Bose QuietComfort Kopfhörer (2. Generation): TrueSpatial, neues Design und 349,95 Euro

Philipp Briel
Philipp Briel · 9 Min. Lesezeit
Bose QuietComfort Kopfhörer (2. Generation)
Bild: Bose

Die Bose QuietComfort Kopfhörer (2. Generation) kosten 349,95 Euro, sind ab dem 6. August 2026 für MyBose-Mitglieder auf bose.de vorbestellbar und werden ab dem 13. August ausgeliefert. Die wichtigste Neuerung ist Bose TrueSpatial: Damit wandern drei Immersive-Audio-Modi in die Mittelklasse, die bislang der deutlich teureren QuietComfort Ultra vorbehalten waren. Dazu kommt ein überarbeitetes Noise Cancelling, das Bose jetzt QuietControl nennt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preis: 349,95 Euro UVP, 50 Euro unter dem Startpreis des Vorgängers von 2023
  • Bose TrueSpatial mit Still-Modus, Motion-Modus und Kinomodus, vorher exklusiv in der Ultra-Serie
  • Noise Cancelling heißt jetzt QuietControl: sechs Mikrofone, neue adaptive Feedforward-Steuerung
  • Verlustfreies USB-C-Audio bis 24 Bit/48 kHz, dazu Zweiwege-USB-C für Zoom und Teams
  • Bluetooth Core 5.4 mit Multipoint und Google Fast Pair
  • Bis zu 24 Stunden Akku, 18 Stunden mit 360-Grad-Sound, Laden während des Tragens möglich
  • Fünf Farben, davon drei limitiert: Eukalyptus-Grün, Tautropfen-Minze, Maulbeer-Rosa
  • Vorbestellung ab 6. August 2026, Versand ab 13. August 2026

TrueSpatial: Der Ultra-Modus rutscht eine Klasse nach unten

Bose TrueSpatial ist der eigentliche Grund, warum diese Generation mehr als ein Design-Refresh ist. Die Technologie schaltet drei Bose-Immersive-Audio-Modi frei, die vorher nur die QuietComfort Ultra beherrschte. Das Prinzip: Der Stereoklang wird virtualisiert und so vor dir positioniert, als würdest du vor einem 2.0-Lautsprechersystem im Sweet Spot sitzen.

Die drei Modi unterscheiden sich darin, wie sie mit Kopfbewegungen umgehen. Der Still-Modus verankert den Klang im Raum, auch wenn du den Kopf von links nach rechts drehst. Der Motion-Modus lässt den Ton den Kopfbewegungen folgen, was laut Bose vor allem unterwegs sinnvoll ist. Der Kinomodus ordnet Hintergrundgeräusche und Effekte räumlich an, erweitert die Klangbühne und soll Dialoge klar in der Mitte halten. Für Serien, Filme und Podcasts ist das der interessanteste der drei.

Bekannt ist die Technik übrigens auch außerhalb von Bose: Skullcandy lizenziert sie und hat sie beim Crusher 1080 ANC zusammen mit QuietControl verbaut. Dass Bose die eigene Mittelklasse jetzt nachzieht, war insofern absehbar.

QuietControl: Brillenträger profitieren am deutlichsten

Das Noise Cancelling trägt einen neuen Namen und arbeitet nach Herstellerangaben in mehreren Punkten besser als in der ersten Generation. Verantwortlich sind neue adaptive Feedforward-Steuerungen. Die spannendste Konsequenz betrifft eine Gruppe, die bei Over-Ear-Kopfhörern seit Jahren mit dem gleichen Problem lebt: Brillenbügel, dichte Haare oder ein Hut brechen die Abdichtung der Ohrmuschel, und mit der Abdichtung fällt die ANC-Leistung.

Genau da setzt QuietControl an. Das Sechs-Mikrofonsystem kompensiert laut Bose Lücken in der Abdichtung, sodass die Geräuschunterdrückung auch bei nicht idealem Sitz erhalten bleibt. Ob das im Alltag so eindeutig funktioniert, muss ein Test zeigen. Als Ansatz ist es aber sinnvoller als noch mehr Dämpfungsleistung bei perfektem Sitz.

Im Aware-Modus reagiert ActiveSense nun sanfter auf plötzliche Geräuschspitzen, etwa vorbeifahrende Züge. Wer das nicht mag, kann das Noise Cancelling in der Bose App manuell regeln oder komplett abschalten. Eigene Custom Modes lassen sich anlegen und über die Aktionstaste an der linken Hörmuschel durchschalten.

Verlustfrei per Kabel: USB-C bis 24 Bit/48 kHz

Der zweite große Zugewinn steckt im Anschluss. Über USB-C geben die Kopfhörer verlustfrei bis 24 Bit und 48 kHz wieder. Das ist kein Audiophilen-Feature für die Vitrine, sondern schlicht die Antwort auf Apple Music Lossless, Tidal und Qobuz, die per Bluetooth bislang immer durch einen verlustbehafteten Codec mussten.

