DJI hat das Mic Mini 2S vorgestellt, das erste Mini-Funkmikrofon des Herstellers mit interner Aufnahmefunktion. Das kompakte Wireless-Mikrofon zeichnet Audio direkt im Sender auf, unabhängig von der Verbindung zu Kamera oder Smartphone, und speichert dabei bis zu 28 Stunden in 32-Bit-Float-Qualität. Ab sofort ist das DJI Mic Mini 2S ab 69 Euro erhältlich.
Für Content Creator, die schon mit dem regulären DJI Mic Mini 2 unterwegs sind, dürfte das der entscheidende Unterschied sein: Während der Vorgänger auf eine durchgehende Funkverbindung angewiesen ist, sichert das Mic Mini 2S die Aufnahme zusätzlich lokal auf dem Sender. Geht das Funksignal bei einem Interview auf der Straße oder in einer Location mit viel Beton und Stahl kurz verloren, ist die Tonspur trotzdem vollständig da.
Was ist neu am DJI Mic Mini 2S?
Kernstück der Neuerung ist die interne 32-Bit-Float-Aufnahme. Jeder Sender bringt rund 14,5 GB Speicher mit und zeichnet im Standardmodus mit 24 Bit bis zu 28 Stunden Audio auf. Das 32-Bit-Float-Format erfasst einen deutlich größeren Dynamikumfang als klassische 16- oder 24-Bit-Aufnahmen. Auch bei stark schwankender Lautstärke, etwa wenn auf ein leises Flüstern plötzlich ein lauter Ausruf folgt, lässt sich in der Nachbearbeitung noch etwas retten, selbst wenn der Pegel beim Dreh nicht perfekt gesetzt war.
Bis zu vier Sender lassen sich gleichzeitig mit einem Empfänger koppeln, was Roundtable-Formate, Podcasts, Interviews und kleinere Mehrpersonenproduktionen ohne Zusatzhardware abdeckt. DJI achtet zudem auf Abwärtskompatibilität: Sender des Mic Mini und Mic Mini 2 sowie der Empfänger der DJI-Mic-Serie für Mobilgeräte funktionieren weiterhin mit dem neuen System, wer also bereits Zubehör besitzt, kann es einfach ergänzen statt komplett neu zu kaufen.
KI-Geräuschunterdrückung in zwei Stufen
Bei der Geräuschunterdrückung geht DJI zweistufig vor. Die Stufe „Basis“ filtert typische Innenraumgeräusche wie Lüfter, Klimaanlagen oder Nachhall heraus, die Stufe „Stark“ ist für laute Außenumgebungen gedacht und drückt Umgebungslärm deutlicher weg, damit Stimmen verständlich bleiben. Ergänzt wird das durch eine automatische Clipping-Kontrolle, die das Signal bei plötzlichen Lautstärkespitzen dämpft, sowie einen Lautstärkeausgleich, der den Ausgangspegel etwa bei Interviews oder Livestreams konstant hält.
Für den Klangcharakter selbst stehen drei Profile zur Wahl: „Regulär“ für einen ausgewogenen, natürlichen Ton, „Hell“ für mehr Klarheit und Präsenz sowie „Kräftig“ für einen volleren, wärmeren Klang. Damit lässt sich ein Großteil der Tonoptimierung schon beim Dreh erledigen, was gerade bei schnellen News- oder Social-Formaten Zeit in der Postproduktion spart.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | DJI Mic Mini 2S |
|---|---|
| Interne Aufnahme | Ja, 32-Bit-Float, bis zu 28 Std. (24-Bit-Modus) |
| Speicher pro Sender | ca. 14,5 GB |
| Konnektivität | 4 Sender (TX) + 1 Empfänger (RX) |
| Gewicht Sender | ca. 12 g |
| Befestigung | Clip oder magnetisch, austauschbare Frontabdeckung |
| Geräuschunterdrückung | Zweistufige KI-Unterdrückung (Basis/Stark) + Clipping Control + Loudness Balance |
| Klangprofile | Regulär, Hell, Kräftig |
| Kompatibilität | Abwärtskompatibel zu Mic Mini, Mic Mini 2 und DJI-Mic-Serie (Mobil-Empfänger) |
| Direktanbindung | DJI OsmoAudio für Osmo Pocket 4P/4, Osmo 360, Osmo Nano, Osmo Action 6 |
Kompaktes Design mit Personalisierungsoptionen
Am Formfaktor hat sich wenig geändert: Der Sender wiegt weiterhin nur rund 12 Gramm und lässt sich per Clip oder magnetisch befestigen. Die magnetische Frontabdeckung ist abnehmbar, die acht farbigen Varianten aus der Mic-Mini-2-Reihe passen weiterhin. Neu ist die Zusammenarbeit mit der Illustratorin Victo Ngai für eine limitierte „Time Series“-Frontabdeckung, die verschiedene Lebensphasen als Motiv aufgreift. Auf die Funktion hat das keinen Einfluss, es zeigt aber, wie sehr DJI das Mikrofon inzwischen auch als Fashion-Accessoire für Creator vermarktet.
