Am Rande der IFA 2026 in Berlin haben wir uns mit Jay Wu, Präsident von BenQ Europe, zusammengesetzt. Der Mann, der BenQs Europageschäft seit Jahren lenkt, hatte auf der diesjährigen IFA einiges zu erzählen. In unserem Gespräch ging es um INFTYLAB – eine neue Sub-Marke speziell für Apple-Nutzer –, um die erste Monitorleuchte der Welt speziell für den iMac und um einen Schritt, der in der Consumer-Elektronik wirklich selten ist. Was Wu erzählt hat, fassen wir hier zusammen.
„Die IFA ist für BenQ mehr als eine Produktschau. Sie ist eine wichtige Plattform, um unsere Innovationskraft und das langfristige Engagement im europäischen Markt zu demonstrieren.“
Jay Wu, President BenQ Europe
Warum eine eigene Marke für Apple-Nutzer?
Der Ausgangspunkt war laut Wu denkbar simpel: „Wenn man unseren Monitorarm neben einen iMac stellt, passt das optisch einfach nicht.“ Das klingt wie eine Kleinigkeit – führte aber zu einer konsequenten Entscheidung. BenQ hat unter dem Namen INFTYLAB eine eigene Sub-Marke gegründet, die sich ausschließlich an das Apple-Ökosystem richtet. Zum Start erscheinen drei Produkte.

Der INFTYLAB Studio Arm ist nach Herstellerangaben der erste Monitorarm, der speziell für Apples Display-Lineup entwickelt wurde – kompatibel mit Apple Studio Display, Studio Display XDR und dem 24-Zoll-iMac. Das patentierte ZeroTune-System soll die Gewichtsanpassung ohne Werkzeug und modellspezifisch für jede Apple-Display-Generation ermöglichen. Die Kabel verschwinden dabei vollständig im Arm. Wichtig für Apple-Fans: das Apple-Logo lässt sich nach wie vor erkennen.
Die INFTYLAB M Mouse ist eine ergonomische Maus, die typische Mac-Gesten nativ unterstützt. Die Abtastrate liegt bei 125 Hz via Bluetooth und bis zu 1.000 Hz via USB-C oder 2,4-GHz-Funk. Die INFTYLAB Flow Desk Mat rundet das Launch-Lineup ab: eine 800 × 400 mm große Schreibtischmatte mit Lederoptik-Oberfläche und integriertem Kabelmanagement. Alle drei Produkte sind ab dem 9. September 2026 erhältlich.
Die Entstehungsgeschichte hinter INFTYLAB erzählte Jay Wu im Interview: BenQ erkannte, dass ein Großteil der Zielgruppe für seine PD-Monitorserie – Designer und Fotografen – mit Mac arbeitet. Daraus entstand zunächst die MA-Serie für Mac. Als BenQ dann seinen bestehenden Monitorarm neben einem iMac platzierte, passte das Design schlicht nicht. Das war der Auslöser, einen Arm speziell für das Apple-Display-Lineup zu entwickeln – und daraus wuchs der Gedanke, die gesamte Arbeitsumgebung von Mac-Nutzern neu zu denken.
Die Idee hinter der iScreenBar
Dieselbe Logik – optische Stimmigkeit vor bloßer Funktion – stand laut Wu auch am Anfang der BenQ iScreenBar. Die Ausgangslage beschreibt er im Gespräch so: Wer eine normale ScreenBar auf einem iMac befestigt, merkt sofort, dass das nicht zusammenpasst. Also haben wir eine Leuchte entwickelt, die sich in Form, Material und Oberfläche nahtlos einfügt. Das Ergebnis ist nach Herstellerangaben die weltweit erste Monitorleuchte, die speziell für den iMac konzipiert wurde.