Praktischer ist im Büroalltag vermutlich das Zweiwege-USB-C-Audio: Ausgabe und Mikrofoneingang laufen über dasselbe Kabel, also auch in Zoom und Microsoft Teams. Ein USB-C-zu-3,5-mm-Kabel liegt bei, damit analoge Quellen und Bordunterhaltungssysteme im Flugzeug weiter funktionieren. Den bekannten SoundDesign-Signalprozessor behält Bose bei.

Neues Design mit versteckten Farbakzenten

Optisch ist das der sichtbarste Umbruch seit Jahren. Das Kopfband bekommt glatte, verstellbare Schieberegler, die Polster bestehen aus weicherem synthetischem Leder und legen sich in einer konturierten Silhouette an den Kopf. Die Anpresskraft hat Bose überarbeitet, um festen Sitz und leichtes Tragegefühl zusammenzubringen. Neu sind außerdem ovalförmige Ohrmuscheln für ein gleichmäßigeres Profil.

Der eigentliche Hingucker sitzt innen: versteckte Farbakzente in den Ohrmuscheln, die ein Zweifarbendesign ergeben. Neben Schwarz und Rauchweiß gibt es drei limitierte Varianten.

  • Eukalyptus-Grün mit einem gelben Innenleben, laut Bose an aktuellen Modefarben orientiert
  • Tautropfen-Minze als Neunziger-Hommage, mit türkisfarbenen Ohrmuscheln
  • Maulbeer-Rosa nach der englischen Rose „Munstead Wood“, kombiniert mit leuchtendem Fuchsiarosa

Vorab kursierende Händlerleaks hatten von sechs Farben gesprochen, darunter Haselnuss-Taupe und Rosenholz-Mauve. In der offiziellen Ankündigung tauchen diese Varianten nicht auf. Möglich ist, dass sie später oder marktabhängig folgen.

Bedienung und Konnektivität

Bose bleibt bei physischen Tasten statt Touchflächen, was in dieser Preisklasse inzwischen selten geworden ist. Rechts liegen Wiedergabe, Lautstärke und Anrufsteuerung. Links sitzt eine eigene Taste für den Hörmodus, die zusätzlich Sprachassistent-Kurzbefehle des Quellgeräts oder Spotify Tap auslöst.

Funkseitig gibt es Bluetooth Core 5.4 mit Multipoint für zwei parallel verbundene Geräte. Android-Nutzer bekommen Google Fast Pair. In der Bose App warten ein Drei-Band-Equalizer, eigene Hörmodi, Shortcut-Konfiguration, Geräteverwaltung und Firmware-Updates.

Akku: 24 Stunden, aber nicht mit Spatial Audio

Die Laufzeit liegt bei bis zu 24 Stunden und damit auf dem Niveau des Vorgängers. Mit aktiviertem 360-Grad-Sound sinkt sie auf 18 Stunden, was der übliche Preis für Head Tracking und Virtualisierung ist. Nachladen geht während des Tragens, die Wiedergabe läuft dabei weiter. Reicht es trotzdem nicht, liefern 15 Minuten am Kabel bis zu 2,5 Stunden Wiedergabe.

Ein Fortschritt bei der Laufzeit ist das nicht. Angesichts von Modellen wie dem JBL Tour One M3 oder günstigen Over-Ears mit 60 Stunden und mehr bleibt das der schwächste Punkt auf dem Datenblatt.

Einordnung: zwischen Ultra und Preis-Leistungs-Konkurrenz

Mit 349,95 Euro positioniert Bose die neue QuietComfort 100 Euro unter der QuietComfort Ultra der zweiten Generation, die bei Bose derzeit 449,95 Euro kostet. Die Ultra behält CustomTune, die längere Laufzeit und das laut Bose stärkere Noise Cancelling. TrueSpatial und verlustfreies USB-C-Audio sind dagegen kein Ultra-Privileg mehr, und das verschiebt die Rechnung spürbar.

Interessant ist der Vergleich zum eigenen Vorgänger. Der startete 2023 mit 399,95 Euro und ist inzwischen bei Bose für 249,95 Euro gelistet, im Handel laut Preisvergleichen sogar ab rund 180 Euro. Wer TrueSpatial und USB-C-Audio nicht braucht, bekommt dort weiterhin das bekannte Bose-ANC zum halben Preis. Unser Test der Bose QuietComfort 45 zeigt, wie langlebig diese Grundabstimmung ist.

Auf der anderen Seite steht die Premium-Konkurrenz. Der Sennheiser Momentum 5 Wireless setzt auf austauschbaren Akku und Reparierbarkeit, Sony punktet mit dem WH-1000XM6 beim Funktionsumfang. Boses Argument bleibt, was es seit Jahren ist: Komfort über lange Tragezeiten und ein ANC, das im Alltag unauffällig gut funktioniert.

