EcoFlow hat auf seinem European Launch Event in München gleich ein ganzes Bündel neuer Produkte vorgestellt: die Energiemanagement-Plattform OASIS 3.0, den KI-Assistenten EcoBot, die Plug-in-Solarserie STREAM 2, die Heimspeicher-Familie OCEAN 2 und – zum ersten Mal in Europa – Speicherlösungen für Gewerbe und Industrie. Zu sehen ist das alles vom 23. bis 25. Juni 2026 auf der Intersolar Europe in Halle B1, Stand 170.
TL;DR
- OASIS 3.0 ist die neue Steuerzentrale, die Stromtarife, Wetter, Verbrauch und Geräte automatisch zusammenführt.
- EcoBot macht das Ganze per Sprache bedienbar – Energiepläne ohne Menü-Marathon.
- STREAM 2 erweitert die Balkonkraftwerk-Sparte um Modelle bis 5.000 und Akkus mit 3 bzw. 5 kWh.
- OCEAN 2 deckt 3 bis 15 kW ab, neu ist eine 8-kWh-Batterie, die zu bestehenden PowerOcean- und OCEAN-2-Systemen passt.
- Mit der A-Serie (Alps) steigt EcoFlow in Europa erstmals in Gewerbe- und Industriespeicher ein.
Was hat EcoFlow auf der Intersolar 2026 vorgestellt?
Kurz gesagt: EcoFlow zeigt in München kein einzelnes Gerät, sondern ein zusammenhängendes Energie-Ökosystem. Der rote Faden ist die Plattform OASIS 3.0, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch über eine gemeinsame Oberfläche koordiniert. Drumherum gruppieren sich neue Hardware-Familien für unterschiedliche Bedürfnisse – vom Balkon bis zur Industriehalle.
Dahinter steckt ein größerer Trend, den man dem Unternehmen anmerkt: EcoFlow will weg vom reinen Hardware-Anbieter hin zur Energieplattform. Wer EcoFlow bisher vor allem von tragbaren Powerstations kannte, sieht hier den nächsten Schritt – das Unternehmen hatte sein KI-Energiemanagement OASIS schon auf der CES 2025 erstmals gezeigt, jetzt folgt die dritte Generation.
OASIS 3.0 und EcoBot: das Gehirn des Systems
OASIS 3.0 ist die neueste Generation von EcoFlows Energiemanagement-Plattform. Sie schaut sich an, was im Haushalt passiert – Stromtarife, Wetterprognosen, Verbrauchsmuster, der Status der angeschlossenen Geräte – und optimiert die Energienutzung dann automatisch. Das Ziel: möglichst viel von der selbst erzeugten und gespeicherten Energie tatsächlich nutzen, statt teuer zuzukaufen oder günstig einzuspeisen.
Der eigentliche Clou ist aber EcoBot. Der KI-Assistent lässt sich per natürlicher Sprache bedienen. Statt sich durch Menüs und Zeitpläne zu klicken, sagt man, was man will, und bekommt Einstellungen, Energiepläne und Empfehlungen. Für alle, die sich bislang von der Komplexität smarter Energiesysteme haben abschrecken lassen, ist das vermutlich die größere Neuigkeit als jedes einzelne Datenblatt.
Laut EcoFlow unterstützt die Plattform mehr als 500 Anbieter dynamischer Stromtarife und lässt sich mit über 35 Smart-Home-Marken verbinden. Damit lassen sich Erzeugung, Speicherung, Verbrauch und EV-Laden zentral steuern.
STREAM 2: mehr Optionen fürs Balkonkraftwerk
Die STREAM-Serie kennt man bei EcoFlow als Plug-in-Solar-Lösung – sprich: Balkonkraftwerk-Gebiet. Die neue Generation umfasst die Modelle STREAM 3000, STREAM 5000 und STREAM AC 5000 sowie Erweiterungsbatterien mit 3 und 5 kWh.
