.359,90 Euro.
Spannend ist dabei weniger die Hertz-Zahl als das Subpixel-Layout. Ohne weißes Subpixel ändert sich, wie Text und Farben auf einem OLED aussehen. Und genau das war bisher das größte Argument gegen OLED-Monitore am Schreibtisch.
Das Wichtigste in Kürze:
- Zwei Modelle: PG27UCWM (26,5 Zoll) und PG32UCWM (31,5 Zoll), beide mit 3.840 × 2.160 Pixeln.
- Panel: Tandem-RGB-OLED von LG Display mit echtem RGB-Stripe-Layout, also ohne weißes Subpixel.
- Dual-Mode: 4K bei 240 Hz oder Full HD bei 480 Hz, dazu 0,03 ms Reaktionszeit (GtG).
- Preise: 1.249,90 Euro für den PG27UCWM, 1.359,90 Euro für den PG32UCWM, jeweils UVP inklusive Mehrwertsteuer.
- Neu ist auch die Stromversorgung per GaNFET, die laut ASUS rund 35 Prozent weniger Abwärme produziert.
Tandem-RGB-OLED: Was ohne weißes Subpixel besser wird
Bisherige WOLED-Panels arbeiten mit einem weißen Subpixel plus Farbfilter. Das bringt Helligkeit, kostet aber Farbreinheit und sorgt bei Schrift für die typischen Farbsäume an den Buchstabenkanten. Wer schon einmal längere Texte auf einem WOLED getippt hat, kennt den Effekt.
Das neue Panel ordnet die Subpixel stattdessen in Streifen an, klassisch rot, grün, blau. ASUS gibt den Farbraum dadurch als bis zu 27 Prozent größer an als bei herkömmlichem WOLED, dazu 99 Prozent DCI-P3 und eine Farbgenauigkeit von Delta E unter 2. Die Textdarstellung soll sauberer ausfallen, weil keine weiße Schicht mehr dazwischenfunkt.
Der Tandem-Teil des Namens beschreibt den Aufbau: mehrere übereinander liegende OLED-Schichten teilen sich die Last, was Helligkeit und Lebensdauer zugutekommt. Diese Bauweise setzt sich derzeit in der ganzen Branche durch. Sony nutzt sie im Inzone M10S II mit bis zu 720 Hz, und bei Gigabyte steckt sie in einem von zwei sonst baugleichen Modellen, wie unsere Meldung zu den AORUS Elite FO27Q28G und FO27Q24G zeigt. Bei ASUS kommen jetzt beide Zutaten zusammen, Tandem-Aufbau und RGB-Stripe.
Einen Haken hat die Sache: Die Zertifizierung lautet VESA DisplayHDR 400 True Black, nicht 500 wie bei den hellsten aktuellen Tandem-WOLEDs. Die Spitzenhelligkeit gibt ASUS mit 1.000 cd/m² an. Wer maximale HDR-Helligkeit sucht, findet sie derzeit woanders, etwa bei den TCL X3B OLED+ mit 1.500 Nits. Der Kontrast von 1.500.000:1 bleibt davon unberührt.
Dual-Mode: 4K mit 240 Hz oder Full HD mit 480 Hz
Beide Monitore lassen sich per Menü umschalten. Im Standardbetrieb liefern sie 3.840 × 2.160 Pixel bei 240 Hz, im zweiten Modus 1.920 × 1.080 Pixel bei 480 Hz. Das ist kein Software-Trick, sondern eine echte Umschaltung der Panel-Ansteuerung, wie sie ASUS schon beim Vorgänger eingesetzt hat. Wie sich das im Alltag anfühlt, haben wir im Test des ROG Swift OLED PG32UCDP beschrieben.
Rechnerisch landet der PG27UCWM bei rund 166 ppi, der PG32UCWM bei etwa 140 ppi. Der kleinere ist damit der schärfere, der größere der bequemere für Multitasking. Für die volle Bandbreite liegt DisplayPort 2.1a mit UHBR20 und 80 Gbit/s bei, dazu zwei HDMI-2.1-Ports und USB-C mit 90 Watt Power Delivery. Damit hängt ein Notebook mit einem Kabel am Bild und an der Ladung.