Technische Daten: Bose QuietComfort Kopfhörer (2. Generation)

Merkmal Wert
Typ Wireless Over-Ear, geschlossen
Noise Cancelling Bose QuietControl, adaptive Feedforward-Steuerung, 6 Mikrofone
Transparenzmodus Aware-Modus mit verbesserter ActiveSense-Reaktion
Spatial Audio Bose TrueSpatial: Still-, Motion- und Kinomodus
Signalverarbeitung Bose SoundDesign
Kabel-Audio USB-C verlustfrei bis 24 Bit/48 kHz, Zweiwege-USB-C für Anrufe
Bluetooth Core 5.4 mit Multipoint, Google Fast Pair
Akkulaufzeit bis 24 Std., 18 Std. mit 360-Grad-Sound
Schnellladen 15 Min. = bis 2,5 Std. Wiedergabe, Laden während des Tragens
Bedienung Physische Tasten, Aktionstaste links, Spotify Tap
EQ Drei-Band-Equalizer in der Bose App
Ohrmuscheln Ovalförmig, Polster aus synthetischem Leder
Farben Schwarz, Rauchweiß, Eukalyptus-Grün, Tautropfen-Minze, Maulbeer-Rosa
Lieferumfang USB-C-Kabel, USB-C-zu-3,5-mm-Kabel
Preis (UVP) 349,95 Euro
Verfügbarkeit Vorbestellung ab 6. August 2026 (MyBose), Versand ab 13. August 2026

Vergleich: QuietComfort 2. Gen, Vorgänger und QuietComfort Ultra

Merkmal QuietComfort (2. Gen) QuietComfort (1. Gen) QuietComfort Ultra (2. Gen)
Preis (UVP zum Start) 349,95 € 399,95 € 449,95 € (aktuell bei Bose)
Spatial Audio Bose TrueSpatial, 3 Modi nein 360-Grad-Sound, Cinema Mode
CustomTune nein nein ja
USB-C-Audio verlustfrei, 24 Bit/48 kHz nein verlustfrei
Bluetooth Core 5.4 5.1 5.4
Akku 24 Std. / 18 Std. 24 Std. 30 Std. / 23 Std.

Preis und Verfügbarkeit

Die Bose QuietComfort Kopfhörer der zweiten Generation kosten 349,95 Euro. Vorbestellen können MyBose-Mitglieder ab dem 6. August 2026 direkt bei Bose, der Versand beginnt am 13. August 2026. Beim Direktkauf gelten Boses 90-tägige Rückgabefrist und zwei Jahre Garantie.

FAQ zu den Bose QuietComfort Kopfhörern (2. Generation)

Was kosten die Bose QuietComfort Kopfhörer der 2. Generation?
Die UVP liegt bei 349,95 Euro. Das sind 50 Euro weniger als der Startpreis des Vorgängers von 2023.

Wann sind die neuen Bose QuietComfort Kopfhörer verfügbar?
Vorbestellungen starten am 6. August 2026 für MyBose-Mitglieder auf bose.de. Ausgeliefert wird ab dem 13. August 2026.

Was ist Bose TrueSpatial?
TrueSpatial ist Boses Spatial-Audio-Technologie. Sie virtualisiert Stereoinhalte und stellt drei Hörmodi bereit: Still-Modus mit im Raum verankertem Klang, Motion-Modus mit Head Tracking und Kinomodus für Filme und Podcasts. Bislang war die Funktion der QuietComfort Ultra vorbehalten.

Unterstützen die Kopfhörer verlustfreies Audio?
Per Kabel ja: Über USB-C geben sie bis zu 24 Bit und 48 kHz verlustfrei wieder. Über Bluetooth bleibt es bei komprimierter Übertragung.

Wie lange hält der Akku?
Bose nennt bis zu 24 Stunden. Mit aktiviertem 360-Grad-Sound sind es 18 Stunden. 15 Minuten Schnellladen reichen für bis zu 2,5 Stunden Wiedergabe, und laden lässt sich auch während des Tragens.

Welche Farben gibt es?
Schwarz und Rauchweiß dauerhaft, dazu die drei limitierten Varianten Eukalyptus-Grün, Tautropfen-Minze und Maulbeer-Rosa.

Was ändert sich beim Noise Cancelling?
Das ANC heißt jetzt QuietControl. Neue adaptive Feedforward-Steuerungen und ein Sechs-Mikrofonsystem sollen Lücken in der Abdichtung ausgleichen, etwa bei Brillenträgern oder beim Tragen eines Huts.

Fazit

Bose macht hier etwas, das man von der Marke nicht immer bekommt: Die Bose QuietComfort Kopfhörer der 2. Generation kosten weniger als der Vorgänger zum Start und liefern gleichzeitig zwei Funktionen nach, die vorher der Ultra-Klasse gehörten. TrueSpatial und verlustfreies USB-C-Audio für 349,95 Euro machen die QuietComfort zum bislang vernünftigsten Bose-Over-Ear im Portfolio.

Zwei Punkte bleiben offen. Die Akkulaufzeit stagniert bei 24 Stunden, und das ist 2026 kein Wert mehr, mit dem man wirbt. Und ob QuietControl sein Kernversprechen einlöst, bei schlechter Abdichtung stabil zu bleiben, zeigt erst der Alltag. Wer eine Brille trägt und bisher mit ANC-Kopfhörern gefremdelt hat, sollte diese Generation trotzdem im Blick behalten. Sobald wir ein Testmuster haben, liefern wir Messwerte und Höreindrücke nach.