Das CNC-gefräste Aluminiumgehäuse in Silber lehnt sich optisch an das iMac-Design an; befestigt wird sie per Magnetklemme an der Rückseite des Geräts – kompatibel mit iMac 2021 und neuer. Kamera, Mikrofon und das Apple-Logo bleiben dabei unverdeckt. Das Licht verteilt BenQs ASYM-Light-Technologie asymmetrisch über den Schreibtisch, ohne den Monitor zu blenden. Die iScreenBar ist per macOS-App steuerbar und wurde 2026 mit Red Dot Design Award und iF Design Award ausgezeichnet. Preisempfehlung in Deutschland: 179 Euro, in Silber ab sofort erhältlich.
Varianten in Blau und Grün (zwei der beliebtesten iMac-Farben) sollen bis Ende 2026 folgen. Wer bereits die BenQ ScreenBar Halo 2 kennt, findet in der iScreenBar deren konsequente Weiterentwicklung für die Apple-Welt. Für Setups mit zwei Monitoren bringt BenQ zeitgleich die ScreenBar Max auf den Markt. Die teleskopisch verstellbare Leuchte nutzt ASYM-TriZone Light, verteilt Licht auf einer Fläche von 135 × 58 cm mit bis zu 1.400 Lux im Zentrum und blendet dabei weder Bildschirm noch Augen. Preisempfehlung: 269 Euro. Auch die ScreenBar Max wurde mit dem Red Dot Design Award 2026 ausgezeichnet.
Monitore, die den Mac verstehen
Am Messestand konnten wir uns auch die weiterentwickelte MA-Serie ansehen. Die Monitore richten sich an MacBook Pro, MacBook Air und Mac mini und entstammen derselben Überlegung wie INFTYLAB: Sie decken 97 % des P3-Farbraums ab, lassen sich per Single-USB-C-Kabel (90 W) mit dem MacBook verbinden und übernehmen über BenQ Display Pilot 2 Mac-typische Tastaturbefehle für Helligkeit und Lautstärke. Erhältlich sind die Modelle als Nano-Gloss- und Nano-Matte-Variante.
Wer den BenQ MA270S mit Thunderbolt 4 kennt, bekommt mit der neuen MA-Generation nochmals überarbeitete Farbkalibrierung und erweiterte Konnektivität. Wu geht im Gespräch auch auf das Gaming-Segment ein. Im MOBIUZ EX321UZ nutzt BenQ seine Color Lab-Technologie, um Farben nach Kunststil statt nach Spielgenre anzupassen – drei Modi stehen bereit: Fantasy, Realistisch und Science-Fiction. Kurz vor der IFA hatte BenQ außerdem den MOBIUZ EX271QMZ mit QD-OLED-Panel und 240 Hz vorgestellt.
Was sonst noch im Gepäck ist
Apple-Ökosystem und Schreibtisch sind freilich nicht das einzige Thema. Wu weist auf der Messe auch auf neue Heimkino-Projektoren hin: Die Modelle W4200, TK715i und AK900ST richten sich an den Heimkino-Markt. Alle drei setzen auf KI-gestützte Bild- und Kontrastoptimierung, einen mehrstufigen De-Speckle-Filter sowie flexible Aufstellmöglichkeiten, um unterschiedliche Raumsituationen zu bedienen.
Verantwortung gegenüber Kunden und Umwelt
Ergänzend skizzierte Jay Wu die Nachhaltigkeitsstrategie für Europa: Die Unternehmensflotte der europäischen Zentrale in den Niederlanden soll ab 2027 vollständig auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Außerdem prüft BenQ den Umstieg auf Ökostrom für den Bürobetrieb – aktuell liegt der Anteil noch bei null, das zugemietete Gebäude lässt keine Solaranlage zu. Papierverpackungen für viele Produkte sind am Stammsitz bereits implementiert.
Unser Eindruck
Jay Wu hat uns auf der IFA 2026 ein BenQ gezeigt, das weniger auf Volumen setzt als auf klar definierte Zielgruppen – und bereit ist, für diese Gruppen komplett neue Marken zu gründen, wenn die bestehenden Produkte nicht passen. INFTYLAB und die iScreenBar sind dafür das stärkste Beispiel.