Corsair Warthog heißt das neue Mid-Tower-Gehäuse, mit dem Corsair einen echten Fanliebling zurückbringt: den Vengeance C70 von 2012. Ab sofort ist das Warthog Airflow vorbestellbar, die Auslieferung soll innerhalb von vier Wochen anlaufen. Es gibt es in Schwarz oder Olivgrün, wahlweise ohne Lüfter oder als RS-Variante mit drei vorinstallierten Modellen, zu Preisen ab 194,90 Euro.
Kurz zusammengefasst:
- Nachfolger des Kult-Gehäuses Vengeance C70, technisch neu entwickelt auf Basis des FRAME 4000D
- Zwei Varianten: Warthog (ohne Lüfter) und Warthog RS (mit 2× RS200 und 1× RS120)
- Farben Schwarz und Olivgrün, Preise ab 194,90 Euro
- Vorbestellbar ab sofort, Versand innerhalb von vier Wochen
Zehn Jahre Wartezeit für ein Comeback
Dass Corsair das Warthog überhaupt bringt, hat weniger mit einem cleveren Marketing-Plan zu tun als mit hartnäckiger Community-Arbeit. Mitch Podlaha, Principal Product Manager bei Corsair, erklärt es so: „Das C70 hat nicht ohne Grund eine treue Fangemeinde, und schon seit Jahren bitten uns die Leute, es wieder auf den Markt zu bringen.“ Über ein Jahrzehnt Kundennachfrage ist eine ungewöhnlich lange Zeitspanne für ein PC-Gehäuse, aber genau die Beharrlichkeit macht die Ausgangslage interessant: Wer wird so ein Retro-Comeback überhaupt kaufen wollen, und funktioniert das militärische Design 2026 noch?
Technisch ist das Warthog kein bloßes Rebranding des alten C70. Corsair hat das Gehäuse komplett neu entwickelt und dabei intern auf das bewährte FRAME 4000D zurückgegriffen, dessen DIY-freundliches Innenleben nun in einer robusteren Stahlkonstruktion steckt. Wer sich abseits des Warthog für weitere Modelle interessiert, findet in unserer Gehäuse-Übersicht alle bisherigen News und Tests zum Thema. Vorgestellt wurde das Gehäuse bereits auf der Computex 2026, wo es gleich mehrere Design- und Innovationspreise abräumte – ein Bereich, in dem Corsair auf der Messe traditionell breit aufgestellt auftritt, wie schon die Neuheiten der Computex 2024 gezeigt haben.
Stahlblech statt Glasfront: das Designkonzept
Während der Markt seit Jahren fast ausschließlich auf Glasseitenteile und RGB-Beleuchtung setzt, geht das Warthog bewusst den Gegenweg. Podlaha bringt es auf den Punkt: „Im Moment dreht sich alles um Abdeckungen aus Glas und RGB, also haben wir uns für den umgekehrten Weg entschieden.“ Herausgekommen ist eine robuste Stahlblechkonstruktion mit hoher Steifigkeit, einem perforierten 3D-Y-Lüftergitter an Front und Oberseite und einer klaren Anlehnung an Militär-Ästhetik.
Zu den auffälligsten Details zählen die magnetischen Tragegriffe, mit denen sich das Gehäuse tatsächlich wie eine Munitionskiste durch die Wohnung tragen lässt, ein Jet-Fighter-Schalter mit Metallschutzbügel als Power-Taster und ein „REMOVE BEFORE BUILD“-Anhänger im Stil von Flugzeug-Sicherungsstiften. Auch praktische Details wie ein kleines Beleuchtungselement am I/O-Panel, das beim Einstecken von Kabeln im Dunkeln hilft, hat es ins Gehäuse geschafft. Wer nach Jahren RGB-Dauerbeleuchtung genug von Regenbogen-Lichtshows hat, dürfte hier eher zugreifen als bei bunt schillernden Konkurrenzmodellen wie dem Spec-Omega RGB aus dem eigenen Haus.
