Beats 360: Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Wechselpolstern, starker ANC und 32 Stunden Akku

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
Beats 360
Bild: Beats

Beats hat mit dem Beats 360 einen komplett neu entwickelten Over-Ear-Kopfhörer vorgestellt. Er kostet 349,99 US-Dollar, bringt austauschbare Ohr- und Kopfbügelpolster mit und soll laut Hersteller die bislang beste ANC-Leistung aller Beats-Modelle liefern. Ab dem 24. September 2026 ist er bei Apple sowie im Apple-Handel in über 100 Ländern erhältlich.

Für basic-tutorials.de ist das aus zwei Gründen interessant: Beats positioniert sich damit erstmals direkt zwischen den eigenen Studio Pro und Apples AirPods-Familie, und die Wechselpolster sind ein Konzept, das es bei einem Over-Ear-Beats-Modell bislang nicht gab.

Das ist neu am Beats 360

Der auffälligste Unterschied zu den bisherigen Beats-Kopfhörern steckt im Detail: Ohr- und Kopfbügelpolster lassen sich ohne Werkzeug abnehmen und tauschen. Zur Wahl stehen zwei Materialien, Performance Knit (atmungsaktives Gewebe mit 36 Mikrofäden pro Strang) und UltraPlush (weiches Kunstleder), außerdem sechs Farben inklusive der Sondertöne Volt und Navy, die es nur als separates Polster-Kit gibt. Insgesamt kommt Beats damit auf mehr als 30 Kombinationsmöglichkeiten. Sensoren im Gehäuse erkennen automatisch, welches Polstermaterial gerade verbaut ist, und passen Klangbild und ANC entsprechend an.

Beats 360
Bild: Beats

Akustisch verspricht Beats den bisher stärksten Kopfhörer der Marke: Aktive Rauschunterdrückung mit bis zu 1,75-facher Leistung gegenüber dem Studio Pro, dazu 12 dB mehr Ausgangslautstärke. Acht Mikrofone übernehmen die ANC-Analyse, ein eigens entwickelter Beats-Chip regelt die Verarbeitung und die Verbindung zu iOS- und Android-Geräten. Neu ist außerdem IPX4-Schutz gegen Schweiß und Spritzwasser, den bislang kein Over-Ear-Modell von Beats hatte.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Beats 360
Preis 349,99 US-Dollar
Verfügbarkeit ab 24. September 2026, apple.com und Apple Stores
Gewicht knapp 300 Gramm
Akkulaufzeit bis zu 32 Stunden mit aktiver ANC
Schnellladung 5 Minuten Fast Fuel = 1 Stunde Wiedergabe
Wasserschutz IPX4
Bluetooth 5.3, Class 1
Räumlicher Klang Personalisiertes Spatial Audio mit dynamischem Head-Tracking, Dolby Atmos
Farben Schwarz, Cloud, Pink, Sky (Kernfarben); Volt und Navy nur als Polster-Kit
Polstermaterialien Performance Knit, UltraPlush
Ersatzpolster 49,99 US-Dollar, zum Marktstart in ausgewählten Regionen 9,99 US-Dollar

Wechselpolster: Personalisierung, die es bislang nur bei den AirPods Max gab

Dass sich Ohrpolster tauschen lassen, ist an sich kein neues Prinzip, aber bei Beats bisher unüblich. Apples AirPods Max 2 machen es mit ihren Cushions vor, und der Beats 360 zieht optisch und funktional nach, richtet sich preislich mit 349,99 US-Dollar aber deutlich günstiger aus als Apples Flaggschiff. Wer regelmäßig zwischen Büro und Sport wechselt, kann so zwischen dem kühleren, atmungsaktiven Performance-Knit-Polster und der weicheren UltraPlush-Variante wechseln, ohne den Kopfhörer selbst zu tauschen.

Beats 360
Bild: Beats

Die Polster-Kits kosten regulär 49,99 US-Dollar und werden nur paarweise verkauft, zum Marktstart gibt es sie in ausgewählten Regionen für 9,99 US-Dollar als Einführungsangebot. Für Deutschland liegt noch keine offizielle Bestätigung vor, ob diese Aktion hier ebenfalls gilt.

Klang und ANC: Was erste Tests zeigen

Während Beats selbst naturgemäß nur Superlative verspricht, gibt es inzwischen erste unabhängige Einschätzungen. Mac Life hat den Beats 360 in der Praxis getestet und vergibt die Note 1,3 („sehr gut“). Gelobt werden ein ausgewogener, nicht mehr übermäßig bassbetonter Klang, eine robuste Rauschunterdrückung und der Tragekomfort: Mit knapp 295 Gramm und einem dünnen Kopfbügel mit innenliegender Stahlfeder soll der Kopfhörer auch bei langem Tragen und mit Brille bequem sitzen. Kritisiert werden dagegen die fehlende Kabelverbindung per 3,5-mm-Klinke oder USB-C sowie der Umstand, dass sich Ersatzpolster nur im Paar kaufen lassen.

Im direkten Vergleich zu Apples AirPods Max 2 kommt der Beats 360 laut den bisherigen Berichten nah heran, ohne alle Funktionen zu bieten, die exklusiv am H2-Chip hängen. Wer schon mit anderen ANC-Kopfhörern wie den Bose QuietComfort Ultra liebäugelt, bekommt mit dem Beats 360 nun eine weitere, deutlich günstigere Alternative mit vergleichbarer ANC-Leistung.

Preis und Verfügbarkeit

Der Beats 360 kostet 349,99 US-Dollar und ist seit dem 24. September 2026 über apple.com sowie in Apple Stores in mehr als 100 Ländern erhältlich. In Deutschland ist er ab sofort in vier Farben für 349,95 Euro erhältlich.

Fazit

Der Beats 360 ist der bislang konsequenteste Versuch von Beats, sich von der reinen Bass-Marke zu lösen und ein ausgewogenes Klangbild mit hoher Personalisierung zu verbinden. Austauschbare Polster, verbesserte ANC und IPX4-Schutz machen ihn zu einer ernstzunehmenden Alternative zu AirPods Max 2 und Bose QuietComfort, vor allem für alle, die zwischen Apple- und Android-Geräten wechseln. Ob sich der Umstieg lohnt, hängt am Ende davon ab, wie wichtig einem Kabelanschluss und volle Kompatibilität mit dem Apple-Ökosystem sind. Wer beides nicht zwingend braucht, bekommt mit dem Beats 360 einen der derzeit interessantesten Over-Ear-Kopfhörer am Markt.