GaNFET und OLED Care Pro: gegen Hitze und Burn-in
Die Netzteilelektronik setzt auf GaNFET statt auf klassische Silizium-MOSFETs. ASUS nennt rund 35 Prozent weniger Abwärme und 10 Prozent niedrigere Temperaturen am Lüfter. Auf der Computex hatte das Unternehmen im Direktvergleich 12 Grad Unterschied gezeigt. Weniger Wärme im Gehäuse bedeutet bei OLED direkt mehr Reserve für die Lebensdauer des Panels.
Dazu kommt OLED Care Pro. Der Neo-Proximitysensor erkennt jetzt in fünf Empfindlichkeitsstufen, ob jemand vor dem Schreibtisch sitzt, und dimmt oder schaltet ab, sobald man weg ist. Den Auto-Away-Timer stellt man zwischen 1 und 15 Minuten ein. Pixel Cleaning, Screen Move, Logo-Dimming und Target Mode sind ebenfalls an Bord, gesteuert über die App DisplayWidget Center. ASUS gibt drei Jahre Garantie inklusive Burn-in-Abdeckung.
Monitoreinstellungen per KI-Agent
Interessantes Detail am Rande: Mit der ASUS Display Control CLI lassen sich die Monitore von kompatiblen KI-Agenten ansprechen. Statt sich durch das OSD zu klicken, sagt man einem Assistenten, dass es für die Abendschicht wärmer und dunkler werden soll, und mehrere Parameter wandern gleichzeitig, auf einem oder auf mehreren Monitoren.
Ob das mehr als eine Fußnote wird, hängt davon ab, welche Agenten die Schnittstelle tatsächlich unterstützen. Als Idee ist es trotzdem naheliegender als die nächste OSD-Menüebene.
Technische Daten im Vergleich
| Merkmal | ROG Swift OLED PG27UCWM | ROG Swift OLED PG32UCWM |
|---|---|---|
| Diagonale | 26,5 Zoll | 31,5 Zoll |
| Panel | Tandem-RGB-OLED, TrueBlack Glossy | Tandem-RGB-OLED, TrueBlack Glossy |
| Auflösung | 3.840 × 2.160 (ca. 166 ppi) | 3.840 × 2.160 (ca. 140 ppi) |
| Bildwiederholrate | 240 Hz (4K) / 480 Hz (FHD) | 240 Hz (4K) / 480 Hz (FHD) |
| Reaktionszeit | 0,03 ms (GtG) | 0,03 ms (GtG) |
| Kontrast | 1.500.000:1 | 1.500.000:1 |
| Spitzenhelligkeit | 1.000 cd/m² (HDR) | 1.000 cd/m² (HDR) |
| HDR | DisplayHDR 400 True Black, Dolby Vision | DisplayHDR 400 True Black, Dolby Vision |
| Farbraum | 99 % DCI-P3, Delta E < 2, 10 Bit | 99 % DCI-P3, Delta E < 2, 10 Bit |
| Anschlüsse | DisplayPort 2.1a (UHBR20), 2× HDMI 2.1, USB-C mit 90 W PD, Kopfhörerausgang | DisplayPort 2.1a (UHBR20), 2× HDMI 2.1, USB-C mit 90 W PD, Kopfhörerausgang |
| VRR | G-Sync Compatible, FreeSync Premium Pro | G-Sync Compatible, FreeSync Premium Pro |
| Ergonomie | Höhe 0 bis 110 mm, Swivel ±30°, Tilt -5° bis +20°, Pivot -90° bis +90° | Höhe 0 bis 110 mm, Swivel ±30°, Tilt -5° bis +20° |
| Garantie | 3 Jahre inkl. Burn-in | 3 Jahre inkl. Burn-in |
| UVP | 1.249,90 Euro | 1.359,90 Euro |
Preise und Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz
ASUS nennt 1.249,90 Euro für den PG27UCWM und 1.359,90 Euro für den PG32UCWM, jeweils als UVP inklusive Mehrwertsteuer. In der Schweiz gelten dieselben Zahlen in Franken. Beide Monitore stehen ab sofort im Fachhandel und in den üblichen Online-Shops.