Die neuen Systeme bringen höhere Speicherkapazitäten, bessere Leistungswerte und eine direkte Anbindung an OASIS 3.0 mit. Kombiniert man das STREAM 5000 mit Solarmodulen oder Erweiterungsbatterien, sind – bei normgerechter Installation – bis zu 3.000 Watt Ausgangsleistung drin. Praktisch ist der modulare Aufbau: Man steigt klein ein und baut bei Bedarf aus. Wer EcoFlow im Balkonsegment schon länger verfolgt, erinnert sich an die erste Kombi aus Balkonkraftwerk und Powerstation – STREAM 2 ist die konsequente Weiterentwicklung dieser Idee.
OCEAN 2: Heimspeicher fürs ganze Haus
Die OCEAN 2 Serie richtet sich an Haushalte, die mehr Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit wollen. Das Portfolio umfasst Dreiphasen-, Einphasen- und OCEAN 2 Plus Einphasensysteme mit Leistungen von 3 bis 15 kW. Neu vorgestellt wurde eine 8-kWh-Batterie, die mit bestehenden PowerOcean- und OCEAN-2-Systemen kompatibel ist – ein Pluspunkt für alle, die später erweitern wollen, ohne alles auszutauschen.

Technisch setzt OCEAN 2 auf LFP-Batterietechnik (Lithium-Eisenphosphat), die für lange Lebensdauer und hohe Sicherheit bekannt ist. Bei den Drei-Phasen-Varianten gibt EcoFlow bis zu 24 kW PV-Eingang über drei MPP-Tracker und eine Ersatzstromfunktion fürs ganze Haus mit 0 ms Umschaltzeit an. Die Module sind nach IP66 geschützt und damit auch für die Außeninstallation geeignet. Wir haben die Details zum OCEAN-2-System bereits zum Marktstart aufbereitet.
OCEAN 2 – die wichtigsten Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Leistungsklassen | 3 bis 15 kW (1- und 3-phasig, Plus-Varianten) |
| Batterietechnik | LFP (Lithium-Eisenphosphat) |
| Neue Batterie | 8 kWh, kompatibel mit PowerOcean & OCEAN 2 |
| PV-Eingang (3-phasig) | bis 24 kW, 3 MPP-Tracker |
| Ersatzstrom | für den ganzen Haushalt, 0 ms Umschaltzeit |
| Schutzklasse | IP66 (innen & außen) |
| Steuerung | OASIS 3.0 / EcoFlow HEMS |
A-Serie „Alps“: Einstieg in Gewerbe und Industrie
Der wohl größte strategische Schritt: Mit der A-Serie bietet EcoFlow erstmals Energiespeicher für gewerbliche und industrielle Anwendungen in Europa an. Das erste Produkt heißt Alps und zielt auf gewerbliche PV-plus-Speicher-Projekte sowie Unternehmen, die Energieeffizienz steigern und Betriebskosten senken wollen.
Alps basiert auf einer DC-gekoppelten Hochvolt-Architektur, die Umwandlungsverluste reduziert. Das modulare System baut auf einer 20-kWh-Einheit auf und lässt sich für unterschiedliche Anforderungen konfigurieren. Für den Gewerbeeinsatz gibt es ein stapelbares Design, Schutzklasse IP66 und ein mehrstufiges Sicherheitskonzept auf Zell-, System- und Softwareebene. Zertifiziert ist Alps nach IEC 62619; außerdem erfüllt das System die relevanten Anforderungen der UL-9540A-Tests.
Fazit: EcoFlow auf der Intersolar 2026
Was EcoFlow auf der Intersolar 2026 zeigt, ist weniger eine Produktneuheit als eine Ansage: Das Unternehmen will die gesamte Energiekette abdecken – vom Balkonkraftwerk über den Heimspeicher bis zur Industriehalle, alles gebündelt unter OASIS 3.0. Spannend finde ich vor allem EcoBot, weil die Sprachsteuerung genau den Punkt adressiert, an dem viele Energiesysteme bisher gescheitert sind: die Bedienung. Ob das in der Praxis hält, was die Bühne verspricht, wird sich zeigen – die Richtung stimmt aber. Wer sich die Systeme live ansehen will, findet EcoFlow vom 23. bis 25. Juni auf der Intersolar in München, Halle B1, Stand 170.