Mit DaVinci Resolve 21 schlägt Blackmagic ein neues Kapitel auf: Die bekannte Videobearbeitungssoftware erhält gegenüber Version 20 erstmals eine vollwertige Fotobearbeitung. Damit verschmelzen Video- und Bildbearbeitung in einer einzigen Anwendung. Besonders spannend ist dabei die Integration der professionellen Farbtools, die bislang Hollywood-Produktionen vorbehalten waren. Die neue Version befindet sich aktuell in der öffentlichen Beta und könnte Workflows für Kreative nachhaltig verändern.
- Neue „Photo-Seite“ für umfassende Fotobearbeitung direkt in DaVinci Resolve
- Node-basierte Farbkorrektur jetzt auch für Standbilder verfügbar
- KI-Features wie Magic Mask und AI UltraSharpen integriert
- Kollaboratives Arbeiten über die Blackmagic Cloud
DaVinci Resolve 21 integriert Fotobearbeitung in bestehende Workflows
Mit der neuen Version erweitert Blackmagic seine Software gezielt um eine Funktion, die bislang komplett fehlte: eine native Fotobearbeitung. Die sogenannte „Photo-Seite“ fügt sich direkt in die bestehende Oberfläche ein und nutzt die bekannten Werkzeuge der Color-Seite. Damit wird ein Workflow möglich, der sowohl Video- als auch Bildbearbeitung nahtlos miteinander verbindet.
Im Zentrum steht das Node-basierte Grading, das bisher als Alleinstellungsmerkmal für die Videobearbeitung galt. Dieses System erlaubt es, Bearbeitungsschritte flexibel zu kombinieren, entweder in Serie oder parallel. Für Fotos eröffnet das neue Möglichkeiten, komplexe Farblooks präzise zu steuern. Funktionen wie Kurven, Qualifier oder Power Windows stehen nun auch für Standbilder bereit.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Batch-Verarbeitung. Über sogenannte Shared Nodes lassen sich einheitliche Anpassungen auf ganze Bildserien anwenden. Das ist besonders für Fotografen relevant, die große Mengen an Bildern konsistent bearbeiten müssen, etwa bei Events oder Studio-Shootings. Ergänzt wird dies durch eine Lightbox-Ansicht, die alle Bilder eines Albums inklusive angewendeter Anpassungen übersichtlich darstellt.
Auch grundlegende Bearbeitungsfunktionen wurden berücksichtigt: Bilder lassen sich verlustfrei zuschneiden, neu ausrichten und in ihrer Originalauflösung verarbeiten. Die Organisation erfolgt über Alben, die nach Kriterien wie Aufnahmedatum oder Kameramodell strukturiert werden können. Insgesamt wirkt die Integration plausibel und konsequent, da sie auf bestehenden Resolve-Funktionen aufbaut.
KI-Features und Kamera-Integration erweitern den Funktionsumfang
Neben klassischen Tools setzt Blackmagic auch in der Fotobearbeitung verstärkt auf künstliche Intelligenz. Funktionen wie Magic Mask ermöglichen es, Objekte oder Personen automatisch zu erkennen und gezielt zu bearbeiten. Dadurch lassen sich bestimmte Bildbereiche unabhängig voneinander optimieren, ohne aufwendige manuelle Maskierung.
Mit AI UltraSharpen kommt zudem ein Tool zum Einsatz, das niedrig aufgelöste Bilder hochskaliert und schärft. Diese Funktion ist besonders bei älteren Aufnahmen oder komprimierten Bildern interessant. Ergänzt wird das Angebot durch bekannte Resolve FX, Open FX und die Unterstützung von LUTs, was zusätzliche kreative Möglichkeiten eröffnet.
Ein weiteres Highlight ist die direkte Kameraanbindung. Unterstützte Modelle von Sony und Canon lassen sich per USB mit der Software verbinden und fernsteuern. Parameter wie ISO, Belichtung oder Weißabgleich können direkt aus DaVinci Resolve heraus angepasst werden. Gleichzeitig ermöglicht eine Live-Vorschau die unmittelbare Kontrolle über das Motiv, während aufgenommene Bilder automatisch im Projekt landen.
Auch die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut: Über die Blackmagic Cloud können Nutzer Projekte, Alben und Metadaten in Echtzeit teilen und gemeinsam bearbeiten. Ergänzend bringt Version 21 weitere KI-Funktionen wie AI IntelliSearch sowie Verbesserungen in Bereichen wie Audio (Fairlight) und visuelle Effekte (Fusion). Diese Erweiterungen unterstreichen den Anspruch, DaVinci Resolve als umfassende Kreativplattform zu positionieren.
Fazit
DaVinci Resolve 21 entwickelt sich mit der neuen Fotobearbeitung zur echten All-in-One-Lösung für Kreative. Die Integration der leistungsstarken Farbtools in die Bildbearbeitung wirkt durchdacht und praxisnah. Besonders KI-Funktionen und kollaborative Features sorgen für zusätzlichen Mehrwert. Die öffentliche Beta ist bereits kostenlos verfügbar, ein finaler Release-Termin steht noch aus.
