Wer mit der DJI Osmo Pocket 4 oder der Osmo Pocket 4P unterwegs ist, muss Aufnahmen künftig nicht mehr von Hand aufs Handy oder den Rechner ziehen: Ein neues Firmware-Update bringt einen automatischen Cloud- und NAS-Upload direkt in die Kamera. Sobald ein hinterlegtes WLAN in Reichweite ist und die Kamera aus- oder im Leerlauf ist, schiebt sie Fotos und Videos selbstständig zu Google Drive, OneDrive oder auf ein eigenes NAS-System.
Für alle, die ihre Clips bisher mühsam manuell gesichert haben, ist das ein handfester Komfortgewinn – gerade bei Vloggern und Content-Creators, die täglich neues Material produzieren, dürfte die Funktion gut ankommen.
TL;DR: DJI hat per Firmware-Update (Version V01.03.1005 für die Pocket 4) eine automatische Cloud-Service-Funktion für Osmo Pocket 4 und 4P nachgerüstet. Unterstützt werden Google Drive, OneDrive und eigene NAS-Systeme per SMB. Eingerichtet wird alles über die DJI-Mimo-App, der Upload läuft anschließend im Hintergrund, sobald das hinterlegte WLAN erreichbar ist.
Was das Update genau kann
Die neue Funktion nennt sich in der DJI-Mimo-App schlicht „Kamera-Cloud-Service“ und lässt sich für jede unterstützte Kamera einzeln konfigurieren. Ist sie aktiviert, prüft die Osmo Pocket 4 beziehungsweise 4P im Hintergrund, ob das hinterlegte WLAN-Netzwerk verfügbar ist. Sobald das der Fall ist und die Kamera ausgeschaltet oder im Leerlauf ist, beginnt der Upload automatisch – ganz ohne App im Vordergrund oder Kabel.
Praktisch: Die Dateien landen nicht wahllos im Cloud-Ordner, sondern werden automatisch nach Gerät und Upload-Datum in Unterordnern sortiert. Wer mehrere Kameras oder Zubehörteile im Einsatz hat, behält so trotzdem den Überblick.
Diese Cloud-Dienste und NAS-Systeme werden unterstützt
Zum Start unterstützt DJI folgende Ziele für den automatischen Upload:
| Dienst | Verbindungsart | Hinweis |
|---|---|---|
| Google Drive | Cloud-Login über DJI Mimo | Direkte Anmeldung mit Google-Konto |
| OneDrive | Cloud-Login über DJI Mimo | Direkte Anmeldung mit Microsoft-Konto |
| Eigenes NAS | SMB-Protokoll | Erfordert manuelle Netzwerkfreigabe-Konfiguration |
Die Einrichtung von Google Drive und OneDrive ist in wenigen Schritten erledigt, da man sich einfach mit dem bestehenden Konto anmeldet. Beim eigenen NAS braucht es etwas mehr Vorarbeit: Die SMB-Freigabe muss auf dem NAS eingerichtet und in der Mimo-App mit Zugangsdaten und Pfad hinterlegt werden. Wer sein NAS noch nicht als eigene Cloud nutzt, findet in unserem Ratgeber zum Einrichten einer eigenen QNAP-Cloud eine gute Grundlage dafür. Auch unsere Anleitung zu Synology Drive Sync zeigt, wie sich Kamera- und Gerätedaten zuverlässig aufs eigene NAS spiegeln lassen.
So richtest du den automatischen Upload ein
Die Konfiguration läuft komplett über die DJI-Mimo-App, während die Kamera verbunden ist:
- DJI Mimo öffnen und die Osmo Pocket 4 oder 4P verbinden
- Im Kamera-Menü den Punkt „Kamera-Cloud-Service“ aufrufen
- Gewünschten Dienst auswählen (Google Drive, OneDrive oder NAS)
- Bei Cloud-Diensten: mit dem jeweiligen Konto anmelden. Beim NAS: SMB-Zugangsdaten und Freigabepfad eintragen
- WLAN-Netzwerk auswählen, über das der Upload künftig laufen soll, und Passwort hinterlegen
Danach übernimmt die Kamera den Rest von allein. Ein Hinweis vorab: Laut ersten Berichten hängt die Verfügbarkeit der Funktion teils vom Land und vom verwendeten Smartphone-Betriebssystem ab. Sollte der Menüpunkt noch fehlen, lohnt sich ein Blick in die App-Updates oder ein manueller Firmware-Check über DJI Mimo.
Weitere Neuerungen im Update
Das Firmware-Update bringt neben dem Cloud-Upload noch ein paar weitere Verbesserungen mit, die vor allem Vlogger freuen dürften:
- Auto-Media-Transfer für iOS: Aufnahmen lassen sich automatisch aufs iPhone übertragen, sobald die App im Hintergrund aktiv ist
- D-Log (10-Bit) für Zeitlupenaufnahmen: Mehr Grading-Spielraum auch bei Slow-Motion-Clips
- Frame Tracking: Präzisere Objektverfolgung bei der 45-Grad-Gimbal-Bewegung per Joystick (Osmo Pocket 4P)
Technische Daten im Überblick
Wer noch überlegt, ob sich der Umstieg auf die aktuelle Pocket-Generation lohnt, findet hier die wichtigsten Eckdaten der Osmo Pocket 4 im Vergleich zur Vorgängerin:
| Feature | Osmo Pocket 4 | Osmo Pocket 3 |
|---|---|---|
| Sensor | 1-Zoll-CMOS, 14 Blendenstufen Dynamikumfang | 1-Zoll-CMOS |
| Max. Video | 4K/240fps | 4K/120fps |
| Foto-Auflösung | 37 MP | geringer |
| Interner Speicher | 107 GB | kein interner Speicher |
| Datenübertragung | USB 3.1 (bis 800 MB/s) | USB 2.0 |
| Akkulaufzeit | bis 135 Min. (4K/60fps) | geringer |
| Preis (Standard Combo) | ab 499 € | – |
Die Pocket 4P setzt noch eins drauf: Sie bringt zusätzlich eine 45-Grad-Gimbal-Bewegung per Joystick sowie die genannten D-Log-Slow-Motion-Aufnahmen mit und positioniert sich damit klarer in Richtung semiprofessionelle Creator. Bei Amazon ist die DJI Osmo Pocket 4 Creative Combo aktuell gelistet.
Einordnung: Warum das mehr als nur ein Nice-to-have ist
Automatisches Backup klingt erstmal nach einer kleinen Komfortfunktion, doch gerade bei Gimbal-Kameras wie der Osmo Pocket ist manuelles Sichern oft der wunde Punkt im Workflow. Wer unterwegs dreht, vergisst schnell mal den Transfer aufs NAS oder verliert bei einem Kamera-Defekt die einzige Kopie der Aufnahmen. Mit dem neuen Cloud-Service verschiebt DJI diesen Schritt dahin, wo er am wenigsten stört: in den Leerlauf der Kamera, wenn ohnehin niemand mehr drauf wartet.
Fazit
Mit dem automatischen Cloud- und NAS-Upload schließt DJI eine Lücke, die Besitzer der Osmo Pocket 4 und 4P bisher selbst mit Drittanbieter-Apps oder manuellem Transfer lösen mussten. Die Einrichtung ist bei Google Drive und OneDrive in Minuten erledigt, beim eigenen NAS braucht es etwas mehr Geduld für die SMB-Konfiguration – dafür bleiben die Daten unter eigener Kontrolle. Ob die Funktion in Deutschland bereits für alle Geräte-Kombinationen verfügbar ist, sollte jeder am besten direkt über die DJI-Mimo-App prüfen.

