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Ayaneo Next II: XXL-Handheld mit Desktop-Power und 115-Wh-Akku

Mit dem Ayaneo Next II positioniert sich ein neuer Windows-Gaming-Handheld am oberen Ende der Leistungsskala: Ein AMD Ryzen AI Max+ 395 („Strix Halo“) mit bis zu 85 Watt TDP, ein 9,06-Zoll-OLED mit bis zu 165 Hz und ein riesiger 115-Wh-Akku sollen Desktop-ähnliche Performance in ein tragbares Format bringen. Offizielle Angaben zu Preis und Erscheinungstermin gibt es zwar noch nicht, doch die vorgestellten technischen Eckdaten zeigen klar, wohin die Reise im High-End-Handheld-Segment geht.​

  • Ryzen AI Max+ 395 (Strix Halo) mit 16 Zen-5-Kernen, Radeon 8060S (40 CUs) und bis zu 85 Watt TDP.​
  • 9,06-Zoll-OLED mit 2.400 × 1.504 Pixeln, bis zu 165 Hz, 1.100 cd/m² und 5.280-Hz-PWM-Dimming.​
  • 115-Wh-Akku für lange Sessions trotz hoher Leistungsaufnahme der APU.​
  • Hall-Joysticks, Hall-Trigger, Dual-Touchpads, Front-Stereo-Speaker und Windows mit AYASpace-Frontend.​

Strix Halo-APU und Kühlung im Handheld-Format

Herzstück des Ayaneo Next II ist der AMD Ryzen AI Max+ 395, eine Strix-Halo-APU mit 16 Zen-5-Kernen und einer integrierten Radeon-8060S-GPU mit 40 Compute Units auf Basis der RDNA-3.5-Architektur. Ayaneo erlaubt der APU eine TDP von bis zu 85 Watt, was für einen Handheld extrem hoch ist und leistungsmäßig eher an kompakte Gaming-Notebooks erinnert als an klassische mobile Konsolen. Entsprechend setzt das Gerät auf ein Kühlsystem mit zwei Lüftern, um die Abwärme unter Kontrolle zu halten und Throttling in GPU- und CPU-lastigen Szenarien so weit wie möglich zu vermeiden.​

Ayaneo Next II
Bild: Ayaneo

Die hohe Leistungsaufnahme macht in dieser Kombination nur mit einem entsprechend dimensionierten Akku Sinn, weshalb Ayaneo einen Energiespeicher mit 115 Wattstunden verbaut – mehr als bei vielen Ultrabooks. Rechnerisch wären bei dauerhaft maximaler APU-Last rund anderthalb Stunden Laufzeit möglich, allerdings ohne Berücksichtigung weiterer Komponenten wie Display, Speicher oder Lüfter. In der Praxis ist deshalb mit stark schwankenden Laufzeiten je nach Leistungsprofil zu rechnen, von kurzen Sessions im Maximalmodus bis hin zu deutlich längeren Spielzeiten bei reduzierter TDP und adaptiver Bildwiederholrate. Plausibel ist dieses Setup vor allem für Nutzer, die bewusst sehr hohe Performance mobil oder zumindest leicht transportabel nutzen wollen und die Einschränkungen bei Gewicht und Akkubelastung in Kauf nehmen.​

9-Zoll-OLED mit 165 Hz und großer Akku als Duo

Für die Bildausgabe verbaut Ayaneo ein 9,06 Zoll großes OLED-Panel mit einer Auflösung von 2.400 × 1.504 Pixeln im 16:10-Format, das besonders bei PC-Spielen von der zusätzlichen vertikalen Fläche profitiert. Die Bildwiederholrate lässt sich zwischen 60, 90, 120, 144 und 165 Hz umschalten, was sowohl für energieeffizientere Modi als auch für maximal flüssiges Gameplay bei schnellen Titeln ausgelegt ist. Mit einer angegebenen Spitzenhelligkeit von 1.100 cd/m² und PWM-Dimming bei 5.280 Hz adressiert das Display typische OLED-Schwächen wie Flimmern bei niedriger Helligkeit und soll zugleich auch in hellen Umgebungen gut ablesbar bleiben.​

