AMD hat im zweiten Quartal 2026 einen Meilenstein erreicht, auf den der Hersteller seit Jahren hinarbeitet. Laut aktuellen Zahlen von WinFuture unter Berufung auf Mercury Research liegt AMDs Marktanteil bei x86-Client-CPUs erstmals über 30 Prozent, genauer bei 30,3 Prozent. Intel fällt im Gegenzug erstmals unter die 70-Prozent-Marke und kommt noch auf 69,7 Prozent. Das klingt nach einer kleinen Verschiebung, ist aber die konsequente Fortsetzung eines Trends, der sich seit gut zwei Jahren durch fast jeden Quartalsbericht zieht.
Bestätigt werden die Zahlen auch von dem US-Portal HotHardware, die beide auf dieselbe Mercury-Research-Erhebung zurückgreifen. Über den gesamten x86-Markt hinweg, Client plus Server zusammen, liegt AMD demnach bei 34,1 Prozent, ein Plus von 4,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal.
Kurz zusammengefasst:
- AMD erreicht bei Client-CPUs (Desktop + Notebook) 30,3 Prozent Marktanteil, Intel fällt auf 69,7 Prozent.
- Bei Desktop-Prozessoren wächst AMD auf 34,9 Prozent, obwohl der Gesamtmarkt um mehr als 20 Prozent einbricht.
- Bei Notebooks legt AMD im Jahresvergleich am stärksten zu: plus 8,4 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent.
- Im Servermarkt kommt AMD mit Epyc auf 34,5 Prozent, Intels Xeon verliert 7,3 Prozentpunkte.
| Segment | AMD Q2 2026 | Intel Q2 2026 | Veränderung AMD (Jahr) |
|---|---|---|---|
| Client (Desktop + Notebook) | 30,3 % | 69,7 % | Rekordwert |
| Desktop | 34,9 % | 65,1 % | +2,7 Punkte |
| Notebook / Mobile | 28,9 % | 71,1 % | +8,4 Punkte |
| Server (x86) | 34,5 % | 65,5 % | +7,3 Punkte |
| Gesamter x86-Markt | 34,1 % | 65,9 % | +4,7 Punkte |
AMD-Marktanteil bei Desktop-CPUs wächst, obwohl der Markt schrumpft
Im Desktop-Segment steigt AMDs Anteil auf 34,9 Prozent, ein Plus von 1,8 Punkten gegenüber dem Vorquartal und 2,7 Punkten gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Intel hält mit 65,1 Prozent zwar weiterhin die Mehrheit, verliert aber kontinuierlich Boden. Bemerkenswert ist der Kontext dazu: Der weltweite Absatz von Desktop-CPUs ist laut den Berichten um mehr als 20 Prozent eingebrochen, unter anderem weil gestiegene Preise für Arbeitsspeicher die Systempreise insgesamt nach oben treiben. Wer sich aktuell einen neuen Rechner zusammenstellt, merkt das im Portemonnaie, besonders wenn mehr Arbeitsspeicher auf der Einkaufsliste steht.
Notebooks: AMD legt im Jahresvergleich am stärksten zu
Bei mobilen Prozessoren wächst AMD nur leicht gegenüber dem Vorquartal, dafür aber deutlich im Jahresvergleich: 28,9 Prozent stehen einem Wert von rund 20,5 Prozent vor zwölf Monaten gegenüber, ein Plus von 8,4 Prozentpunkten. Intel bleibt mit 71,1 Prozent zwar klare Nummer eins im Notebook-Segment, doch das Tempo, mit dem AMD hier aufholt, ist im gesamten Client-Markt am höchsten.
Ein Grund dafür sind AMDs Ryzen-AI-Chips, die inzwischen auch in ungewöhnlichen Formfaktoren landen, etwa im OneXPlayer X2 Mini Pro, einem Gaming-Handheld mit Ryzen AI Max+ 388. ComputerBase weist zudem darauf hin, dass ARM-basierte Client-CPUs, angeführt von Apple Silicon, mit 15,3 Prozent einen neuen Rekordwert erreichen. Auch das erhöht den Druck auf Intel im Mobilbereich.
Server-CPUs: Epyc setzt Xeon weiter unter Druck
Im Servermarkt kommt AMD mit seiner Epyc-Reihe auf 34,5 Prozent Marktanteil, ein Plus von 1,3 Punkten gegenüber dem Vorquartal. Intel verliert bei Xeon binnen eines Jahres 7,3 Prozentpunkte und liegt jetzt bei 65,5 Prozent. Mercury-Research-Analyst Dean McCarron ordnet die Zahlen gegenüber HotHardware differenzierter ein: „Würde man den Marktanteil ausschließlich anhand von Xeon SP gegenüber Epyc berechnen, ohne bestimmte Bilanzierungseffekte, läge AMDs Anteil bei bis zu 46,4 Prozent.“
Nicht nur schlechte Nachrichten für Intel
So eindeutig der Trend auf den ersten Blick wirkt, ganz so einseitig ist das Bild nicht. Laut HotHardware verzeichnet Intel im Servergeschäft ebenfalls Rekordwachstum, und die Einnahmen aus AI-PC-Prozessoren legen im Quartalsvergleich um 26 Prozent zu. Beide Hersteller wachsen also, nur unterschiedlich schnell. Der Gesamtmarkt für Server-CPUs ist im Jahresvergleich um fast 20 Prozent gewachsen. Für Intel heißt das im Kern: Man verliert relativ, aber nicht absolut.
Warum die Zahlen gerade jetzt auffallen
Der Zeitpunkt macht die Entwicklung besonders interessant. Während AMD Marktanteile gewinnt, kämpft die gesamte Branche mit gestiegenen Bauteilpreisen, vor allem bei Arbeitsspeicher. Das drückt auf die Nachfrage nach neuen Desktop-Systemen und dürfte auch das kommende Quartal beeinflussen.
Fazit
AMD baut seinen CPU-Marktanteil im zweiten Quartal 2026 in praktisch allen Segmenten weiter aus und knackt bei Client-CPUs erstmals die 30-Prozent-Marke. Intel bleibt trotz der Verluste weiterhin der größere Player, wächst aber langsamer und verliert vor allem im Servergeschäft an relativer Stärke. Ob sich das Tempo im dritten Quartal hält, dürfte stark davon abhängen, wie sich die Speicherpreise weiterentwickeln und wie schnell beide Hersteller ihre nächsten CPU-Generationen an den Markt bringen.