Corsair bringt mit der RM850e und der RM1000e zwei überarbeitete Netzteile auf den Markt, die ab sofort standardmäßig mit einem ThermalPROTECT-Kabel ausgeliefert werden. Das Kabel überwacht die Temperatur direkt am 12V-2×6-Anschluss der Grafikkarte und kappt bei 65 °C automatisch die Stromzufuhr, bevor Stecker oder GPU Schaden nehmen. Beide Netzteile sind seit dem 18. August 2026 im Handel.
Was ist neu an den RM850e und RM1000e?
Die beiden Modelle ersetzen die bisherige RMe-Serie und wechseln dabei von Cybenetics Gold zu Cybenetics Platinum. Corsair gibt den Wirkungsgrad mit bis zu 91 Prozent an. Trotz der zusätzlichen Technik im Kabel bleibt das Netzteilgehäuse mit 140 mm kompakt genug für die meisten Midi-Tower.
Beide Netzteile sind vollständig modular, ATX-3.1-zertifiziert und unterstützen PCIe 5.1. Im Inneren verbaut Corsair Kondensatoren mit einer Temperaturfestigkeit von 105 °C. Bei geringer bis mittlerer Last bleibt der Lüfter über den Zero-RPM-Modus komplett stehen, danach regelt eine individuell abgestimmte Lüfterkurve die Drehzahl. Wer es dezent mag, bekommt die RM850e und RM1000e in Schwarz oder Weiß, Corsair gibt darauf sieben Jahre Garantie.
ThermalPROTECT: Wie das Kabel eure Grafikkarte schützt
Das mitgelieferte ThermalPROTECT-Kabel ist für bis zu 600 Watt über den 12V-2×6-Anschluss ausgelegt und damit PCIe-5.1-konform. Der eigentliche Clou sitzt etwa 30 mm vor dem GPU-seitigen Stecker: Dort misst ein Sensor kontinuierlich die Kabeltemperatur. Überschreitet sie 65 °C, sendet das Kabel über die Sense-Pins des 12V-2×6-Anschlusses ein Signal an die Grafikkarte, das sie anweist, die Stromaufnahme sofort zu stoppen.
Das Ganze läuft rein passiv im Kabel selbst ab. Ihr braucht dafür weder iCUE noch eine Softwareinstallation, und auch das Netzteil muss nicht wissen, dass es mit einem ThermalPROTECT-Kabel verbunden ist. Zusätzlich ist der Stecker zweifarbig markiert, damit ihr beim Einbau auf einen Blick seht, ob er wirklich vollständig eingerastet ist, eine häufige Fehlerquelle bei den kleinen 12V-2×6- und 12VHPWR-Anschlüssen.
Warum das gerade jetzt wichtig ist
Seit dem Wechsel auf 12VHPWR und später 12V-2×6 gab es bei einzelnen High-End-Grafikkarten wie der RTX 4090 und RTX 5090 wiederholt Berichte über schmelzende Stecker, meist ausgelöst durch nicht vollständig eingerastete Kabel und die dadurch entstehende ungleichmäßige Stromverteilung auf die einzelnen Pins. Corsair ist damit nicht allein: Auch Asus, MSI, Seasonic und Thermal Grizzly haben inzwischen eigene überwachte Kabel oder externe Adapter im Programm. Corsairs Ansatz unterscheidet sich dadurch, dass die Erkennung direkt im Kabel sitzt und die Grafikkarte über die vorhandenen Sense-Pins abschaltet, ganz ohne zusätzliche Hardware am Gehäuse.
Ganz neu ist das Thema Netzteilsicherheit bei Corsair übrigens nicht: Bereits 2020 startete das Unternehmen ein Austauschprogramm für ausfallgefährdete SFX-Netzteile aus bestimmten Fertigungschargen.
Technische Daten im Überblick
| Modell | Leistung | Effizienz | Zertifizierung | Länge | Garantie |
|---|---|---|---|---|---|
| RM850e | 850 W | bis zu 91 % | Cybenetics Platinum, ATX 3.1, PCIe 5.1 | 140 mm | 7 Jahre |
| RM1000e | 1.000 W | bis zu 91 % | Cybenetics Platinum, ATX 3.1, PCIe 5.1 | 140 mm | 7 Jahre |
Kompatibilität: Passt das ThermalPROTECT-Kabel an jedes Netzteil?
Weil ThermalPROTECT rein passiv arbeitet, funktioniert das Kabel laut Corsair grundsätzlich mit jedem Netzteil und jeder Grafikkarte, die einen nativen 12V-2×6-Anschluss besitzt, unabhängig vom Hersteller. Wer bereits ein neueres Corsair-Netzteil besitzt, muss sich aber nicht gleich ein RM850e oder RM1000e kaufen: Die Kompatibilitätsliste von Corsair umfasst unter anderem die RM750x, RM850x und RM1000x, die HX1000i/1200i/1500i SHIFT, die restliche RMe-Serie von RM650e bis RM1000e, das WS3000 sowie die CX650M und CX750M aus dem Jahr 2025.
Eine Einschränkung gibt es: Ältere Corsair-Netzteile mit Type-4- oder Type-5-Kabeln, die bislang über einen 2×8-Pin-Adapter auf 12VHPWR umgesetzt wurden, unterstützen ThermalPROTECT aktuell nicht. Corsair hat angekündigt, dafür eigene Adapterversionen nachzuliefern.
Preis und Verfügbarkeit
Die RM850e und RM1000e sind ab sofort über den Corsair-Webstore und bei autorisierten Händlern erhältlich.
| Region | RM850e | RM1000e |
|---|---|---|
| Europa | 139,90 € | 174,90 € |
| USA | 139,99 USD | 179,99 USD |
| Großbritannien | 119,99 £ | 149,99 £ |
Fazit
Mit der RM850e und der RM1000e liefert Corsair zwei solide Platinum-Netzteile, bei denen das ThermalPROTECT-Kabel den eigentlichen Neuigkeitswert ausmacht. Gerade wer eine High-End-Grafikkarte mit 12V-2×6-Anschluss plant oder bereits besitzt, bekommt damit eine einfache, softwarefreie Absicherung gegen einen der bekanntesten Schwachpunkte dieser Anschlussart. Da das Kabel auch einzeln und mit älteren Corsair-Netzteilen kompatibel ist, lohnt sich ein Blick selbst dann, wenn ein komplett neues Netzteil gerade nicht ansteht.
Quellen: Corsair Newsroom,