Chrome kann ab sofort auch auf iPhone und Android komplexe Daten wie Reisepassnummer, Führerschein, Flugdaten oder Kfz-Kennzeichen automatisch in Webformulare eintragen – und zieht diese Infos auf Wunsch direkt aus dem Google Wallet. Die Funktion war bisher dem Desktop vorbehalten, jetzt rollt Google sie auf die Smartphone-Browser aus. Eingegeben wird nur mit eurer ausdrücklichen Zustimmung, sensible Daten werden verschlüsselt gespeichert.
Damit baut Google sein „erweitertes Autofill“ weiter aus, das im November 2025 auf dem Desktop gestartet ist. Wer regelmäßig Flüge eincheckt, Parkgebühren zahlt oder Reiseformulare ausfüllt, dürfte das Update spüren. Wir schauen uns an, welche Daten Chrome jetzt kennt, wie das Zusammenspiel mit dem Wallet läuft – und wo man als datenschutzbewusster Mensch genauer hinschauen sollte.
Das Wichtigste in Kürze
- Chrome füllt jetzt auch auf iOS und Android komplexe Formularfelder aus: Flugdaten, Kennzeichen, Fahrgestellnummer (FIN/VIN) und mehr.
- Über die Google-Wallet-Integration kann der Browser Führerschein-, Reisepass- und Known-Traveler-Number-Daten direkt aus dem Wallet ziehen.
- Neue Daten lassen sich beim ersten Eintippen direkt im Wallet speichern.
- Chrome speichert und füllt nur mit eurer Zustimmung, sensible Daten sind verschlüsselt.
- Verwaltet werden die Infos in den Google-Wallet-Einstellungen oder unter „Automatisches Ausfüllen und Passwörter“ in Chrome.
Was Chrome Autofill mit Google Wallet jetzt kann
Die klassische Ausfüllhilfe kennt jeder: Name, Adresse, Telefonnummer, Kreditkarte. Bequem, aber begrenzt. Genau hier setzt das erweiterte Autofill an. Google nennt als neue, komplexere Datentypen unter anderem Flugdaten zum Check-in, Führerscheindaten und Fahrzeuginformationen wie Kennzeichen oder die Fahrgestellnummer (FIN beziehungsweise VIN). Bisher gab es das nur auf dem Desktop – ab sofort auch auf den mobilen Chrome-Versionen.
Der zweite Teil des Updates ist die tiefere Verzahnung mit dem Google Wallet, und zwar plattformübergreifend. Chrome kann Formulare jetzt mit Daten ausfüllen, die im Wallet liegen: Führerscheindetails, Reisepassinformationen und die Known Traveler Number. Sind diese Angaben noch nicht im Wallet hinterlegt, könnt ihr sie beim ersten Eintippen in Chrome dort speichern lassen. Das spart die doppelte Pflege an zwei Orten.
Diese Kategorien stehen zur Verfügung
In der deutschen Chrome-Oberfläche tauchen im Bereich „Erweitertes Autofill“ unter anderem diese Einträge auf:
| Kategorie | Beispieldaten |
|---|---|
| Amtlicher Ausweis | Personalausweis, Ausweisnummer |
| Reisepass | Passnummer, Gültigkeit |
| Führerschein | Führerscheinnummer |
| Fahrzeug | Kennzeichen, Fahrgestellnummer (FIN/VIN) |
| Known Traveler Number | KTN für US-Reisen |
| Redress-Nummer | Beschwerde-/Redress-Nummer für Flugreisen |
Praktisch: Pro Kategorie lassen sich mehrere Einträge anlegen, etwa für verschiedene Fahrzeuge oder die Ausweisdaten anderer Familienmitglieder. Und ihr müsst nicht warten, bis euch eine Webseite nach den Daten fragt – in den Einstellungen lassen sich die Infos auch direkt manuell hinterlegen.
So aktiviert ihr das erweiterte Autofill
Weil Google Kennzeichen und Ausweisnummern offenbar als schützenswerter einstuft als die ohnehin gespeicherten Kreditkartendaten, sitzt die Funktion in einem optionalen Bereich, den ihr einmalig freischalten müsst. So geht’s:
- Öffnet Chrome und tippt auf das Menü (drei Punkte).
- Geht in die Einstellungen und dort in den Bereich „Automatisches Ausfüllen und Passwörter“ (früher „Passwörter und Autofill“).
- Aktiviert den Eintrag „Erweitertes Autofill“.
- Tragt eure Daten direkt ein oder lasst sie beim nächsten Formular automatisch speichern.
Die neue Einstellungsseite rollt laut 9to5Google mit Chrome 150 für Android aus. Verwalten oder löschen könnt ihr alles jederzeit – entweder hier oder in den Google-Wallet-Einstellungen. Private Pässe wie digitale Ausweise haben dabei ihre eigenen Schalter.
Praktisch, aber ein Blick auf den Datenschutz lohnt sich
Der Komfortgewinn ist offensichtlich: Wer schon mal kurz vor knapp einen Flug eingecheckt und dabei die Passnummer von der Couch zum Schreibtisch und zurück getragen hat, weiß das zu schätzen. Trotzdem gilt: Hier wandern besonders sensible Dokumentdaten in Googles Ökosystem. Google betont, dass nichts ohne eure Zustimmung gespeichert oder ausgefüllt wird und sensible Daten verschlüsselt sind.
Man sollte sich aber bewusst machen, dass Chrome damit noch enger zum persönlichen Assistenten wird, der einen großen Teil des eigenen Lebens kennt – vom Reisepass bis zur Reiseroute. Wer das nicht möchte, lässt das erweiterte Autofill einfach deaktiviert; die klassische Adress- und Zahlungsausfüllung funktioniert weiterhin wie gewohnt. Und wer die Daten doch nutzt, sollte zusätzlich die biometrische Bestätigung aktivieren, damit nicht jeder mit Zugriff aufs entsperrte Handy die hinterlegten Infos abgreifen kann.
Wenn ihr eure im Browser gespeicherten Zugangsdaten ohnehin mal sichern oder umziehen wollt, hilft euch unser Ratgeber dazu, wie ihr eure Google-Chrome-Passwörter exportieren könnt. Und falls ihr generell mehr aus dem Browser herausholen wollt: Google hat zuletzt auch die vertikalen Tabs in Chrome ausgerollt, die bei vielen offenen Seiten für mehr Übersicht sorgen.
Verfügbarkeit
Die erweiterten Autofill-Funktionen und die tiefere Wallet-Integration stehen iOS- und Android-Nutzern ab sofort zur Verfügung, der Rollout erfolgt wie üblich schrittweise. Es kann also ein paar Tage dauern, bis die Optionen bei euch auftauchen. Die offizielle Ankündigung findet ihr im Google-Blog.
Fazit
Das erweiterte Chrome Autofill mit Google Wallet ist ein echter Zeitsparer für alle, die viel reisen oder ständig dieselben Dokumentdaten in Formulare hämmern. Reisepass, Führerschein und Flugdaten landen mit einem Tipp im richtigen Feld – jetzt eben auch auf dem Smartphone. Der Preis dafür ist mehr Vertrauen in Googles Datenhaltung. Wer damit kein Problem hat und die Verschlüsselung sowie die biometrische Sperre nutzt, bekommt ein wirklich praktisches Feature. Allen anderen steht es frei, das erweiterte Autofill schlicht aus zu lassen.
