DxO hat mit PhotoLab 10 die neue Generation seiner RAW-Entwicklungssoftware veröffentlicht. Im Zentrum stehen KI-gestützte Masken für Personen und Bildtiefe, ein überarbeitetes Farbrad sowie eine direkte Roundtrip-Anbindung an Affinity Photo. Wie gewohnt bleibt DxO dabei seinem Kaufmodell ohne Abo treu.
TL;DR: PhotoLab 10 bringt automatische KI-Masken für Personen, Gesichter und Bildtiefe, ein neues zentrales Farbrad, überarbeitete Kontrollpunkte und eine direkte Exportbrücke zu Affinity Photo. Die Vollversion kostet 249,99 Euro, das Upgrade von Version 8 oder 9 liegt bei 129,99 Euro. Eine 30-tägige Testversion ist verfügbar.
KI-Masken: Personen, Gesichter und Bildtiefe getrennt bearbeiten
Die größte Neuerung betrifft die Maskierung. PhotoLab 10 erkennt Personen im Bild nun als einzelne Subjekte statt als zusammenhängende Gruppe und erlaubt es, Gesichter granular zu bearbeiten: Augen, Zähne, Barthaare, Haut und Lippen lassen sich separat isolieren und anpassen. Das soll vor allem die Porträtbearbeitung beschleunigen, ohne dass Nutzer manuell mit Pinsel oder Verlaufsfilter arbeiten müssen.
Ergänzt wird das Ganze durch eine neue Depth Mask-Funktion, die auf Knopfdruck eine Tiefenkarte des Bildes erstellt. Darüber lassen sich Vorder- und Hintergrund oder einzelne Entfernungszonen präzise selektieren, etwa um den Hintergrund gezielt abzudunkeln, ohne das Motiv im Vordergrund zu beeinflussen. Die KI-Masken werden bewusst nicht automatisch für jedes Bild berechnet, sondern nur bei Bedarf erzeugt, was Rechenzeit spart.
Neues Farbrad und überarbeitete Kontrollpunkte
Für die Farbbearbeitung ersetzt DxO die bisherige Struktur durch ein zentrales Farbrad, mit dem sich Schatten, Mitteltöne und Lichter getrennt in Echtzeit anpassen lassen, inklusive eigener, speicherbarer Presets. Die bekannte U-Point-Technologie verschmilzt zudem mit den Pinselwerkzeugen: Kontrollpunkte lassen sich jetzt als drehbare Ellipsen formen, was eine präzisere lokale Maskierung erlaubt, etwa entlang schräg verlaufender Kanten.
Dazu kommen kleinere, aber praktische Werkzeuge: „Crop as Shot“ bewahrt automatisch das Seitenverhältnis der Kamera beim Zuschneiden, und die KI-gestützte Sensorstaub-Erkennung spürt Flecken durch verschmutzte Kamerasensoren automatisch auf und entfernt sie.
Direkte Brücke zu Affinity Photo
Mit PhotoLab 10 führt DxO außerdem einen direkten Roundtrip-Workflow mit Affinity Photo ein. Bilder lassen sich für die pixelbasierte Nachbearbeitung (etwa Freistellen, Retusche oder Composing) direkt aus PhotoLab heraus in Affinity öffnen und die bearbeitete Version anschließend automatisch wieder zurückimportieren. Für Fotografinnen und Fotografen, die DxO als RAW-Konverter und Affinity für pixelbasierte Eingriffe nutzen, entfällt damit der bisherige Umweg über manuelles Exportieren und Importieren.
Preis und Verfügbarkeit
DxO PhotoLab 10 ist ab sofort direkt bei DxO sowie im DxO-Shop erhältlich. Die Neulizenz kostet 249,99 Euro, Besitzer von Version 8 oder 9 zahlen für das Upgrade 129,99 Euro. Wie bei den Vorgängerversionen handelt es sich um eine klassische Kauflizenz ohne Abo-Modell, ein Unterschied, den DxO explizit gegenüber Adobe Lightroom und Capture One hervorhebt. Interessierte können die Software 30 Tage lang kostenlos testen, bevor sie sich entscheiden.
Fazit: Lohnt sich das Upgrade auf PhotoLab 10?
DxO PhotoLab 10 wirkt wie ein konsequenter Schritt, um gegenüber abobasierten Alternativen wie Lightroom und Capture One nicht nur beim Preismodell, sondern auch bei den Funktionen mitzuhalten. Die KI-Masken für Personen und Bildtiefe sparen in der Praxis Zeit, und die direkte Affinity-Anbindung schließt eine Lücke, die RAW-Fotografen mit pixelbasiertem Nachbearbeitungsbedarf bislang selbst überbrücken mussten. Wer bereits Version 8 oder 9 nutzt, bekommt mit dem Upgrade für rund 130 Euro ein spürbares Funktionsplus; Neueinsteiger sollten vor dem Kauf die kostenlose Testversion nutzen, um zu prüfen, ob die RAW-Verarbeitung von PhotoLab zur eigenen Kamera-Ausrüstung passt.