Nahtlose Anbindung an DJI-Kameras
Wer bereits im DJI-Ökosystem unterwegs ist, profitiert von der OsmoAudio-Direktverbindung: Die Sender koppeln sich ohne separaten Empfänger direkt mit der Osmo Pocket 4P, Osmo Pocket 4, Osmo 360, Osmo Nano und Osmo Action 6 und liefern 48 kHz/24-Bit-Audio direkt an die Kamera. Das spart ein Gerät im Gepäck und vereinfacht den Aufbau bei spontanen Drehs deutlich. Das Prinzip kennt man auch aus anderen Bereichen des Streaming-Setups: Bei der Wahl der passenden Webcam ist am Ende oft die Lösung mit weniger Zusatzhardware die stabilere.
Preise und Verfügbarkeit
Das DJI Mic Mini 2S ist ab sofort über store.dji.com und autorisierte Handelspartner erhältlich. Die Preise im Überblick:
| Konfiguration | Preis |
|---|---|
| 2 Sender + 1 Empfänger + Ladeschale | 189 € |
| 1 Sender + 1 Empfänger | 99 € |
| 1 Sender + 1 Handy-Empfänger + Ladeschale | 99 € |
| Sender einzeln | 69 € |
| Ladeschale einzeln | 33 € |
| Set mehrfarbige Frontabdeckungen | 19 € |
| Frontabdeckungen Time Series | 39 € |
Bei Amazon ist das DJI Mic Mini 2S zum Start noch nicht gelistet, das Vorgängermodell DJI Mic Mini gibt es dort bereits. Sobald ein Angebot für das neue Modell verfügbar ist, ergänzen wir den Artikel um einen Kauflink.
Einordnung: Lohnt sich der Umstieg?
Im direkten Vergleich zum DJI Mic Mini 2 ist die interne Aufnahme der mit Abstand wichtigste Neuerung. Wer bislang aus Sorge vor Funkaussetzern zusätzlich ein Backup-Recorder mitgeschleppt hat, kann sich das jetzt sparen. Die Kaufentscheidung zwischen Mic Mini 2 und Mic Mini 2S dürfte sich für die meisten also allein an der Frage festmachen, ob die interne Aufnahme als Absicherung gebraucht wird.
Für alle, die ihr Audio-Setup ohnehin gerade aufrüsten, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die passenden Software-Einstellungen: Wer das Mikrofon etwa in OBS Studio für Streams einbindet, kann die hardwareseitige KI-Geräuschunterdrückung des Mic Mini 2S mit den Software-Filtern kombinieren und so nochmal sauberere Ergebnisse erzielen. Auch als Ergänzung zu einer neuen Kamera-Setup-Meldung wie der kürzlich vorgestellten OBSBOT Meet Flip passt das Mic Mini 2S gut ins Bild, wenn Ton und Bild aus einer Hand kommen sollen.
Bleibt die Preisfrage: Für ein Sicherheitsnetz, das im Ernstfall eine ganze Aufnahme rettet, ist der Aufpreis zum regulären Mic Mini 2 überschaubar. Wer noch gar kein Funkmikrofon besitzt, sollte deshalb gleich zum Mic Mini 2S greifen. Besitzer des Mic Mini 2 müssen dagegen ehrlich abwägen, wie oft sie in der Praxis wirklich mit Aussetzern zu kämpfen hatten, denn ein Pflichtupgrade ist die interne Aufnahme allein noch nicht.