Günstig ist das nicht, und ComputerBase ordnet die Preise ebenfalls im oberen Bereich ein. Für eine neue Panel-Generation ist ein Aufschlag allerdings die Regel, nicht die Ausnahme. Wer nur 4K und 240 Hz will, bekommt das bei WOLED- und QD-OLED-Modellen längst für deutlich weniger.
Einordnung: für wen sich das lohnt
Der spannende Fall ist der Mischbetrieb. Wer den Monitor tagsüber für Text, Code und Tabellen nutzt und abends spielt, hat mit dem fehlenden weißen Subpixel den größten Gewinn: keine Farbsäume an Schriftkanten, dafür OLED-Schwarz und 240 Hz. Genau dieser Kompromiss war bei OLED bisher am unbefriedigendsten gelöst.
Wer dagegen vor allem HDR-Filme in einem hellen Raum schauen will, sollte die 400-True-Black-Zertifizierung im Blick behalten. Und wer nur die höchste Bildwiederholrate sucht, bekommt bei den 540- und 720-Hz-Modellen mehr fürs Geld. Belastbare Messwerte zur Textschärfe und zum tatsächlichen Helligkeitsverhalten liefern erst unabhängige Tests, die in den nächsten Wochen kommen dürften.
FAQ zu den ROG Swift OLED PG27UCWM und PG32UCWM
Was kosten die ROG Swift OLED PG27UCWM und PG32UCWM?
Der PG27UCWM kostet 1.249,90 Euro, der PG32UCWM 1.359,90 Euro. Beide Preise sind UVP inklusive Mehrwertsteuer und gelten in der Schweiz identisch in Franken.
Was ist Tandem-RGB-OLED?
Es ist ein OLED-Panel von LG Display mit mehreren übereinander liegenden Emissionsschichten (Tandem) und Subpixeln in Streifenanordnung aus Rot, Grün und Blau. Das weiße Subpixel herkömmlicher WOLED-Panels fällt weg, was Farbraum und Textschärfe verbessert.
Wie funktioniert der Dual-Mode?
Über das Monitormenü wechselt man zwischen 3.840 × 2.160 Pixeln bei 240 Hz und 1.920 × 1.080 Pixeln bei 480 Hz. Die Umschaltung erfolgt direkt im Panel, nicht per Skalierung im Treiber.
Wie hell werden die Monitore?
ASUS gibt 1.000 cd/m² Spitzenhelligkeit in HDR an. Zertifiziert sind beide nach VESA DisplayHDR 400 True Black, also eine Stufe unter den hellsten Tandem-WOLEDs mit 500.
Wie gut sind sie gegen Burn-in geschützt?
Über OLED Care Pro mit Neo-Proximitysensor, Pixel Cleaning, Screen Move und Logo-Dimming. Dazu gibt ASUS drei Jahre Garantie inklusive Burn-in-Abdeckung.
Welcher der beiden ist der richtige?
Der PG27UCWM ist mit rund 166 ppi das schärfere Bild auf kleinerer Fläche und bietet zusätzlich Pivot. Der PG32UCWM liefert mit 31,5 Zoll mehr Arbeitsfläche bei etwa 140 ppi.
Fazit
Mit dem PG27UCWM und dem PG32UCWM bringt ASUS die erste OLED-Generation in den Handel, die sich nicht mehr über die Bildwiederholrate definiert, sondern über das Subpixel-Layout. Genau das ist der Punkt, an dem OLED-Monitore für Schreibtischarbeit interessant werden: RGB-Stripe statt weißem Subpixel, dazu 4K mit 240 Hz, ein Dual-Mode mit 480 Hz und ein kühleres GaNFET-Netzteil. Der Preis liegt klar über dem, was vergleichbare 4K-OLEDs derzeit kosten, und bei der HDR-Helligkeit bleibt Luft nach oben. Für alle, die einen Monitor für Arbeit und Gaming gleichzeitig suchen, ist dieser ROG Swift OLED trotzdem der interessanteste Neuzugang des Jahres.
Quellen: ASUS (PG27UCWM), ASUS (PG32UCWM), ASUS Pressemitteilung, ComputerBase