DDR5-Arbeitsspeicher ist in Deutschland aktuell fast fünfmal so teuer wie noch im Juli 2025. Laut aktuellen Preisdaten von 3DCenter, die auf Geizhals-Preisen basieren, liegt der Preisindex im August 2026 bei 486 Prozent, im Juli waren es noch 445 Prozent. Wer gerade einen PC bauen oder aufrüsten will, merkt das gerade schmerzhaft im Warenkorb.
Das Wichtigste in Kürze
- DDR5-RAM-Preise liegen in Deutschland im August 2026 bei rund 486 Prozent des Preisniveaus von Juli 2025, ein Anstieg von 41 Prozentpunkten allein gegenüber dem Vormonat.
- Besonders betroffen sind 32-, 48- und 64-GB-Kits, bei denen die Aufschläge zuletzt zweistellig weiter zulegten.
- Grund ist der KI-Boom: Speicherhersteller verlagern Fertigungskapazitäten zu margenstarkem Server- und HBM-Speicher für Rechenzentren.
- Laptops, Grafikkarten und Mini-PCs verteuern sich in der Folge ebenfalls.
- Laut einem Lenovo-Vertreter auf der ISC 2026 ist mit einer Entspannung frühestens 2028, realistisch eher erst 2030 zu rechnen.
Wie teuer ist DDR5-RAM aktuell wirklich?
Die Zahlen im Detail: 32-GiB-Kits mit DDR5-6000 und CL30-Timings kosten aktuell zwischen 475 und 540 Euro, teils schon der vierfache Preis dessen, was vor der Krise fällig war. 64-GiB-Kits liegen bei 1.036 bis 1.189 Euro. Wer in GB pro Euro rechnet, landet bei 16 bis 19 Euro pro Gigabyte, für RAM ein Wert, den es vor der aktuellen Krise so nicht gab.

Konkrete Beispiele zeigen das noch deutlicher. Ein Kingston Fury Beast mit 32 GB kostete im September 2025 noch 114 Euro, aktuell werden 523 Euro fällig, ein Plus von 359 Prozent. Ein G.Skill Trident Z5 Neo RGB mit 32 GB stieg im selben Zeitraum von 122 auf 539 Euro. Am heftigsten traf es das Patriot Viper Venom 32GB-Kit: von 87 auf 429 Euro, ein Aufschlag von 394 Prozent. Wer sich für die genaue Bedeutung von Timings wie CL30 interessiert, findet in unserem Ratgeber zu RAM-Timings eine verständliche Erklärung.
| RAM-Kit | Preis Sept. 2025 | Preis Aug. 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Kingston Fury Beast 32GB | 114 € | 523 € | +359 % |
| G.Skill Trident Z5 Neo RGB 32GB | 122 € | 539 € | +342 % |
| Patriot Viper Venom 32GB | 87 € | 429 € | +394 % |
Wer auf DDR4 ausweichen kann, kommt zumindest etwas günstiger davon: Ein G.Skill Aegis 32GB DDR4-3200-Kit ist schon ab rund 210 Euro zu haben, was zeigt, wie sehr sich der Preisdruck gerade auf DDR5 konzentriert.
Warum werden RAM-Preise gerade richtig teuer?
Die kurze Antwort: KI frisst den Speichermarkt auf. Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Fertigungskapazitäten zunehmend zu HBM- und Server-DRAM für KI-Rechenzentren, weil sich dort deutlich mehr Marge holen lässt als im klassischen Consumer-Geschäft. Wccftech-Autor Sarfraz Khan bringt es in seinem Bericht auf den Punkt: Der KI-Boom treibe die RAM-Preise immer weiter nach oben, mittlerweile sei es fast unmöglich geworden, noch einen PC mit kleinem Budget zusammenzustellen.
Dass es sich dabei nicht um ein deutsches Sonderphänomen handelt, zeigt ein Blick auf die Konkurrenz: SSDs verteuerten sich laut denselben Preisdaten um 126 Prozent gegenüber Mitte September 2025, Festplatten sogar um 129 Prozent. Auch bei SSDs ist inzwischen unklar, wann sich die Lage wieder entspannt.
Was bedeutet das für Gaming-PCs, Laptops und Grafikkarten?
Speicher steckt in praktisch jedem Gerät, entsprechend breit sind die Auswirkungen. Laptops, Smartphones, Desktop-PCs, Mini-PCs und selbst Grafikkarten mit eigenem Speicherbus verteuern sich spürbar, weil DRAM und NAND-Flash überall eingebaut werden. Wer sich noch an unseren Bericht zum Basic-Tutorials-Gaming-PC erinnert: Ein vergleichbarer Build würde heute allein bei der RAM-Position deutlich mehr kosten. Auch ein Konzept wie unser 900-Euro-Gaming-PC lässt sich mit den aktuellen Speicherpreisen kaum noch eins zu eins umsetzen, hier müsste man an anderer Stelle sparen oder das Budget nach oben anpassen.
Wie lange soll die Speicherkrise noch dauern?
Kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Ein Lenovo-Vertreter sagte auf der ISC 2026 laut ad-hoc-news, die Preise würden frühestens 2028, realistisch eher erst 2030 wieder auf das Niveau vor 2025 zurückfallen. Allein im dritten Quartal 2026 zogen die RAM-Preise laut derselben Quelle um bis zu 18 Prozent an, DDR4-Chips verteuerten sich seit Mitte 2025 um 200 bis 300 Prozent, DDR5 um bis zu 440 Prozent.
Die Marktlage hat inzwischen auch juristische Konsequenzen: Samsung, SK Hynix und Micron sehen sich seit Ende Juni 2026 mit einer Sammelklage konfrontiert, die den drei Herstellern illegale Preisabsprachen vorwirft. Ob und wie sich das auf die Preise auswirkt, ist offen, dürfte aber zumindest den Druck auf die Unternehmen erhöhen, öffentlich Stellung zu beziehen.
Was können PC-Bauer jetzt tun?
Wer keinen dringenden Aufrüstbedarf hat, sollte aktuell eher abwarten als kaufen. Intel und AMD haben als Reaktion ihre älteren Plattformen reanimiert: Raptor-Lake-CPUs der 13. und 14. Generation sind wieder breiter verfügbar, ebenso AM4-Systeme, für die auch Mainboard-Hersteller nach eigenen Angaben bis mindestens 2027 weiterproduzieren wollen. Beide Plattformen laufen mit vergleichsweise günstigem DDR4-Speicher und sind aktuell die pragmatischste Antwort auf die DDR5-Preise.
Wer schon ausreichend RAM verbaut hat, sollte einfach dabei bleiben statt vorschnell aufzurüsten. Und wer sich einen neuen Gaming-PC zusammenstellt, kann sich in unserer SSD-Kaufberatung zumindest bei der Speicherwahl etwas Orientierung holen, auch wenn die Preise dort ähnlich unter Druck stehen.
Fazit
Die RAM-Preise in Deutschland befinden sich mitten in einer handfesten Krise, ausgelöst durch den Hunger der KI-Industrie nach Speicherchips. Mit einem Preisindex von 486 Prozent gegenüber Juli 2025 sind DDR5-Kits aktuell so teuer wie selten zuvor, und laut Branchenstimmen wird sich daran vor 2028 wenig ändern. Wer jetzt bauen muss, kommt an DDR4-Alternativen oder älteren Plattformen kaum vorbei, wer warten kann, sollte das tun.