Dreame Leaptic Cube: Modulare 8K-Actionkamera startet im Oktober für 399 Euro in Deutschland

Philipp Briel
Philipp Briel · 5 Min. Lesezeit
Dreame Leaptic Cube
Bild: Dreame

Dreame kennt man bisher vor allem von Saugrobotern, Haartrocknern und Multistylern. Jetzt wagt sich der chinesische Hersteller auf ein neues Feld: Mit der Leaptic Cube bringt Dreame ab Mitte Oktober 2026 seine erste Actionkamera für 399 Euro nach Deutschland, verkauft über MediaMarkt, Saturn und Joybuy. Auf dem Papier tritt die Kamera mit 8K-Video, einem 50-Megapixel-Sensor und einem magnetischen Baukastensystem gegen GoPro, DJI und Insta360 an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Marktstart in Deutschland: Mitte Oktober 2026, Startpreis 399 Euro
  • Verkauf über MediaMarkt, Saturn und Joybuy
  • 1/1,3-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln, 155-Grad-Weitwinkel, Blende f/2.8
  • Video bis 8K/30 fps, dazu 4K/60 fps HDR und 4K-Zeitlupe mit 120 fps
  • Modulares System aus Kamera-Cube, magnetischem Display-Modul und Magnetic Battery Cube
  • 4-Nanometer-Chip von Qualcomm mit 48 TOPS für Nachtmodus, Motiverkennung und Sprachsteuerung

Technische Daten im Überblick

Merkmal Dreame Leaptic Cube
Sensor 1/1,3 Zoll, 50 Megapixel
Objektiv f/2.8, 155° Ultraweitwinkel, 1G+1GM+6P Glaselemente
Video 8K/30 fps, 4K/60 fps HDR, 4K/120 fps Zeitlupe, 1080p/240 fps
Dynamikumfang 13,5 Blendenstufen
Stabilisierung KI-gestützte elektronische Bildstabilisierung
Prozessor Qualcomm-Chip, 4 nm, 48 TOPS KI-Leistung
Wasserdichtigkeit bis zu 10 m Tiefe
Akkulaufzeit bis zu 110 Minuten solo, mit Magnetic Battery Cube bis zu 210 Minuten
Speicher 64 GB oder 128 GB intern
Konnektivität Wi-Fi 6, USB 3.1, proprietäres ProSync-Funksystem mit rund 30 m Reichweite
Gewicht 55,9 g (Kameramodul)
Preis in Deutschland ab 399 Euro
Verfügbarkeit in Deutschland ab Mitte Oktober 2026 bei MediaMarkt, Saturn, Joybuy

Die Werte stammen aus der offiziellen Pressemitteilung von Dreame.

Ein Cube mit Anbauten: So funktioniert das modulare Konzept

Kern des Systems ist ein winziger Kamerawürfel, der allein knapp 56 Gramm wiegt und schon von Haus aus bis zu 10 Meter tief ins Wasser darf, ganz ohne zusätzliches Gehäuse. Für längere Tauchgänge oder raueren Einsatz nennt ifun.de zusätzlich ein eigenes Unterwassergehäuse als optionales Zubehör. Wer länger filmen will, steckt den Magnetic Battery Cube an: einen magnetischen Zusatzakku, der die Laufzeit von 110 auf bis zu 210 Minuten fast verdoppelt. Mehrere Berichte, darunter china-gadgets.de und stadt-bremerhaven.de, beschreiben außerdem ein separates Display-Modul mit 2,27 Zoll großem Touchscreen, über das sich die Kamera aus bis zu 30 Metern Entfernung steuern lässt. Die Verbindung dorthin läuft nicht über Bluetooth, sondern über ein proprietäres Funksystem, das laut Hersteller deutlich weiter reicht und stabiler läuft.