Ayaneo Next II
Bild: Ayaneo

Der 115-Wh-Akku passt in dieses Konzept, da hohe Bildwiederholraten, hohe Helligkeit und eine starke APU zusammen erhebliche Leistungsreserven erfordern. In „Worst-Case“-Szenarien mit 85-Watt-TDP, maximaler Displayhelligkeit und hoher Framerate dürfte die Laufzeit überschaubar bleiben, im moderaten Bereich mit reduziertem Power-Limit und 60 oder 90 Hz erscheinen längere Sessions jedoch realistisch. Gleichzeitig bedeutet die Kapazität von 115 Wh, dass der Handheld im Flugverkehr unter spezielle Transportregeln für große Lithium-Ionen-Akkus fallen kann, was bei Reisen eine Rolle spielt. Insgesamt ergibt sich ein klarer Fokus auf Performance und Spielbarkeit über möglichst lange Zeit, weniger auf kompromisslose Mobilität im Sinne von Gewicht oder Handgepäck-Tauglichkeit.​

Eingabegeräte, Audio und Software-Oberfläche

Beim Bedienkonzept setzt der Next II auf eine Kombination aus Hall-Joysticks, Hall-Triggern und zwei Touchpads, die an Controller-Layouts aus dem PC-Gaming-Bereich erinnern. Hall-Sensoren erfassen Bewegungen über Magnetfelder und arbeiten damit verschleißarm, mit praktisch keinem Drift und hoher Präzision – ein klares Plus gegenüber klassischen Potentiometer-Sticks, gerade bei langen Einsatzzeiten. Die Trigger lassen sich im Dual-Mode entweder linear wie bei analogen Gas- oder Bremspedalen oder als schnelle, klickende Micro-Switch-Variante nutzen, was sowohl für Racing- als auch für Shooter-Setups attraktiv ist. Ergänzt wird das Layout durch ein 8-Wege-D-Pad, zusätzliche Rückseitentasten pro Hand und zwei nach vorn abstrahlende Stereo-Lautsprecher, die das Audio direkt zum Spieler ausrichten.​

Ayaneo Next II
Bild: Ayaneo

Softwareseitig läuft der Handheld mit Windows, das Ayaneo mit seiner eigenen AYASpace-Oberfläche ergänzt, um eine konsolenähnliche Bedienung auf dem 9-Zoll-Touchscreen zu ermöglichen. AYASpace dient als Launcher, Profil- und Performance-Zentrale, in der sich TDP, Lüfterverhalten, Eingabemapping und Display-Optionen anpassen lassen.

Ayaneo Next II
Bild: Ayaneo

Konkrete Angaben zur Integration von Microsofts Xbox Full Screen Experience liegen aktuell nicht vor, was darauf hindeutet, dass Ayaneo zunächst auf die eigene Software-Plattform setzt und gegebenenfalls später nachrüstet. Angesichts der Hardware-Spezifikationen erscheint es plausibel, dass der Next II im Zielsegment vor allem mit Geräten wie ROG Ally, GPD Win und OneXPlayer konkurrieren wird, diese aber bei der Rohleistung deutlich übertrifft.​

Ausblick, Verfügbarkeit und Einordnung im Markt

Offiziell nennt Ayaneo für den Next II bislang weder Preis noch konkreten Marktstart, was im Umfeld des Herstellers nicht unüblich ist, da viele Modelle zunächst per Crowdfunding oder Vorbestellerkampagnen anlaufen. Den bislang veröffentlichten Bildern und Informationen nach ist mit Varianten in Schwarz und Weiß zu rechnen, dazu einem klar auf Enthusiasten ausgerichteten Preisniveau, das angesichts Strix-Halo-APU, großem OLED und 115-Wh-Akku eher im oberen Bereich des Handheld-Markts liegen dürfte. Der Next II versteht sich damit weniger als Mainstream-Gerät, sondern als technisches Statement, wie weit sich Leistungsdichte und KI-fähige Mobilhardware aktuell treiben lassen. Sollte Ayaneo bei Kühlung, Ergonomie und Software-Feinschliff liefern, könnte der Handheld eine neue Referenz für portable PC-Gaming-Power setzen – wenngleich mit bewusst akzeptierten Kompromissen bei Gewicht, Preis und absoluter Mobilität.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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