DJI Osmo Pocket 4P ist da: Dual-Objektiv-Kamera mit 17 Blendenstufen und 10-Bit D-Log 2

Philipp Briel
Philipp Briel · 4 Min. Lesezeit
DJI Osmo Pocket 4P
Bild: DJI

Die DJI Osmo Pocket 4P ist offiziell und ab sofort erhältlich. Es ist die erste Gimbal-Kamera von DJI mit einem Dual-Objektiv-System und richtet sich klar an Filmschaffende, die kinoreife Aufnahmen aus der Jackentasche wollen. Herzstück ist ein neuer 1-Zoll-Sensor mit einem Dynamikumfang von 17 Blendenstufen und dem neuen 10-Bit-Farbprofil D-Log 2. Los geht es bei 599 Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erste DJI-Pocket mit zwei Objektiven: 20-mm-Weitwinkel (1 Zoll, f/2,0) plus 60-mm-Tele (f/1,8)
  • Neuer 1-Zoll-Sensor mit LOFIC-Technik, 17 Blendenstufen und 4K bei 240 fps
  • Neues 10-Bit-Farbprofil D-Log 2 mit über einer Milliarde Farben
  • 3-Achsen-Gimbal, ActiveTrack 8.0, nur 230 Gramm
  • Preis: ab 599 Euro (Standard Combo), 689 Euro als Vlog Combo

Zwei Objektive für Weitwinkel und Tele

Der größte Unterschied zur bisherigen Pocket-Serie steckt im Namen: Das „P“ steht für zwei Objektive. Das primäre Weitwinkelobjektiv sitzt vor einem völlig neuen 1-Zoll-CMOS-Sensor (20 mm Brennweite, Blende f/2,0). Dank LOFIC-Technik erreicht es einen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen und nimmt Video mit bis zu 4K/240 fps auf. Damit lassen sich auch kontrastreiche Szenen wie nächtliche Stadtansichten, Sonnenuntergänge oder Gegenlichtporträts sauber einfangen.

DJI Osmo Pocket 4P
Bild: DJI

Das zweite Objektiv ist ein 60-mm-Mitteltele mit großer f/1,8-Blende. Es bietet dreifachen optischen Zoom und bis zu zwölffachen Digitalzoom. Die weit geöffnete Blende (entspricht einer Schärfentiefe von f/6,3) trennt das Motiv deutlich vom Hintergrund und sorgt für den klassischen, filmischen Unschärfeeffekt bei Porträts. DJI setzt damit die Richtung fort, die das Unternehmen zuvor schon mit der Osmo Pocket 4 Pro eingeschlagen hatte.

17 Blendenstufen und das neue 10-Bit D-Log 2

Für die Farbbearbeitung führt DJI mit der Osmo Pocket 4P das neue Profil 10-Bit D-Log 2 ein. Es erfasst über eine Milliarde Farben und hält in Kombination mit den 17 Blendenstufen sowohl in Lichtern als auch in Schatten viele Details fest. In der Postproduktion bleibt so mehr Spielraum für die Farbkorrektur, Tonwertübergänge fallen weicher aus.

Für schnelle Bewegungen nimmt die Kamera Zeitlupen mit 4K bei 240 fps auf, also achtfache Ultra-HD-Slow-Motion. Wer den gegenteiligen Effekt sucht, kann per Langzeitbelichtung Lichtspuren und Bewegungsunschärfe festhalten. Fotos gelingen mit bis zu 37 Megapixeln, dazu kommt eine 4K-Live-Foto-Funktion, die zu jedem Bild automatisch einen 1,5 Sekunden langen Clip aufzeichnet.

Stabilisierung, ActiveTrack 8.0 und Handhabung

Trotz zweitem Objektiv wiegt die Kamera nur 230 Gramm. Der mechanische 3-Achsen-Gimbal stammt aus DJIs Ronin-Erfahrung und hält die Aufnahmen ruhig. Das überarbeitete ActiveTrack 8.0 verfolgt Menschen, Fahrzeuge, Haustiere oder ungewöhnlich geformte Objekte zuverlässig in der Bildmitte, selbst bei zwölffachem Zoom.

Im Alltag helfen ein paar praktische Details: Ein Dreh am Touchscreen schaltet die Kamera ein und startet die Aufnahme, per Handgeste (offene Handfläche oder „V“-Zeichen) lässt sich ActiveTrack auslösen. Über USB 3.1 überträgt die Kamera Aufnahmen mit bis zu 800 MB/s. Der Akku lädt in 18 Minuten von 0 auf 80 Prozent und hält voll geladen bis zu 210 Minuten durch.

Technische Daten im Überblick

Merkmal DJI Osmo Pocket 4P
Weitwinkelobjektiv 1-Zoll-CMOS, 20 mm, f/2,0
Teleobjektiv 60 mm, f/1,8, 3x optischer Zoom (bis 12x digital)
Dynamikumfang bis zu 17 Blendenstufen (LOFIC)
Farbprofil 10-Bit D-Log 2 (über 1 Mrd. Farben)
Video bis 4K/240 fps
Foto bis 37 MP, 4K-Live-Foto
Stabilisierung mechanischer 3-Achsen-Gimbal, ActiveTrack 8.0
Datenübertragung USB 3.1, bis 800 MB/s
Akku bis 210 Min., 0–80 % in 18 Min.
Gewicht 230 g
Farben Schwarz, Perlweiß

Zubehör aus dem Osmo-Ökosystem

Die Kamera ist mit dem bestehenden Osmo-Zubehör kompatibel. Dazu zählen unter anderem das Fülllicht, der Black-Mist-Filter, ein ND-Filterset, das Osmo FrameTap, der Akkugriff, ein Weitwinkelobjektiv, das Mini-Stativ sowie verschiedene OsmoAudio-Mikrofone. Vieles davon ist separat erhältlich oder Teil ausgewählter Combos. Wer mit dem Gedanken an ein Gimbal-Setup spielt, findet in unserem Test des Hohem iSteady MT3 Pro Kit eine Einordnung, was ein gutes Zubehörpaket ausmacht.

DJI Osmo Pocket 4P
Bild: DJI

Preis und Verfügbarkeit

Die DJI Osmo Pocket 4P ist ab sofort über store.dji.com und autorisierte Händler erhältlich. Die Standard Combo kostet 599 Euro, die Vlog Combo mit zusätzlichem Zubehör 689 Euro. Optional bietet DJI seinen Schutzservice DJI Care Refresh an.

Fazit

Mit der DJI Osmo Pocket 4P wird die kompakte Gimbal-Kamera endgültig zum ernstzunehmenden Werkzeug für Filmschaffende. Das Dual-Objektiv, 17 Blendenstufen und D-Log 2 bringen Funktionen ins Taschenformat, die bisher teuren Cinema-Kameras vorbehalten waren. Spannend wird der direkte Vergleich mit der Insta360 Luna Ultra, die den Markt zuletzt kräftig aufgemischt hat. Einen ausführlichen Test der Osmo Pocket 4P reichen wir nach, sobald ein Gerät bei uns eintrifft.