Dreame Leaptic Cube
Bild: Dreame

Qualcomm-Chip und KI-Funktionen

Für die Bildverarbeitung setzt Dreame auf einen im 4-Nanometer-Verfahren gefertigten Achtkern-Chip von Qualcomm mit einer KI-Rechenleistung von 48 TOPS. Der Chip übernimmt unter anderem die elektronische Bildstabilisierung, einen Nachtmodus mit softwarebasierter Rauschreduktion sowie Motiverkennung, die Personen oder Objekte automatisch verfolgen soll. Freihändig steuern lässt sich die Kamera außerdem über den KI-Sprachassistenten „Hi, Moko“, praktisch, wenn beide Hände am Lenker oder Griff bleiben müssen. china-gadgets.de nennt zusätzlich einen Beauty-Modus für Selfie-Aufnahmen.

Gesteuert wird die Cube über die Leaptic-App. Interessant: china-gadgets.de berichtet, dass sich die App ausdrücklich auch mit GoPro-Kameras verbinden lassen soll, was Nutzern mit bestehendem GoPro-Zubehör den Umstieg erleichtern würde. Von Dreame selbst gibt es dazu bislang keine offizielle Bestätigung.

Preis und Verfügbarkeit in Deutschland

Vorgestellt hat Dreame die Leaptic Cube bereits im Januar 2026 auf der CES in Las Vegas, damals noch mit Blick auf den US-Markt und Preisen von 439,99 US-Dollar für die Version mit 64 GB Speicher und 459,99 US-Dollar für die 128-GB-Variante. Auch bei der IFA 2026 in Berlin zeigte Dreame die Kamera erneut, allerdings noch ohne konkrete Preis- und Verfügbarkeitsangaben für Deutschland. Diese Lücke ist jetzt geschlossen: Ab Mitte Oktober 2026 verkaufen MediaMarkt, Saturn und der Online-Händler Joybuy die Leaptic Cube hierzulande ab 399 Euro. Wer es genauer wissen will, findet weitere Angaben zum Gerät auch im deutschen Dreame-Onlineshop.

Kein Vorreiter, aber ernstzunehmende Konkurrenz

Ganz neu ist die Idee einer winzigen Kamera mit ansteckbaren Modulen nicht. Insta360 verfolgt mit der GO-3-Serie ein ähnliches Prinzip, und optisch erinnert die Leaptic Cube nach Einschätzung von china-gadgets.de sogar recht stark an die DJI Osmo Nano. Wie nah moderne Mini-Actionkameras technisch beieinanderliegen, zeigt auch unser Test der DJI Osmo 360 II: Auch dort sind es der große Sensor, die KI-gestützte Bildverarbeitung und der Nachtmodus, die über den Praxiswert entscheiden, nicht allein die Papierwerte.

Preislich bewegt sich die Leaptic Cube im Mittelfeld. stadt-bremerhaven.de nennt als deutlich günstigere Alternativen etwa die AKASO Action Cam (ab 69,99 Euro, 4K/30 fps) oder die Apexcam M90 (ab 62,99 Euro, 4K/60 fps), während die DJI Osmo Action 4 mit rund 195,90 Euro näher an der Cube liegt, aber ohne deren modulares Zusatzsystem auskommen muss. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt am Ende davon ab, wie gut Nachtmodus, Stabilisierung und Akkulaufzeit im Alltag wirklich funktionieren und das lässt sich erst in einem eigenen Test klären. Wer sich für weitere kompakte Kamerakonzepte abseits klassischer Actioncams interessiert, findet mit der auf der IFA 2026 vorgestellten Hohem Eyepic noch ein weiteres, aktuelles Beispiel.

Fazit

Mit der Leaptic Cube zeigt Dreame, dass sich das Unternehmen nicht auf Haushaltsgeräte beschränken will. Sensor, Videomodi und der Qualcomm-Chip lesen sich auf dem Papier konkurrenzfähig, und das modulare Konzept aus Kamera, Display-Modul und Magnetic Battery Cube bietet mehr Flexibilität als eine klassische Actioncam aus einem Guss. Ob das im Alltag auch so aufgeht, muss sich erst noch zeigen, sobald ein Testgerät verfügbar ist. Bis dahin bleibt festzuhalten: Für 399 Euro bekommt man ab Mitte Oktober zumindest auf dem Papier eine ganze Menge Kamera für relativ wenig Geld.