Blackmagic Design hat DaVinci Resolve 21.1 veröffentlicht, und es ist mehr als ein Bugfix-Update: Die Software lässt sich ab sofort direkt mit Claude und ChatGPT verbinden, dazu kommen über 100 neue Werkzeuge für Schnitt, Farbe, Fusion und die Fotoseite. Wer schon länger mit Resolve arbeitet, wird aber auch eine Änderung bemerken, die weniger nach Feature und mehr nach Kurskorrektur aussieht: Die Python-Scripting-API ist jetzt der Studio-Version vorbehalten.
Das Update steht seit dem 8. September 2026 zum Download bereit, für Windows, macOS und Linux, kostenlos für alle bestehenden Nutzer der Free- und Studio-Version.
Das Wichtigste in Kürze
- DaVinci Resolve 21.1 bringt einen eigenen MCP-Server, über den sich Claude und ChatGPT direkt an die Software anbinden lassen.
- Über 100 neue Tools und Bedienelemente, unter anderem 25 zusätzliche Krokodove-Werkzeuge in Fusion und individuelle HDR-Trims auf der Farbseite.
- Die Fotoseite unterstützt mehr Kameras (unter anderem Sony Alpha 7R VI) und verbessert die RAW-Verarbeitung.
- Die Python-Scripting-API läuft künftig nur noch in DaVinci Resolve Studio (295 US-Dollar, Einmalkauf), nicht mehr in der kostenlosen Version.
- Download direkt bei Blackmagic Design.
KI-Assistent direkt in der Software: Was der MCP-Server bringt
Die auffälligste Neuerung ist die Anbindung an externe KI-Tools über einen nativen MCP-Server (Model Context Protocol). Nutzer können darüber Claude oder ChatGPT mit DaVinci Resolve verbinden und Befehle in natürlicher Sprache eingeben, statt Funktionen manuell in den Menüs zu suchen. Wer schon einmal zehn Minuten nach einer verschachtelten Trim-Option gesucht hat, versteht sofort, wofür das gut ist.
Praktisch heißt das: Medien sortieren, Render-Jobs anstoßen oder sich Tipps zu einem Workflow-Problem geben lassen, alles über den Chat statt über die Bedienoberfläche. Ein Redakteur bei ProVideo Coalition beschrieb es so: „Das ist die einfachste KI-Integration, die ich bisher in einem NLE hatte.“ Ein Punkt zum Einplanen: Wer die Anbindung nutzt, braucht ein eigenes Abo bei Anthropic oder OpenAI, da die Anfragen über deren Token-Kontingent laufen.
Über 100 neue Tools: Farbe, Fusion, Foto und Schnitt
Blackmagic zählt für dieses Update mehr als 100 neue oder überarbeitete Werkzeuge. Die wichtigsten Bereiche im Überblick:
Farbseite: Einzelne HDR-Trims
Colorist:innen können jetzt einzelne MultiMaster-Trims für Dolby Vision, HDR10+ und HDR Vivid getrennt anpassen, statt alle Clips eines Grades gemeinsam nachzuziehen. Nützlich vor allem bei Projekten mit vielen unterschiedlichen Ausgabeformaten. Dazu kommt Unterstützung für weitere Kamera-Log-Formate, darunter DJI D-Gamut2, GoPro Log und Leica L-Log.
Fusion-Seite: 25 neue Krokodove-Tools
Die Motion-Graphics- und 3D-Werkzeuge auf Krokodove-Basis wachsen um mehr als 25 neue Tools, etwa für Formen, 3D-Röhren und Height-Field-Erstellung. Dazu unterstützt Fusion jetzt OpenPBR-Materialshader, und das Deep-Compositing-Rendering läuft laut Blackmagic bis zu achtmal schneller, wenn Hardwarebeschleunigung greift.
Fotoseite: Mehr Kameras, bessere RAW-Verarbeitung
Wer DaVinci Resolve auch für Fotos nutzt, bekommt Unterstützung für zusätzliche Kameramodelle von Fujifilm, Leica und Sony, darunter die Alpha 7R VI. Die RAW-Verarbeitung wurde überarbeitet, DNG-Dateien lassen sich jetzt direkt für Objektivverzeichnung und Vignettierung korrigieren. Auch ein Werkzeug zum Austauschen von Himmelsbereichen ist neu dazugekommen.
Schnitt und Multicam
Der Trim-Editor wurde überarbeitet und lässt sich jetzt per Maus-Drag bedienen, Inspector-Presets lassen sich speichern, und die Multicam-Steuerung hat neue Optionen bekommen. Kleinigkeiten im Alltag, die sich aber schnell summieren, wenn man den ganzen Tag im Schnittfenster sitzt.
Python-Scripting wandert in die Studio-Version
Neben den neuen Funktionen gibt es eine Einschränkung, die für Diskussionen sorgt: Die erweiterte Python-Scripting-API ist ab 21.1 nur noch in DaVinci Resolve Studio verfügbar. Bisher ließ sie sich auch in der kostenlosen Version nutzen, allerdings offenbar auch, um damit Studio-exklusive Funktionen in die Free-Version zu holen. Genau das dürfte der Grund für den Schritt sein.
Für die meisten Hobby-Anwender ändert sich dadurch wenig, wer aber eigene Skripte für Automatisierung oder Batch-Verarbeitung gebaut hat und bislang mit der kostenlosen Version ausgekommen ist, braucht für 21.1 künftig eine Studio-Lizenz.
Preis, Verfügbarkeit und Systemvoraussetzungen
DaVinci Resolve bleibt in der Grundversion kostenlos, DaVinci Resolve Studio kostet weiterhin 295 US-Dollar als Einmalkauf, kein Abo. Bestehende Studio-Lizenzen erhalten das Update auf 21.1 automatisch und ohne Zusatzkosten.
| Betriebssystem | Mindestanforderung |
|---|---|
| Windows | Windows 10 oder neuer |
| macOS | macOS 15.0 oder neuer |
| Linux | Rocky Linux 8.6 oder neuer |
Der Download steht direkt bei Blackmagic Design bereit, sowohl für die Free- als auch die Studio-Version.
Fazit
DaVinci Resolve 21.1 ist eines der umfangreicheren Zwischenupdates der letzten Zeit, mit einer KI-Anbindung, die tatsächlich einen praktischen Nutzen hat, statt nur ein Chatfenster in die Oberfläche zu klatschen. Wer regelmäßig schneidet oder farbkorrigiert, wird die Detailverbesserungen bei Trim-Editor, Farbe und Fusion im Alltag merken. Die Einschränkung bei der Python-API dürfte vor allem Nutzer treffen, die bislang Studio-Funktionen über Umwege in der Free-Version genutzt haben.
Wer noch nach dem passenden Schnittprogramm sucht oder DaVinci Resolve mit Alternativen vergleichen will, findet einen Überblick in unserem Ratgeber zu den besten Videobearbeitungsprogrammen für Windows 11. Für unterwegs lohnt sich ein Blick auf die besten Videobearbeitungs-Apps für Android und iOS, und wer nur schnell einen Clip zuschneiden will, kommt oft auch ganz ohne Installation aus, siehe unsere Übersicht zu kostenlosen Browser-Tools zum Videoschnitt.
Quellen: Blackmagic Design

