Disney dreht erneut an der Preisschraube: Seit dem 23. September 2026 kostet das werbefreie Disney+-Abo in den USA 21,49 Dollar im Monat – 13 Prozent mehr als bisher. Es ist bereits die vierte Preiserhöhung innerhalb weniger Jahre, und Branchenbeobachter werten den Schritt als Signal für ähnliche Anpassungen in Europa.
Die neuen Disney+-Preise im Überblick
Betroffen sind sowohl das Einzelabo als auch das Bundle mit Hulu. Bestandskunden zahlen die neuen Preise automatisch mit ihrer nächsten monatlichen Abrechnung, Neukunden sofort. Die Erhöhung im Detail:
| Abo | Bisheriger Preis | Neuer Preis |
|---|---|---|
| Disney+ Premium (werbefrei) | 18,99 $ | 21,49 $ (+13 %) |
| Disney+ mit Werbung | 11,99 $ | 12,49 $ |
| Disney+/Hulu-Bundle (werbefrei) | 19,99 $ | 21,99 $ |
| Disney+/Hulu-Bundle (mit Werbung) | 12,99 $ | 12,99 $ (unverändert) |
Zum Vergleich: Netflix verlangt für sein werbefreies 4K-Abo in den USA aktuell 26,99 Dollar im Monat. Disney+ bleibt damit trotz der Erhöhung günstiger als der größte Streaming-Konkurrent, verkleinert den Abstand aber spürbar.
Warum Disney jetzt an der Preisschraube dreht
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Der operative Gewinn von Disneys Streaming-Sparte legte im jüngsten Quartal von 329 auf 712 Millionen Dollar zu. Statt auf neue Abonnenten zu setzen, will der Konzern offenbar vor allem den Umsatz pro bestehendem Nutzer erhöhen – eine Strategie, die inzwischen die ganze Streaming-Branche verfolgt. Preiserhöhungen im Abstand von 12 bis 18 Monaten gelten mittlerweile als Standard, nicht mehr als Ausnahme.
Was das für Abonnenten in Deutschland bedeutet
Die aktuelle Preiserhöhung betrifft zunächst nur den US-Markt. Hierzulande kostet Disney+ aktuell 10,99 Euro im Monat für den Standard-Tarif und 15,99 Euro für Premium, dazu kommt ein werbefinanzierter Einstiegstarif für 6,99 Euro. Ein fester Termin für eine Preisanpassung in Deutschland wurde bislang nicht genannt. Da Disney seine Preise in Europa aber traditionell zeitversetzt an die US-Erhöhungen anpasst, gilt eine Verteuerung auch hierzulande als wahrscheinlich – ähnlich wie es zuletzt bereits bei anderen Anbietern zu beobachten war. Über politische Vorstöße für eine Streaming-Abgabe berichteten wir bereits, die Verbraucherzentrale positionierte sich klar dagegen.
Zusätzlicher Ärger: Deaktivierte Funktionen in Europa
Neben den Preisen sorgt Disney+ in Europa derzeit auch technisch für Unmut. Nutzer in Deutschland und den Niederlanden berichten seit Wochen über deaktivierte Premium-Funktionen wie Dolby Vision, HDR10+ und teils auch 4K-Wiedergabe. Auch die Chromecast-Unterstützung wurde abgeschaltet, und Einschränkungen bei Apples AirPlay werden ebenfalls gemeldet. Als Grund gelten Patentstreitigkeiten unter anderem mit InterDigital und Sony, die von Disney offenbar über neue Nutzungsbedingungen abgefedert werden. Wer für ein Premium-Abo zahlt, aber nicht die volle Bildqualität nutzen kann, dürfte eine bevorstehende Preiserhöhung entsprechend kritisch sehen.
Fazit
Mit der Preiserhöhung in den USA bestätigt Disney den Branchentrend zu regelmäßig steigenden Abo-Kosten. Für deutsche Nutzer besteht akut kein Handlungsbedarf, langfristig sollte man sich aber auf höhere Preise einstellen – zumal Disney+ hierzulande aktuell ohnehin nicht die volle technische Leistung liefert, für die man eigentlich bezahlt.
