devolo startet Wachstumsoffensive: Wi-Fi 7, Wi-Fi 8 und eigene Unternehmensanleihe

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
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Bild: devolo

devolo baut sein Produktportfolio kräftig aus und will international wachsen: Der Aachener Netzwerkspezialist kündigt neue Router, Repeater und Mesh-Systeme auf Basis von Wi-Fi 7 und dem kommenden Wi-Fi-8-Standard an, dazu KI-gestützte Software und eine stärkere Präsenz in weiteren europäischen Märkten. Finanziert wird der Kurs unter anderem über ein neues Instrument: eine digitale Unternehmensanleihe, für die sich Interessierte seit dem 3. September 2026 auf der Plattform CONDA Capital Market vormerken können.

Neue Hardware: Wi-Fi 7 ist erst der Anfang, Wi-Fi 8 wartet schon

Mit der WiFi 7 BE6500 und der BE9300 Tri-Band hat devolo bereits vor einiger Zeit seine ersten Wi-Fi-7-Router auf den Markt gebracht. Laut Pressemitteilung soll es dabei nicht bleiben: Geplant sind weitere Router-, Repeater- und Mesh-Systeme auf Basis moderner WLAN-Standards, außerdem der Ausbau der bewährten Powerline-Technologie und spezielle Lösungen für den B2B-Bereich, etwa für Internet Service Provider.

Auffällig ist die frühe Erwähnung von Wi-Fi 8: Der Nachfolgestandard (IEEE 802.11bn) befindet sich noch in der Entwicklung, die Fertigstellung ist derzeit für die erste Hälfte 2028 vorgesehen. devolo positioniert sich damit schon jetzt für eine Technologie, die frühestens in zwei Jahren marktreif sein dürfte. Das ist auch ein Signal an Handel und Industriekunden: devolo will bei diesem Thema langfristig mitspielen. Wer sich unabhängig von Neuentwicklungen schon heute mit stabilerem WLAN in der Wohnung beschäftigen möchte, findet in unserem Ratgeber zu Mesh-WLAN als Alternative zu Repeatern einen guten Einstieg.

KI-Software soll Netzwerke smarter machen

Neben der Hardware will devolo künftig stärker auf Software setzen. Bestehende Anwendungen sollen ausgebaut werden, zusätzlich sind neue Lösungen geplant, die mithilfe künstlicher Intelligenz Performance, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit im Heimnetzwerk verbessern sollen. Details zu konkreten Funktionen nennt das Unternehmen noch nicht, hier dürften in den kommenden Monaten weitere Ankündigungen folgen.

Expansion: Neue Märkte, mehr internationaler Vertrieb

Über 20 Jahre Erfahrung in der Heimvernetzung und mehr als 50 Millionen verkaufte Produkte sind laut devolo das Fundament, auf dem die internationale Expansion aufbauen soll. Konkret plant das Unternehmen, zusätzliche europäische Absatzmärkte zu erschließen und die eigenen Vertriebsstrukturen im Ausland auszubauen.

Warum eine Anleihe statt Bankkredit?

Dass devolo bei der Finanzierung neue Wege geht, hat einen nachvollziehbaren Hintergrund: Das Unternehmen musste in den vergangenen Jahren gleich zweimal ein Insolvenzverfahren durchlaufen: zuerst 2022 infolge der Pandemie-Nachwehen, dann Ende 2023 nach einem schwachen Weihnachtsgeschäft. Übernommen wurde devolo anschließend vom österreichischen Investor SOL Capital Management, der zum 1. April 2024 die operativen Vermögenswerte per Asset Deal in die neue devolo solutions GmbH überführte. Die Gründerfamilie Harbers blieb dabei in der operativen Führung: Geschäftsführer Heiko Harbers und sein Bruder Gerrit lenken das Unternehmen weiterhin durch die laufende Erholungsphase. Wer sich für die Details dieser Geschichte interessiert, findet in unserer Community-Diskussion zur devolo-Insolvenz weiteres Hintergrundwissen, und wer schon einmal selbst Probleme mit blinkenden devolo-Adaptern hatte, kennt vermutlich auch unseren Ratgeber zu den Devolo-Blinkcodes.

Vor diesem Hintergrund ergibt die Wahl einer Anleihe statt eines klassischen Bankkredits Sinn: Laut SOL-Capital-Geschäftsführer Dr. Paul Niederkofler will sich devolo, ausgehend von einer Eigenkapitalquote inklusive Gesellschafterdarlehen von rund 67 Prozent (2025), gezielt einen zusätzlichen, von Banken unabhängigen Finanzierungsweg erschließen, um das Wachstumstempo zu erhöhen. Das passt zu einem größeren Trend: Laut dem SAFE Survey der Europäischen Zentralbank nutzen aktuell nur noch rund 14 Prozent der europäischen KMU aktiv Bankkredite, während Crowdinvesting-Plattformen an Bedeutung gewinnen. In der EU gibt es mittlerweile 159 autorisierte Anbieter mit rund 1,7 Millionen aktiven Investorinnen und Investoren.

Die devolo-Anleihe im Überblick

Punkt Stand
Emittent devolo solutions GmbH, Aachen
Plattform CONDA Capital Market (regulierter Schwarmfinanzierungs-Dienstleister)
Vormerkung möglich seit 3. September 2026
Zinssatz, Laufzeit, Mindestbetrag Noch nicht veröffentlicht, sollen laut devolo „vollständig zum Zeichnungsstart“ bekanntgegeben werden
Weitere Informationen invest.devolo.de/anleihe

Wichtig für alle, die eine Zeichnung erwägen: Der Erwerb einer solchen Anlageform ist mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden, die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen ab. Ausführliche Risikohinweise stellt CONDA Capital auf der eigenen Website bereit. Wer investieren möchte, sollte sich vorab gründlich informieren und im Zweifel steuerlich beraten lassen.

Fazit

Mit neuer Wi-Fi-7- und Wi-Fi-8-Hardware, KI-Software und mehr internationalem Vertrieb zeigt devolo, dass man nach zwei Insolvenzverfahren wieder auf Wachstumskurs sein will. Ob aus den angekündigten Plänen tatsächlich neue Produkte werden, die mit der Konkurrenz von AVM bis TP-Link mithalten können, wird sich erst zeigen müssen. Konkrete Modelle oder Termine hat devolo noch nicht genannt. Für Anleger dürfte vor allem die neue Unternehmensanleihe interessant sein, deren Konditionen zum Zeichnungsstart veröffentlicht werden sollen.