DJI Osmo Pocket 4 und 4P: Automatischer Upload in Cloud und NAS ist da

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
DJI Osmo Pocket 4P

Wer mit der DJI Osmo Pocket 4 oder der Osmo Pocket 4P unterwegs ist, muss Aufnahmen künftig nicht mehr von Hand aufs Handy oder den Rechner ziehen: Ein neues Firmware-Update bringt einen automatischen Cloud- und NAS-Upload direkt in die Kamera. Sobald ein hinterlegtes WLAN in Reichweite ist und die Kamera aus- oder im Leerlauf ist, schiebt sie Fotos und Videos selbstständig zu Google Drive, OneDrive oder auf ein eigenes NAS-System.

Für alle, die ihre Clips bisher mühsam manuell gesichert haben, ist das ein handfester Komfortgewinn – gerade bei Vloggern und Content-Creators, die täglich neues Material produzieren, dürfte die Funktion gut ankommen.
TL;DR: DJI hat per Firmware-Update (Version V01.03.1005 für die Pocket 4) eine automatische Cloud-Service-Funktion für Osmo Pocket 4 und 4P nachgerüstet. Unterstützt werden Google Drive, OneDrive und eigene NAS-Systeme per SMB. Eingerichtet wird alles über die DJI-Mimo-App, der Upload läuft anschließend im Hintergrund, sobald das hinterlegte WLAN erreichbar ist.

Was das Update genau kann

Die neue Funktion nennt sich in der DJI-Mimo-App schlicht „Kamera-Cloud-Service“ und lässt sich für jede unterstützte Kamera einzeln konfigurieren. Ist sie aktiviert, prüft die Osmo Pocket 4 beziehungsweise 4P im Hintergrund, ob das hinterlegte WLAN-Netzwerk verfügbar ist. Sobald das der Fall ist und die Kamera ausgeschaltet oder im Leerlauf ist, beginnt der Upload automatisch – ganz ohne App im Vordergrund oder Kabel.

Praktisch: Die Dateien landen nicht wahllos im Cloud-Ordner, sondern werden automatisch nach Gerät und Upload-Datum in Unterordnern sortiert. Wer mehrere Kameras oder Zubehörteile im Einsatz hat, behält so trotzdem den Überblick.

Diese Cloud-Dienste und NAS-Systeme werden unterstützt

Zum Start unterstützt DJI folgende Ziele für den automatischen Upload:

Dienst Verbindungsart Hinweis
Google Drive Cloud-Login über DJI Mimo Direkte Anmeldung mit Google-Konto
OneDrive Cloud-Login über DJI Mimo Direkte Anmeldung mit Microsoft-Konto
Eigenes NAS SMB-Protokoll Erfordert manuelle Netzwerkfreigabe-Konfiguration

Die Einrichtung von Google Drive und OneDrive ist in wenigen Schritten erledigt, da man sich einfach mit dem bestehenden Konto anmeldet. Beim eigenen NAS braucht es etwas mehr Vorarbeit: Die SMB-Freigabe muss auf dem NAS eingerichtet und in der Mimo-App mit Zugangsdaten und Pfad hinterlegt werden. Wer sein NAS noch nicht als eigene Cloud nutzt, findet in unserem Ratgeber zum Einrichten einer eigenen QNAP-Cloud eine gute Grundlage dafür. Auch unsere Anleitung zu Synology Drive Sync zeigt, wie sich Kamera- und Gerätedaten zuverlässig aufs eigene NAS spiegeln lassen.

So richtest du den automatischen Upload ein

Die Konfiguration läuft komplett über die DJI-Mimo-App, während die Kamera verbunden ist:

  1. DJI Mimo öffnen und die Osmo Pocket 4 oder 4P verbinden
  2. Im Kamera-Menü den Punkt „Kamera-Cloud-Service“ aufrufen
  3. Gewünschten Dienst auswählen (Google Drive, OneDrive oder NAS)
  4. Bei Cloud-Diensten: mit dem jeweiligen Konto anmelden. Beim NAS: SMB-Zugangsdaten und Freigabepfad eintragen
  5. WLAN-Netzwerk auswählen, über das der Upload künftig laufen soll, und Passwort hinterlegen

Danach übernimmt die Kamera den Rest von allein. Ein Hinweis vorab: Laut ersten Berichten hängt die Verfügbarkeit der Funktion teils vom Land und vom verwendeten Smartphone-Betriebssystem ab. Sollte der Menüpunkt noch fehlen, lohnt sich ein Blick in die App-Updates oder ein manueller Firmware-Check über DJI Mimo.

Weitere Neuerungen im Update

Das Firmware-Update bringt neben dem Cloud-Upload noch ein paar weitere Verbesserungen mit, die vor allem Vlogger freuen dürften:

  • Auto-Media-Transfer für iOS: Aufnahmen lassen sich automatisch aufs iPhone übertragen, sobald die App im Hintergrund aktiv ist
  • D-Log (10-Bit) für Zeitlupenaufnahmen: Mehr Grading-Spielraum auch bei Slow-Motion-Clips
  • Frame Tracking: Präzisere Objektverfolgung bei der 45-Grad-Gimbal-Bewegung per Joystick (Osmo Pocket 4P)

Technische Daten im Überblick

Wer noch überlegt, ob sich der Umstieg auf die aktuelle Pocket-Generation lohnt, findet hier die wichtigsten Eckdaten der Osmo Pocket 4 im Vergleich zur Vorgängerin:

Feature Osmo Pocket 4 Osmo Pocket 3
Sensor 1-Zoll-CMOS, 14 Blendenstufen Dynamikumfang 1-Zoll-CMOS
Max. Video 4K/240fps 4K/120fps
Foto-Auflösung 37 MP geringer
Interner Speicher 107 GB kein interner Speicher
Datenübertragung USB 3.1 (bis 800 MB/s) USB 2.0
Akkulaufzeit bis 135 Min. (4K/60fps) geringer
Preis (Standard Combo) ab 499 €

Die Pocket 4P setzt noch eins drauf: Sie bringt zusätzlich eine 45-Grad-Gimbal-Bewegung per Joystick sowie die genannten D-Log-Slow-Motion-Aufnahmen mit und positioniert sich damit klarer in Richtung semiprofessionelle Creator. Bei Amazon ist die DJI Osmo Pocket 4 Creative Combo aktuell gelistet.

Einordnung: Warum das mehr als nur ein Nice-to-have ist

Automatisches Backup klingt erstmal nach einer kleinen Komfortfunktion, doch gerade bei Gimbal-Kameras wie der Osmo Pocket ist manuelles Sichern oft der wunde Punkt im Workflow. Wer unterwegs dreht, vergisst schnell mal den Transfer aufs NAS oder verliert bei einem Kamera-Defekt die einzige Kopie der Aufnahmen. Mit dem neuen Cloud-Service verschiebt DJI diesen Schritt dahin, wo er am wenigsten stört: in den Leerlauf der Kamera, wenn ohnehin niemand mehr drauf wartet.

Fazit

Mit dem automatischen Cloud- und NAS-Upload schließt DJI eine Lücke, die Besitzer der Osmo Pocket 4 und 4P bisher selbst mit Drittanbieter-Apps oder manuellem Transfer lösen mussten. Die Einrichtung ist bei Google Drive und OneDrive in Minuten erledigt, beim eigenen NAS braucht es etwas mehr Geduld für die SMB-Konfiguration – dafür bleiben die Daten unter eigener Kontrolle. Ob die Funktion in Deutschland bereits für alle Geräte-Kombinationen verfügbar ist, sollte jeder am besten direkt über die DJI-Mimo-App prüfen.