Corsair Warthog Airflow: technische Daten im Detail
Innen bleibt das Warthog trotz martialischem Äußeren ein waschechtes DIY-Gehäuse mit großzügigen Reserven. Bis zu 13 120-mm- oder 7 140-mm-Lüfter lassen sich verbauen, dazu passen Radiatoren mit bis zu 360 mm in drei Positionen – vorne, oben und seitlich, auch gleichzeitig für wassergekühlte CPU und GPU. Grafikkarten dürfen bis zu 430 mm lang sein, sofern die vorderen Lüfterplätze frei bleiben; mit Front-Bestückung sind es noch 405 mm. Ein integrierter Anti-Sag-Stabilisierungsarm soll schwere Karten zusätzlich vor dem Durchhängen bewahren.
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Bauform | Mid-Tower, Stahlblech |
| Abmessungen (H × B × L) | 534 × 284 × 546 mm |
| Max. GPU-Länge | 430 mm (405 mm mit Frontlüftern) |
| Max. CPU-Kühler-Höhe | 190 mm |
| Max. Netzteil-Länge | 200 mm |
| Lüfterplätze | bis 13 × 120 mm oder 7 × 140 mm |
| Radiator-Support | 3 × 360 mm (vorne, oben, seitlich) |
| Laufwerke | 1 × 3,5″ HDD, 2 × 2,5″ SSD |
| Erweiterungsslots | 7 × PCIe |
| Front-I/O | 1 × USB 3.2 Gen 2×2 Type-C (20 Gbit/s), 2 × USB 3.2 Gen 1 Type-A, Audio-Kombibuchse |
| Sonstiges | InfiniRail-Lüfterschienen, RapidRoute-2.0-Kabelmanagement, iCUE-LINK-Aussparung im Mainboard-Tray |
Auch am Mainboard-Tray hat Corsair mitgedacht: Er bietet Aussparungen für Boards mit rückseitigen Anschlüssen, sodass sich auch kabellos wirkende Builds sauber umsetzen lassen – ein Trend, der aktuell bei High-End-Mainboards immer häufiger auftaucht.
Warthog RS: die Variante mit vorinstallierten Lüftern
Wer nicht selbst Lüfter nachrüsten will, greift zur RS-Version. Sie bringt zwei RS200-Modelle als Frontbestückung mit, 200-mm-Lüfter mit Magnetschwebelager und Corsairs AirGuide-Technologie, die den Luftstrom gezielt lenken soll, sowie einen bereits rückseitig montierten RS120 als Abluftlüfter. Alle drei lassen sich direkt am Mainboard anschließen, ganz ohne zusätzlichen Hub. Wer weiter aufrüsten möchte, hat noch Platz für neun weitere 120-mm- oder fünf 140-mm-Lüfter.
Preise und Verfügbarkeit in Europa
Die Preise fallen für ein Nischenprodukt mit Fan-Appeal moderat aus. Beide Varianten gibt es in Schwarz und Olivgrün:
| Modell | Preis (Europa) | Lüfter im Lieferumfang |
|---|---|---|
| Warthog Airflow | 194,90 € | keine |
| Warthog RS Airflow | 229,90 € | 2 × RS200, 1 × RS120 |
In den USA liegen die unverbindlichen Preise bei 179,99 respektive 199,99 US-Dollar, in Großbritannien bei 169,99 respektive 199,99 Pfund. Corsair gewährt auf beide Modelle zwei Jahre Garantie mit weltweitem Support. Bestellen lässt sich das Warthog aktuell direkt über corsair.com/warthog sowie über ausgewählte Handelspartner und Systemintegratoren.
Fazit
Ein Gehäuse-Comeback nach mehr als zehn Jahren ist ein Risiko, aber der Corsair Warthog Airflow macht auf dem Papier vieles richtig: zeitgemäße Kühloptionen, ordentlich Platz für aktuelle High-End-Hardware und ein Design, das sich bewusst gegen den RGB-Einheitsbrei stellt. Ob die Verarbeitung und der Airflow in der Praxis mit dem nostalgischen Anspruch mithalten, muss sich erst in einem Test zeigen. Für alle, die genug von Glasfronten haben und Lust auf etwas Charakter im Gehäuse-Regal haben, ist das Warthog aber schon jetzt eine der spannenderen Neuvorstellungen dieses Jahres.